Zunahme an geschützten Tierarten wie Biber, Krähe und Wolf bereitet den Landwirten Sorgen
BEZIRK KIRCHDORF. Globalisierung, Klimawandel und Digitalisierung – nicht nur diese Megatrends, sondern auch die Zunahme von geschützten Tierarten betreffen die Landwirte im Bezirk. Tips sprach darüber mit Vertretern der Bezirksbauernschaft.

Derzeit gibt es 1420 landwirtschaftliche Betriebe (Mehrfachanträge, Stand 2017) im Bezirk Kirchdorf, 2007 waren es noch 1692. „Die Betriebe werden weniger, aber die Leistungsfähigkeit und Produktion steigt“, betont Bezirksbauernkammer-Obmann Franz Karlhuber.
Vielfalt in der Produktion
Die Landwirtschaft im Bezirk zeichnet sich durch eine Vielfalt in der Produktion aus. Vor allem die Geflügelproduktion ist stark gewachsen. Auch die Anzahl der Bio-Betriebe steigt: Waren es 2007 noch 204 Betriebe, so sind es heute bereits 276. „Man muss heutzutage in der Landwirtschaft flexibler werden“, so Karlhuber, doch „der schnelle Änderungsbedarf fordert und überfordert auch viel bäuerliche Familienbetriebe.“
Globalisierung als Chance für Regionalität
Die Globalisierung sieht der BBK-Obmann als eine Chance für die Regionalität, denn die Kunden wollen vermehrt wissen, woher die Produkte kommen und setzen auf Regionales.
Jugend die Freiheit lassen
Die Jugend des Bezirkes sei durchaus interessiert, einen landwirtschaftlichen Betrieb weiterzuführen. „Wichtig ist, den Jungen die Freiheit zu geben, das zu tun, was sie wollen“, betont Erika Glinsner, Vorsitzende des Bäuerinnenbeirates des Bezirkes Kirchdorf, den es heuer seit 60 Jahren gibt.
„Wolf ernst nehmen“
Die Zunahme von geschützten Tierarten wie Biber, Krähe und Wolf besorgt die Landwirte, weil sie mit beträchtlichen Schäden an land- und forstwirtschaftlichen Kulturen rechnen. „In Klaus hat es vor Kurzem die erste Sichtung eines Wolfes gegeben. Das zeigt, Wölfe sind bei uns schon tatsächlich heimisch. Es wird höchste Zeit, das Thema ernsthaft zu diskutieren. Es muss der Jägerschaft ermöglicht werden, den Bestand zu regulieren,“ fordert OÖ Almvereinsobmann Johann Feßl, der um die Tiere auf den Almen fürchtet: „Die Rudelbildung ist besorgniserregend für die Almbauern.“
Auftreiber werden weniger
Auf rund 100 Almen im Bezirk wird noch aufgetrieben. Die Nachfrage nach Almen und deren Produkten nimmt zu. „Wir haben zwar im Bezirk Kirchdorf noch genügend Almbewirtschafter, die Auftreiber werden jedoch immer weniger“, berichtet Feßl.
Neues Gebäude in Bad Hall
Bis Ende August ist die Bezirksbauernkammer noch in Kirchdorf. Die Eröffnung des neuen Standorts in Bad Hall ist am 15. September geplant. Mit dem Umzug der Bezirksbauernkammern Kirchdorf und Steyr sind die Mitarbeiter dann für beide Bezirke zuständig. Auf Funktionärsebene bleiben die Bezirke weiterhin eigenständig. Das Gebäude in Kirchdorf soll vermietet oder verkauft werden.


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21.02.2018 23:02
Sorgen bereiten diese Landwirte
Die Tierarten mußten ja gerade wg. solchen Typen geschützt werden. Damit die die nicht schon wieder ausrotten können... Fehlen in seiner Aufzählung Fischotter, Adler, Luchs und viele mehr. Zum Glück gibts nicht nur naurfeindliche Landwirte.