BEZIRK HORN. Zur alljährlichen Bezirksmaifeier lud die SPÖ Bezirksorganisation Horn am 1. Mai in den Landgasthof Gamerith in St. Marein. Knapp 200 Freunde und Parteimitglieder folgten der Einladung. Zur Festansprache fand sich ÖGB NÖ Landesgeschäftsführer Christian Farthofer ein.
Farthofer zeigte in seiner sehr bewegenden Rede die Kernpunkte der SPÖ auf, die allen von besonderer Wichtigkeit sein sollten. Dabei ging er auf die nachstehenden Errungenschaften der SPÖ ein. Von exakt 125 Jahren gingen Millionen Arbeiter in Europa, so auch in Österreich, auf die Straße. Sie kämpften dabei für bessere Arbeitsbedingungen und eine Arbeitszeitverkürzung. Acht Stunden Arbeit – acht Stunden Muße – acht Stunden Schlaf – so lautete die Losung der ersten Maikundgebungen. Politische Meilensteine waren 1918 der Achtstunden Tag, 1907 das demokratische Wahlrecht für Männer, sowie für Frauen ab 1919. Ein Wert, der in der heutigen Gesellschaft teilweise nur noch als „Selbstverständlichkeit“ angesehen wird ist die Gesundheitsversorgung welche durch die Gewerkschaft damals hart erkämpft wurde. All diese Errungenschaften wurden und werden jedoch immer wieder von Rechten, Konservativen und Neoliberalen in Frage gestellt, so Farthofer. 70 Jahre SPÖ – 70 Jahre zweite Republik Am 14. April 1945 wurde die damals Sozialistische Partei Österreichs wiedergegründet. Adolf Schärf sagte einst: „Die alte sozialdemokratische Partei ist nie untergegangen, sie konnte verboten, sie konnte ihrer gesetzlichen Vertreter beraubt werden, aber sie lebte trotzdem weiter und die Übriggebliebenen der letzten Leitung wurden in den Kreis der Gesinnungsfreunde stets als Träger einer Berufung aufgefasst.“ Weiters bekräftigte Farthofer die fast 60-jährige Regierungsverantwortung: “Aus dieser politischen Arbeit resultieren bis heute sozialer Wohnbau, Einführung der Kinderbeihilfe, Mutterschutz und Karenzgeld, kostenlose Gesundenuntersuchung, 40 – und 38,5 Stunden Woche, gleiche Rechte und Pflichten für Ehepartner, Gratis – Kindergartenjahr, Mindestsicherung und vieles mehr.“ Klar distanziert sich der Redner von den gehörten „Ansagern der ÖVP“, man solle doch bei den Pensionen kürzen, man solle das Frauenpensionsalter frühzeitig anheben, ÖVP und FPÖ wollen die Bürger wieder ins 19. Jahrhundert zurückführen. Er insistierte: „Dort, wo die FPÖ Regierungsverantwortung gezeigt hat, wie in Kärnten, hat sie der Republik und den Menschen Schaden in Milliardenhöhe eingebrockt – Stichwort Hypo Desaster.“ Kritik ging auch in Richtung ÖVP, da sich diese als Schutzmacht der Banken und Millionäre darstellt: „Die Interessen der Arbeitnehmer sind der ÖVP völlig egal. Das Freihandelsabkommen TTIP für welches sich die ÖVP einsetzt, führt zu ökologischen, sozial-politischen und arbeitsrechtlicher Standardaushöhlung. Dagegen verwehrt sich die SPÖ. Die SPÖ trägt für unsere Bürger Verantwortung.“ Mit einem begeisterten Applaus durfte Farthofer seine Rede enden lassen. Bezirksvorsitzender Josef Wiesinger zeichnete anschließend verdiente langjährige Funktionäre und ehemalige SPÖ Gemeinderäte aus. Für das leibliche Wohl war bestens gesorgt, der Abend klang unter musikalischer Umrahmung von Klaus Bergmaier in den späten Abendstunden aus.
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