"Unser G'schäft" wird fünf Jahre alt
KALTENBERG. Am Anfang stand viel Skepsis – und doch ist „Unser G“schäft“ ein gutes Geschäft geworden. Am Sonntag feierten die Kaltenberger bereits den fünften Geburtstag ihres Nahversorgers auf Basis eines Vereins.

„Ich freue mich immens, dass wir als kleine Gemeinde unser G“schäft erhalten können“, strahlt Josef Hinterreither, Bürgermeis-ter außer Dienst und Vereinsobmann. Als der Nahversorger 2011 seine Pforten öffnete, war nicht einmal er frei von Sorge, ob es ein tragfähiges Projekt sein würde. „Aber als unser letzter Nahversorger Mitte 2010 zugesperrt hat, waren wir fast gezwungen, eine neue Einkaufsmöglichkeit zu schaffen“, blickt Hinterreither zurück. Bedenken, die Mindestumsätze von Lieferant Pfeiffer nicht zu erreichen, waren unbegründet. „Unser G“schäft“ gehört den heute 76 Vereinsmitgliedern, die sich zunächst mit insgesamt 30.000 Euro beteiligt hatten. Nach vier Jahren wurde die Summe inklusive Zinsen in Form von Einkaufsgutscheinen zurückgezahlt. Eine zweite Beteiligungsrunde für Sanierungen, ebenfalls mit zwei Prozent verzinst, ließen sich die Kaltenberger 16.000 Euro kosten. Mit Geschäftsführerin Manuela Reif, Manuela Furtlehner und Sonja Prinz „schupfen“ drei umsichtige Kaltenbergerinnen das „G“schäft“. Ein Mosaiksstein des Erfolgs ist die Öffnung am Sonntagvormittag. Den Verkauf übernehmen dabei Vereinsmitglieder auf ehrenamtlicher Basis. „Unser G“schäft ist nicht nur Nahversorger, sondern auch Kommunika-tionsdrehscheibe“, sagt Bürgermeister Alois Reithmayr. Natürlich würden viele Kaltenberger auch bei den drei großen Einkaufsmärkten im Nachbarort Unterweißenbach, in Freistadt oder Linz einkaufen, dennoch steige der Umsatz ständig, fügt Josef Hinterreither hinzu. „Verdienen lässt sich nichts, aber immerhin geht sich jedes Monat ein schwarzer Nuller aus.“ Gewinn als NebensacheGewinn zu machen ist auch nicht vorrangiger Zweck des Nahver-sorgers. „Es ist vielen in der Gemeinde klar geworden, dass für ein gutes Zusammenleben viele Bausteine nötig sind, wie Schule, Kirche, Wirte, Kindergarten und eben ein Geschäft. Damit alles funktioniert, darf nichts abbröckeln“, beschreibt der Obmann. Nur wenn die Infrastruktur passt und die drohende Abwanderung bremst, bleiben Grund und Häuser etwas wert. „Die Kaltenberger haben es also jeden Tag selbst in der Hand, dass das so bleibt.“


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