Kräutersegnung im Stift Schlierbach

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Sophie Kepplinger Sophie Kepplinger, Tips Redaktion, 14.08.2020 12:21 Uhr

SCHLIERBACH. Das Fest Maria Himmelfahrt am 15. August hat den Glauben an die Auferstehung Christi im Hintergrund. Bereits seit 1.000 Jahren werden an diesem Tag Kräuter gesegnet. Im Stift Schlierbach wird eben dieser Festtag am Samstag, 15. August, gefeiert.

Das Fest Mariä Aufnahme in den Himmel am 15. August geht auf das Jahr 451 n. Chr. zurück. Es wird die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel gefeiert. Schon vor dem Konzil von Chalcedon im Jahr 451 wurde in der Ostkirche die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel gefeiert. Spätestens seit dem 7. Jahrhundert hat auch die Westkirche dieses Fest am 15. August übernommen. Wenn die Christen bezeugen, dass Maria mit Leib und Seele bei Gott ist, dann steht dahinter der Glauben an die Auferstehung Christi. Diese ist der eigentliche Grund für den christlichen Glauben an ein Weiterleben nach dem Tod. Mit der leiblichen Aufnahme Marias in den Himmel wird die begründete christliche Hoffnung gefeiert, dass der Mensch wie Maria – die ja als Urbild für die Kirche gilt – mit Leib und Seele auferstehen und ganzheitlich bei Gott weiterleben wird. 1950 wurden die Inhalte dieses Festes nach einer langen Auseinandersetzung innerhalb der Kirche – da die leibliche Aufnahme Marias in den Himmel nicht biblisch belegt ist, aber eine jahrhundertelange Tradition in der Volksfrömmigkeit hatte – von Papst Pius XII. zum Dogma erklärt. Das Datum dieser Dogmatisierung ist nicht zufällig: Nach den Barbareien und Höllen des Zweiten Weltkrieges und der Shoah sollte es ein Zeichen der Hoffnung und der Lebensfreude sein.

Legenden und Brauchtum

Um die leibhaftige Aufnahme Mariens in den Himmel ranken sich alte Legenden. Die Apostel sollen das Grab Mariens noch einmal geöffnet haben – statt des Leichnams sollen sie nur noch duftende Rosen vorgefunden haben. Eine andere Legende erzählt, dass dem Grab in dem Augenblick, in dem Maria in den Himmel aufgenommen wurde, ein wunderbarer Duft wie von Kräutern und Blumen entstiegen ist. Diese Legenden können der Grund für die Segnung von heilenden Kräutern an diesem Tag sein. Einerseits soll in diesem 1.000 Jahre alten Brauch die lebensspendende Kraft Mariens symbolisiert werden, andererseits ist es wahrscheinlich, dass die jahreszeitlich bedingte Getreidereife und Hochblüte der Natur in Erinnerung brachten, dass Maria traditionell als „Blume des Feldes und Lilie in den Tälern“ verehrt wurde. Das Wissen über die Heilkraft der Kräuter wird in manchen Klöstern und Pfarren weitergegeben. Die gesegneten Kräutersackerl oder -büscherl werden in den Pfarren und Klöstern zum Verkauf für einen sozialen Zweck angeboten.

Maria-Himmelfahrts-Kirche in Schlierbach

In Oberösterreich gibt es viele Kirchen, die zu Maria Himmelfahrt ihr Patrozinium feiern, unter anderem die Filialkirche Inzersdorf in Inzersdorf im Kremstal, Spital am Pyhrn und die Stiftskirche in Schlierbach. In der Stiftskirche Schlierbach, einer Maria-Himmelfahrts-Kirche, wird zu Maria Himmelfahrt am Samstag, 15. August, um 15 Uhr der Festgottesdienst mit Kardinal Christoph Schönborn, Abt Nikolaus Thiel, dem Konvent des Stiftes und Mitgliedern der Stiftspfarre gefeiert. Musikalisch gestaltet wird der Gottesdienst mit Kräuterweihe von Chor und Orchester des Stifts mit der Messe in G-Dur (D 167) von Franz Schubert. Damit möglichst viele Menschen mitfeiern können, wird der Gottesdienst in Bild und Ton in den Stiftshof übertragen.

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