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Bergretter bei 105 Einsätzen: geringer Anstieg von Alpinunfällen im Bezirk Kirchdorf

Susanne Winter, MA, 11.03.2019 20:04

BEZIRK KIRCHDORF. Die Bergrettung Oberösterreich zog bei ihrer Landesversammlung in Hinterstoder Bilanz über das vergangene Jahr. Es gab so viele Alpin­unfälle wie noch nie. Auch die Bergretter der acht Ortsstellen des Bezirkes Kirchdorf hatten mit 105 Einsätzen 2018 einen geringen Anstieg von Alpinunfällen zu bewältigen.

  1 / 4   105 Einsätze absolvierten die Bergretter des Bezirkes Kirchdorf im Jahr 2018. Foto: Bergrettung Windischgarsten

Die erhöhten Unfallzahlen sind laut den Bergrettern einerseits auf das schöne Wetter im vergangenen Sommer, aber auch auf den ungebrochenen Boom im Bergsport zurückzuführen. „Setzt man die Zahlen den Trends im Alpinsport gegenüber, liegt die Unfallentwicklung unter den Wachstumsraten der Bergsportler“, so Horst Humpelsberger, der Gebietsleiter Kremstal und Landesleiterstellvertreter der OÖ Bergrettung.

Häufigste Unfallursachen sind Ausgleiten, Stürzen und Stolpern

Drei Viertel der geborgenen Personen sind Österreicher, die häufigsten Unfallursachen sind nach wie vor das Ausgleiten, Stürzen und Stolpern im Wander- oder Pistengelände. Der klassische Einsatz im Fels und Eis macht nur einen geringen Anteil aus.

Strafen für fahrlässige Unfallverursacher

Von den Überlegungen über Strafen für unvorsichtige oder fahrlässige Unfallverursacher in den Bergen hält die Bergrettung Oberösterreich wenig: „Wir plädieren für die Sensibilisierung und vermehrte Ausbildung in den Bergen. Wer bei Einsätzen dabei ist, weiß, dass die verunfallten Personen schon oft durch ihre verzweifelte Situation genug gestraft sind. Zudem sollte es Räume geben, wo noch Selbstverantwortung möglich ist.“

Verantwortungsvolle Aufgabe

Besondere Herausforderungen für die Bergretter waren zuletzt die Sicherungseinsätze bei Waldbränden sowie die Katas­tropheneinsätze während der extremen Schneefälle im heurigen Winter. Einige Bergrettungsmitglieder sind zudem in den Lawinenwarnkommissionen tätig und übernehmen in ihren Gemeinden zusätzlich noch diese Verantwortung. Aber auch Einsätze in den erbauten Klettersteigen beschäftigten die Retter während des gesamten Jahres, wobei vor allem ein Einsatz beim Klettersteig auf den Großen Priel stets eine enorme physische und psychische Herausforderung darstellt.

242 Mitglieder im Bezirk

Derzeit versehen 242 Mitglieder, darunter sechs Frauen, ehrenamtlich ihren Dienst in acht Ortsstellen im Bezirk Kirchdorf. Als Bergespezialisten stehen zwei Lawinenhundeführer, 15 Canyoning-Retter und zwei Flugretter für Notarzthubschrauber bereit. Seit dem vergangenen Jahr befinden sich 30 Bergrettungsanwärter in Ausbildung. Das Interesse, ein Bergretter zu werden, ist sehr hoch – trotz der Erfordernis von hoher körperlicher und rettungstechnischer Kompetenz.


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