Reparieren statt wegwerfen
JAPONS. Egal ob kaputte Kaffeemaschine, undichtes Fahrrad-Ventil oder zerrissene Bluse – eine Reparatur im Fachgeschäft ist oft so teuer, dass ein Neukauf günstiger ist. Sachen, die mit ein paar Handgriffen vielleicht einfach repariert werden könnten, werden weggeschmissen. Die Müllberge werden größer und größer. Um das zu verhindern, treffen sich immer mehr Menschen, um Sachen gemeinsam zu reparieren. So auch beim ersten Japonser Reparatur-Café, das im Zuge des traditionellen Pflanzentauschmarktes mit Pfarrcafe am Sonntag, 29. April stattfindet.

Ein Reparatur-Café ist ein Selbstmachtreff, ein Treffpunkt für Menschen, die etwas zu reparieren haben, und Menschen, die im Gegenzug etwas reparieren können und bei der Reparatur mit Rat und Tat zur Seite stehen möchten. Man hilft sich also gegenseitig, vermeidet Müll und knüpft nebenbei auch noch neue Kontakte.
Müll vermeiden und Spaß dabei haben
Angesichts knapper werdender Ressourcen entstehen immer mehr Initiativen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, Müll zu vermeiden. In einem Reparatur-Café wird alten und reparaturbedürftigen Gebrauchsgegenständen neues Leben eingehaucht. Über 1000 derartiger Einrichtungen gibt es mittlerweile in ganz Europa und es werden mehr. Als Vorreiter im Bezirk nimmt sich Alfred Schmudermayer mit Unterstützung der Gesunden Gemeinde Japons dieser tollen Idee an und läutet am 29. April die Premiere-Runde ein. Denn sofern die Veranstaltung erfolgreich verläuft und gut angenommen wird, sollen weitere folgen, ist man sich schon im Vorfeld einig.
Tips: Wer ist der Initiator für das Reparatur-Café in Japons und was ist die Idee dahinter?
Alfred Schmudermayer: Ich habe das Thema schon länger im Auge und habe Organisatoren in der Steiermark gefunden, die mir dazu Hinweise und guten Rat geben konnten. Gemeinsam mit einem jungen Japonser organisiere ich die Veranstaltung nun gemeinsam mit dem Pflanzentauschmarkt und dem Pfarrcafe. Die Idee ist einfach: Ressourcen schonen, wiederverwenden, die Befriedigung, wieder etwas verwendbar gemacht zu haben und auch die Dorfgemeinschaft zu stärken und den Menschen mit besonderen Fähigkeiten Gelegenheit zu geben, diese auch einzusetzen.
Tips: Wird es künftig weitere Termine geben?
Alfred Schmudermayer: Das wird sich herausstellen. Die Wahrscheinlichkeit ist umso größer, je größer der Erfolg und der Spaßfaktor bei den Beteiligten ist.
Tips: Wie viele „Heimwerker“ stehen den Hilfesuchenden mit Rat und Tat zur Seite und gibt es noch Bedarf an Fachkundigen? Falls ja, wo können sich Interessierte melden?
Alfred Schmudermayer: Ich rechne mit etwa fünf Experten. Weitere Meldungen sind willkommen, insbesondere jemand, der mit Elektronik und Löten umgehen kann. Interessenten können sich gerne bei mir melden (siehe Kontakt in der Infobox). Mitgebrachtes Werkzeug und Material ist wünschenswert und kann sehr hilfreich sein. Ist eine Reparatur nicht mehr möglich, wird gemeinsam beraten, welche weiteren Schritte im Sinne der Nachhaltigkeit möglich und sinnvoll sind.
Tips: Was gibt es für Teilnehmer zu beachten?
Alfred Schmudermayer: Die Teilnahme für die Klienten ist kostenlos, es gibt aber auch keine Garantie für den Erfolg der Reparatur. Die Geräte sollten in sauberem Zustand gebracht werden (Bsp.: Staubsauger ohne Beutel) und müssen auch wieder mitgenommen werden. Die Experten bekommen kein Geld für ihre Dienste, es werden aber freiwillige Spenden nahegelegt, aus denen den Experten eine Jause und eventuell ein Fahrtengeld vergütet wird. Der Rest der Spenden wird der Gesunden Gemeinde Japons übergeben.


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