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BEZIRK KIRCHDORF. Auf einigen Almen des Bezirkes Kirchdorf werden köstliche Lebensmittel produziert und auch verkostet. Davon kann man sich auch selbst überzeugen und einfach die nächste Wanderung mit der Einkehr auf einer Alm verbinden.

Die Hanslalm in Rosenau bietet einen traumhaften Ausblick. Foto: Winter
  1 / 3   Die Hanslalm in Rosenau bietet einen traumhaften Ausblick. Foto: Winter

Die Lebensbedingungen des Weideviehs sind auf der Alm am natürlichsten. Frische Bergluft, klares Wasser und Futterpflanzen, deren Vielfalt es nur hier gibt, sind der Beweis dafür. Doch wie kommt man zu den Produkten, die auf der Alm erzeugt wurden? Nur auf einem kleinen Teil der Almen wird Ausschank betrieben. Berggasthäuser und Schutzhütten der Alpinverbände sind ebenso in Almgebieten angesiedelt und bemühen sich, die Gäste mit regionalen Produkten zu überzeugen. Was gibt es Besseres, als nach einem fordernden Aufstieg, bei einem überwältigenden Aussichtspanorama, genussvoll Brettljause und Almpaunzen zu genießen? Um im Tal nach den hochwertigen Lebensmittel „Von der Alm“ zu gelangen, ist es notwendig, direkt bei den Almbauern nachzufragen.

Almen mit Ausschank

Almen mit Ausschank sind beispielsweise die Gradnalm in Micheldorf, die Steyrsbergerreith in Vorderstoder, die Hengstpassalmen in Rosenau am Hengstpass, die Edtbauernalm und die Baumschlagerreith in Hinterstoder, die Wiederlechnerhütte auf der Wurzeralm, die Hintersteineralm, die Ochsenwaldalm sowie die Gowilalm in Spital am Pyhrn. Es gibt aber noch weitere Almen mit köstlichen Schmankerln im Bezirk.

Den Gesamtüberblick der touristischen Almwirtschaft bietet der Almanach Oberösterreich. Dieser ist in 20 Jahren bereits 13-mal neu aufgelegt worden. In ihm sind alle Almen mit touristischem Angebot dargestellt. Der Almanach ist erhältlich bei den Tourismusbüros, beim Oberösterreichischen Almverein und im Buchhandel.

Produkt Alm ist umfangreich

Auch Johann Feßl, Almvereinsobmann von Oberösterreich, betont die hohe Qualität der Almen: „Die Produktionsbedingungen auf Oberösterreichs ,Grünen Dächern' sind zwar vom Umfang her sehr eingeschränkt, jedoch eine einzigartige Grundlage für unser Vieh und in weiterer Folge für uns Konsumenten. Neben Milch- und Fleischerzeugnissen ist das Produkt Alm viel umfangreicher. Die große Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt, Natur- und Landschaftsschutz, Schutz vor Vermurungen und Lawinen sowie Grundwasserschutz ist alleine der jahrhundertelangen Bewirtschaftung durch unsere Alm- und Bergbauern zu verdanken. Dass dieses Produkt ,Alm' regional ist, versteht sich von selbst.“

Situation nach Kuhurteil

Das massive Medienecho über das „Urteil Kuhattacke Pinnisalm“ hat die Tragweite klar dargestellt. Die Bevölkerung zeigte ihr Verständnis, dass die Almbauern Sicherheit brauchen. Maßnahmen haben die höchsten Staatsgremien in Aussicht gestellt, um die Situation zu beruhigen. Der betreffende § 1320 im ABGB zur Tierhalterhaftung wird um den Verweis auf Standards der Alm- und Weidewirtschaft angepasst. Damit das richtige Verhalten auf Almen und Weiden klargestellt ist, wurden die Regeln in zehn Punkten definiert. Diese werden mittels Onlinevideo, Weideschilder und Infomaterial an Almbesucher weitergegeben (siehe Infokasten).

Regeln einhalten

„Um die Qualität und die Bewirtschaftung aufrecht zu erhalten, ist es unabdingbar, gewisse Regeln einzuhalten. Diese wurden durch die Diskussion der letzten Wochen präzisiert und sollen alle Beteiligten zum Nachdenken anregen. Ich bin überzeugt, dass ein gutes Miteinander möglich ist, wenn sowohl die Bauern ihre Arbeit so wie bisher ernst nehmen, als auch die vielen Besucher und Konsumenten sich ihrer Verantwortung wieder vermehrt bewusst werden“, so Johann Feßl.

Das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) hat im Internet die Unterlagen für das richtige Verhalten auf Almen und Weiden für alle zur Verfügung gestellt. Diese sind unter www.sichere-almen.at zu finden.


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