Gefahrgut-Unfall auf der A9: Poolchemie ausgetreten und Autobahn stundenlang gesperrt
SCHLIERBACH. Ein verrutschtes Gefahrgut auf einem Sattelkraftfahrzeug hat am Freitag zu einem stundenlangen Großeinsatz auf der Pyhrnautobahn (A9) in Fahrtrichtung Graz geführt. Weil giftige Flüssigkeiten austraten, musste die Autobahn komplett gesperrt werden.

Direkt nach dem Eintreffen der ersten Polizeistreifen und der Feuerwehr wurde aufgrund der unklaren Lage sofort ein Sicherheitsbereich von rund 160 Metern eingerichtet. Die Richtungsfahrbahn Graz musste für die Dauer der Arbeiten vollständig für den Verkehr gesperrt werden.
Insgesamt standen rund 50 Einsatzkräfte im Großeinsatz, darunter:
- Sechs Feuerwehren
- Mehrere Streifen der Autobahnpolizei
- Die ASFINAG
- Das Rote Kreuz
- Eine Spezial-ADR-Streife (Gefahrgutüberwachung)
Bremsmanöver beschädigte 28 Tonnen Gefahrgut
Wie die polizeilichen Ermittlungen ergaben, hatte der Lkw insgesamt fünf verschiedene Gefahrgutstoffe mit einem Gesamtgewicht von knapp 28 Tonnen geladen. Aufgrund eines heftigen Bremsmanövers verrutschte die tonnenschwere Ladung massiv.
Dabei wurden mehrere Gefahrgutgebinde beschädigt, woraufhin ca. 40 Liter einer gefahrstoffhaltigen Flüssigkeit austraten. Die Feuerwehr reagierte schnell: Die Flüssigkeit wurde unter Atemschutz gebunden beziehungsweise mit reichlich Wasser verdünnt. Ein herbeigerufener Amtssachverständiger vom Amt der OÖ Landesregierung konnte nach Messungen Entwarnung geben: „Es sind keine Schäden für die Umwelt entstanden.“
Verkehrschaos bis zum Voralpenkreuz
Die Totalsperre der A9 löste umfangreiche Verkehrslenkungs- und Ableitungsmaßnahmen aus. Dennoch ließ sich ein Verkehrschaos im dichten Reiseverkehr nicht verhindern: Der Rückstau reichte zeitweise bis zum Knoten Voralpenkreuz zurück. Der Verkehr wurde mühsam über die Pyhrnpass Straße (B138) umgeleitet, die völlig überlastet war.
Massive Verstöße und Sicherheitsleistung
Für den Lkw-Fahrer und das Transportunternehmen hat der Vorfall auch rechtliche Konsequenzen. Bei einer umfassenden Kontrolle des havarierten Sattelkraftfahrzeuges stießen die Beamten auf mehrere Übertretungen nach dem Gefahrgutbeförderungsgesetz (GGBG). Vor Ort wurde umgehend eine empfindliche Sicherheitsleistung eingehoben.
Freigabe nach Fahrbahnreinigung
Das schwer beschädigte Sattelkraftfahrzeug musste von einem Spezialunternehmen abgeschleppt werden. Die verbleibenden, intakten Gefahrgutgebinde wurden von der Feuerwehr auf ein Ersatzfahrzeug umgeladen und abtransportiert. Nach der abschließenden, gründlichen Reinigung der Fahrbahn konnte die A9 kurz nach 18 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben werden.
Der Artikel wurde am Samstag, 4. Juli, umfassend überarbeitet.








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