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ROSENBURG. Mehr als 150 Menschen setzten ein Zeichen und wanderten rund um das Kraftwerk Rosenburg über den Umlaufberg zur Wehranlage, um sich über die Auswirkungen des geplanten Kraftwerksneubaus zu informieren. Zu dieser Wanderung haben die Aktionsgruppe „Lebendiger Kamp“ gemeinsam mit dem Naturschutzbund Niederösterreich und dem WWF eingeladen. 

Ein klares Statement für den Kamp Foto: Matthias Schickhofer
  1 / 2   Ein klares Statement für den Kamp Foto: Matthias Schickhofer

Bei Sonne aber kühler, windiger Witterung war das Interesse groß – sogar eine WWF-Riverwalk-Gruppe aus Tirol wurde begrüßt.

Der bekannte Kamp-Buchautor Werner Gamerith sowie das Naturschutzurgestein Bernd Lötsch und Martin Scheuch von der Naurschutzbund-Regionalgruppe Kamptal informierten über die von der EVN vorgelegten Pläne.

Es herrschte weitgehende Einigkeit, dass der geringe Zuwachs an Stromausbeute (von 4,2 GWh/Jahr auf nicht ganz 6 GWh/Jahr) die Eingriffe auf bis zu 1700m freier Fließstrecke keinesfalls rechtfertigen können. Hier Stromproduktion gegen Naturschutzinteressen auszuspielen ist keine Option- so die einhellige Meinung. 

Der Kamp ist hier Landschaftsschutzgebiet, steht als Europaschutzgebiet unter Landesnaturschutzgesetz und EU-Naturschutzrecht und es dürfen eigentlich keine Verschlechterungen passieren. Darüber hinaus haben zwei frühere Minister gemeinsam mit dem WWF diesen betroffenen Abschnitt auch als Flussheiligtum klassifiziert. Warum da nun doch Pläne des Ausbaus aufkommen, sorgte bei den Wanderern und Besucherinnen für Kopfschütteln. Die Vertreter der Naturschutzorganisationen haben ihre Position klar dargelegt. Der Bestand kann erhalten bleiben, es gibt auch keine Vorbehalte gegen eine Optimierung bei den Turbinen, um hier einen höheren Wirkungsgrad zu erzeugen. Jeglicher Eingriff in die bisherig freie Fließstrecke wird jedoch abgelehnt.

Falls für die EVN der weitere Betrieb nicht rentabel ist, wäre laut WWF auch eine Renaturierung mit einem Abriss der Wehranlage denkbar. Eine Rückgabe der Umlaufsrecke an den Kamp – der seinen Namen „der Krumme“ ja genau wegen dieses Flussverlaufes bekommen hat - wäre eine durchaus schöne Geste.

Die NGOs sind mit der EVN weiterhin in Kontakt und werden nun ihre Argumente in den Vorplanungsbericht einbringen. Es bleibt zu hoffen, dass das zu begrüßende Dialog-Angebot der EVN ernst gemeint ist und eine tragbare Lösung für alle Interessensparteien - und vor allem für den Kamp - zur Umsetzung kommt.

Weitere Informationen finden Sie unter: http://lebendiger-kamp.at/home/


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