Waldviertler Jobmesse in Gmünd: Die besten Köpfe für das Waldviertel
BEZIRK HORN/GMÜND. Das Waldviertel hat zu kämpfen: vor allem mit Vorurteilen und Gerüchten. Genau deshalb gibt es Initiativen wie die Waldviertler Jobmesse, die seit 6 Jahren konsequent mit einem Gerücht aufräumt: Es gibt sie nämlich, die Jobs im Waldviertel. Und so präsentierten am 30.09. und 1.10.2016 in Gmünd über 60 Waldviertler TOP Betriebe aus allen Branchen und aus allen Waldviertler Bezirken ihre vielfältigen Berufsbilder, Lehrstellen und offenen Jobs. Auch dieses Jahr war das Thema Lehrlingsausbildung wieder zentraler Schwerpunkt bei der Waldviertler Jobmesse. Das Interesse der Jugendlichen, aber auch deren Eltern war wieder sehr groß.

Landeshauptmann Stellvertreterin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) : „Die Unternehmen hier im Waldviertel expandieren. Sie bauen keine Arbeitsplätze ab, sondern suchen Fachkräfte. Deswegen auch die Wichtigkeit der dualen Ausbildung, der Lehre. Denn durch die Lehre werden zwei Interessen zusammengeführt: Zum einen die Interessen der Jugend. Sie brauchen eine gute und professionelle Ausbildung. Zum zweiten, die Interessen der Unternehmen, die professionelle Fachkräfte brauchen! Und wer auf Lehre setzt, hat vor allem auch die qualifizierten Kräfte für die Zukunft. Die Waldviertler Jobmesse ist hier auf dem richtigen Weg, einen Schwerpunkt auf die duale Ausbildung zu setzen. Es braucht auch Meister, nicht nur Master.“
Christof Kastner, Obmann des Wirtschaftsforum Waldviertel und selbst Unternehmer: „Das Wirtschaftsforum Waldviertel veranstaltet heuer zum 6. Mal die Jobmesse, dieses Mal in Gmünd. Es sind wieder über 60 Aussteller, nämlich Firmen aus dem gesamten Waldviertel, mit dabei und präsentieren sich und auch ihre Jobs, die sie anbieten. Wir wollen den Besuchern, ob Schüler, oder auch allen anderen Jobsuchenden, einfach zeigen, welche tollen Jobmöglichkeiten es im Waldviertel gibt. Wir haben im Waldviertel ganz tolle Unternehmen –von High Tech Betrieben, von der Produktion, dem Tourismus, von Handel bis zu Dienstleistungsunternehmen, und die suchen hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um das Waldviertel nach vorne zu bringen.“
Bürgermeisterin Helga Rosenmayer: „Als Bürgermeisterin freut es mich sehr, dass die heurige Jobmesse das erste Mal in Gmünd stattfindet. Ich sehe das als große Chance für unsere Jugend, für die Wirtschaft, für die Betriebe, sich gegenseitig kennenzulernen. Im Waldviertel gibt es viele gute Betriebe, viele gute junge Menschen und das ist natürlich sehr wichtig für unsere Region und die Menschen.“
Waldviertler Bildungsgipfel, Freitag, 30.09.2016
Auch beim Waldviertler Bildungsgipfel, der jedes Jahr am Freitag Abend im Rahmen der Jobmesse stattfindet, drehte sich alles um den Waldviertler Arbeitsmarkt und welche Qualifikationen in der Region in der Zukunft gefragt sind. Michael Bartz von der IMC FH Krems erörterte in seinem hoch interessanten Impulsreferat: „New World of Work – auch im Waldviertel!“, in wie weit mobiles und flexibles Arbeiten, die Auflösung traditioneller Organisationsstrukturen, alternative Beschäftigungsmodelle und neue Berufsbilder den Alltag der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verändern.
Manfred Haumer, der stellvertretende Geschäftsstellenleiter des AMS Gmünd, verglich in seinem Statement aktuelle Zahlen und Trends aus allen Waldviertler Bezirken. So zeigt sich nämlich kein einheitlicher Arbeitsmarkt im Waldviertel, je nach Bezirk schwanken die Arbeitslosenraten, sowie der Firmenbesatz. Eines zeigt sich jedoch deutlich: die Arbeitslosenquote der Personen, die nur über einen Pflichtschulabschluss verfügen, liegt mit rund 25% (Österreichweiter Durchschnitt) deutlich über der Arbeitslosenquote der Personen, die erfolgreich eine Lehre abgeschlossen haben (8,6%). Dies zeigt klar, wie wichtig eine gute (Aus-) Bildung für den weiteren beruflichen Erfolg ist.
Michael Gassner, stellvertretender Leiter der Abteilung Bildung der Wirtschaftskammer NÖ, betonte in seinem Beitrag, dass eine Lehre den besten Einstieg ins Berufsleben darstellt. Den Ausbildungsbetrieben kommt dabei eine wesentliche Rolle zu, besonders auch, in welcher Qualität sie ihre Lehrlinge ausbilden. Auch in Richtung Schulen appelliert Gassner, nicht an den Anforderungen des Arbeitsmarktes vorbei auszubilden.
In der anschließenden, sehr angeregten Podiumsdiskussion diskutierten zudem folgende Vertreter von Zukunftsbranchen mit den zahlreichen anwesenden Gästen:
Gesundheit – Reinhard Waldhör (Vorsitzender der GÖD-Gesundheitsgewerkschaft)
Informationstechnologie – Christopher Stelzer (kubator GmbH)
Mechatronik – Dr. Ernst Wurz (HR Manager Pollmann International GmbH)
Handel – Christof Kastner (Geschäftsführender Gesellschafter KASTNER Gruppe)


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