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KIRCHDORF AN DER KREMS. Der oberösterreichische Musiker Clemens Bäres, alias Doppelfinger, gibt am Donnerstag, 21. März, um 20 Uhr ein Konzert im Bar-Café Hildegard in Kirchdorf (freiwilliger Musikbeitrag).

Musiker Clemens Bäres, alias Doppelfinger, spielt in der Hildegard. (Foto: Alex Gotter)
Musiker Clemens Bäres, alias Doppelfinger, spielt in der Hildegard. (Foto: Alex Gotter)

Clemens Bäres erste Lieder, die in Abgeschiedenheit in Oberösterreich geschrieben wurden, waren ursprünglich nie dazu gedacht, von anderen gehört zu werden. Im Jahr 2019 wagte er sich schließlich hinaus, um anderen, die ähnliche Dinge erleben, Worte zu geben und ihnen vielleicht sogar das anzubieten, was ihm auch seine musikalischen Heldinnen von gestern gegeben haben.

Drei Jahre später, im Jahr 2022, veröffentlichte er sein Debütalbum „by design“ als Doppelfinger. An mancher Stelle scheint doppelfingers Musik einem vergangenen Jahrzehnt zu entstammen: mit dylanesquem Mundharmonika-Spiel, 60er-Witmark-Tape-Sound-Ästhetik oder 80er-Springsteen-Gitarren nimmt er die Zuhörer in eine vermeintlich bessere Zeit mit, hüllt sie ein in eine warme Decke voller Nostalgie. Damit, aber nicht nur, kann die Art von Musik, die Clemens Bäre als doppelfinger so unprätentiös macht, schon fast als Antithese, als Rebellion gegen den schnelllebigen, opulenten Pop-Zeitgeist gelesen werden; sie braucht und nimmt sich Zeit, während sie in gleichem Maße zeitlos ist.

Zeitlos, aber doch aktueller denn je – in Anbetracht der derzeitigen Weltstimmung sind es vor allem die dunklen Themen, welche der Mitte 20-Jährige Clemens Bäre auf so ehrliche wie offene Art anspricht, die auf unverhoffte, doch auch erschreckende Resonanz zu treffen scheinen. In Österreich wird Doppelfinger als „einer der besten Singer-/ Songwriter des Landes“ (radio FM4) mit „internationalem Anspruch“ (the gap) verstanden.

Anstatt sich aber in der Sicherheit dieses Echos zu wahren, vertraut Doppelfinger lieber weiter auf seine eigene Stimme: „Letztendlich war und ist die Unsicherheit ein Teil des kreativen Prozesses: Vom naiven Schreiben erster Songs und dem Entstehen des trotzigen Wunsches, ein Album zu machen, über den Aufnahmeprozess, der von Selbstzweifeln geprägt war … diese Unsicherheit ist aber genauso natürlich, wie es sich auch anfühlt, die Musik zu machen, es war oder ist nichts davon forciert. Retrospektiv gesehen fühlt es sich sogar manchmal so an, als hätte es immer so sein müssen. Alles hat seinen Sinn, ohne wirklich Sinn zu haben.“


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