BEZIRK HORN. Ausgehend von der Auswertung der Statistik Austria über die Verschuldung aller österreichischen Gemeinden bis Jahresende 2013 nahm Tips die Kontostände der Kommunen unter die Lupe. In absoluten Zahlen ist die Stadt Horn mit 11,69 Millionen Euro Spitzenreiter. Die Pro-Kopf-Verschuldung ist mit 7016 Euro in Geras am höchsten.
Immer höhere Staatsschulden lassen die Köpfe der Politiker und Ökonomen rauchen. Auch Horns Gemeinden sind hoch verschuldet. Städte mit höchstem Minus Am höchsten ist die Pro-Kopf-Verschuldung mit 7016 Euro in Geras. 9,6 Millionen Euro Gesamtschulden lasten auf der Stadtgemeinde. Getoppt wird diese Summe nur noch von der Stadt Horn (11,69 Millionen) und dem Luftkurort Gars am Kamp (10,74 Millionen). VP-Bürgermeister von Geras, Johann Glück, merkt an, dass die Schuldenstände der Gemeinden schwer miteinander vergleichbar sind: „Die Stadtgemeinde Geras hat dreizehn Katastralgemeinden und neun Feuerwehren. Das alleine besagt schon, dass dadurch relativ hohe Fixausgaben entstehen.“ Umfassende, dringend nötige Arbeiten haben Geras diesen hohen Pro-Kopf-Wert beschert. So erfolgten in allen Orten der Gemeinde (außer Fugnitz und Trautmannsdorf) der öffentliche Kanalbau, die Wasserversorgung, die Verkabelungen sowie Wiederherstellung der Ortsdurchfahrten samt Nebenflächen. Kostenintensive Projekte zum Wohle der Bürger, wie der umfangreiche Zubau im örtlichen Kindergarten, die Generalsanierung der Volksschule, Investitionen in diverse neue Bauplätze, aber auch das Erholungszentrum Edlersee sind wesentliche Faktoren auf der Liste von Geras. „Wir werden immer bemüht sein den Spargedanken auch in Zukunft nicht außer Acht zu lassen und mit unseren Mitteln sehr sorgfältig umzugehen“, so Glück abschließend. In absoluten Zahlen ist Horn Spitzenreiter. Relativiert werden die Schulden durch die hohe Bevölkerungszahl von 6450 Einwohnern. Somit reiht sich die Stadt mit einer Belastung von 1785 Euro pro Kopf nach St. Bernhard-Frauenhofen, Röschitz, Meiseldorf und Sigmundsherberg an die fünfte Stelle der Gemeinden, deren Einwohner am wenigsten „auf dem Buckel haben“. Schulden pro Einwohner Nach Geras weist Pernegg mit 6996 Euro den höchsten Wert bei den Pro-Kopf-Verschuldungen auf. VP-Bürgermeister Franz Huber: „Verantwortlich für den derzeit hohen Schuldenstand sind die umfangreichen Investitionen in die Infrastruktur unserer Gemeinde. Dennoch ist die finanzielle Situation sehr stabil. Die Schulden aus dem ordentlichen Haushalt sind sicherlich leistbar und nicht besorgniserregend.“ Keine Gemeinde unter einer Million Euro Verbindlichkeit Mit einer Schuldenlast von 1,14 Millionen steht die Marktgemeinde Meiseldorf noch am besten da. VP-Bürgermeister Niko Reisel dazu: „Wir haben in unseren Vorhaben konsequent auf die Einhaltung der geplanten Kosten geachtet und nur Projekte im Budgetrahmen umgesetzt. Der Fokus lag auf Projekten zur Steigerung der Effizienz und Einsparung. Vorhaben wie Straßensanierung sind soweit möglich aufgeschoben und auf das Notwendigste begrenzt.“ Reisl setzt einnahmenseitig auf eine Deckung der Gemeindefinanzen: „Die Gebühren gegenüber den Kosten für Wasser, Kanal, Müll und Bauwesen müssen konsequent genau beobachtet und vorausgeplant werden.“ Resümierend meint er: „Der aktuelle Stand zeigt mir, dass der Weg der richtige ist – doch zufrieden bin ich damit noch nicht.“ Mit Verbindlichkeiten von 1,19 Millionen folgen Röschitz und St. Bernhard-Frauenhofen mit 1,36 Millionen). Auch bei den Pro-Kopf-Wertungen bilden diese drei Gemeinden die „Elite-Gruppe“. Während St. Bernhard-Frauenhofen ein Minus von 1076 Euro pro Einwohner aufweist, schlägt Röschitz hier mit 1160 Euro pro Bewohner zu Buche. Dicht auf den Fersen: die Gemeinde Meiseldorf mit einer Verschuldung von 1223 Euro pro Kopf. Sparsam gewirtschaftet VP-Bürgermeister Karl Gabler von St. Bernhard-Frauenhofen über die geringe Pro-Kopf-Verschuldung in seiner Gemeinde: „Einen wesentlichen Teil für unseren guten Wert tragen unsere erfolgreichen Betriebe mit ihrer Kommunalsteuer bei. Gleichzeitig versuchen wir mit unseren Mitteln sorgfältig umzugehen, immer wieder abzuwägen, welche Vorhaben sinnvoll und unbedingt erforderlich sind oder nicht. Unser Bestreben wird auch in Zukunft vom Spargedanken getragen sein, damit wir für notwendige Vorhaben einen gewissen finanziellen Spielraum haben und unsere Gemeinde auch in schwierigen Zeiten erfolgreich gestalten und verwalten können.“
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