Grundbesitzer appellieren: Beim Wandern und Biken auf den Wegen bleiben und den Müll nicht liegen lassen

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Susanne Winter, MA Susanne Winter, MA, Tips Redaktion, 07.07.2020 12:15 Uhr

BEZIRK KIRCHDORF. Immer mehr Menschen verbringen ihre Freizeit gerne in der Natur. Wandern und Mountainbiken werden immer beliebter – leider oft auch abseits der Wege. Dass auf die Eigentumsrechte wenig geachtet wird, stört die Grundbesitzer – vor allem wenn sie Müll und Hundekot auf ihren Wiesen finden.

Laut dem oberösterreichischen Alm- und Kulturflächengesetz dürfen Wiesen, Weiden und Äcker während des Futteraufwuchses beziehungsweise bebaute und zum Anbau vorbereitete Äcker nicht betreten werden. Das wissen viele Wanderer und Radfahrer nicht. Sie denken sich nichts dabei, wenn sie über Wiesen und Weiden gehen oder mit dem Mountainbike fahren. „Doch für die Bauern führt dies zu Einbußen in der Futtermenge- und qualität,“ erläutert Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger.

Wenig Verständnis für die Landwirtschaft

„Leider herrscht oft wenig Verständnis für die Landwirtschaft“, weiß auch Bezirksbauernkammer-Obmann Andreas Ehrenhuber. Der Landwirt aus Oberschlierbach berichtet, dass seit Beginn der Corona-Krise die Naturraum-Nutzung im Bezirk Kirchdorf massiv zunehme. „Viele Leute halten sich nicht an Regeln. Sie betreten Felder, die zur Ernte anstehen, lassen ihre Hunde frei laufen oder picknicken im langen Gras – im Futter für unsere Tiere, das möglichst sauber und schadfrei sein sollte,“ betont Ehrenhuber.

Gefahr für Tiere: Hundekot und Müll

Hundekot ist für Wiederkäuer-Mägen, also für Kühe und Schafe, sehr gefährlich. Bakterien im Hundekot sind die häufigste Ursache für Abortus bei Rindern. Ein „Sackerl fürs Gackerl“ ist daher auch am Land Pflicht. Auch Müll stellt eine Gefahr für Nutz- und Wildtiere dar. Immer wieder verenden Tiere qualvoll durch Blechdosen oder Plastikreste im Heu. „Im Mähwerk zersplittern die Dosen. Wenn die Kuh diese frisst, stirbt sie oder muss notgeschlachtet werden“, erklärt Ehrenhuber.

Mountainbiken im Wald

Im Forstgesetz ist ein allgemeines Betretungsrecht des Waldes für Erholungszwecke verankert. Allerdings bezieht sich das nur auf das Gehen. Radfahren, Mountainbiken und Reiten sind ausgenommen. „In vielen Fällen ist von einer rechtswidrigen Nutzung oder einer Besitzstörung auszugehen. Zum Teil betrifft es auch verwaltungsstrafrechtliche Tatbestände“, berichtet Max Hiegelsberger.

Routenführung mittels App geteilt

Ein neues Problem sind Apps, die Mountainbiker und Wanderer für ihre Routenführung verwenden. Sie können ihre Routen hochladen und mit anderen teilen – egal ob die Wege ausgewiesen sind oder nicht. Für weitere Nutzer ist folglich nicht ersichtlich, ob der gewählte Weg zugelassen ist.

Neue Infotafel vorgestellt

Der OÖ. Bauernbund setzt nun mit der neuen Infotafel „Bitte nicht betreten oder befahren“ auf die Bewusstseinsbildung. „Das soll keine Weg-Sperren nach sich ziehen, sondern genau in den Fällen, in denen eigentlich gar keine Wege vorhanden sind, für unsere Mitglieder eine Unterstützung sein, um zu informieren“, erklärt Hiegelsberger.

Appell an die Vernunft der Naturraum-Nutzer

„Natürlich verstehe ich, dass die Leute in die Natur wollen und wir möchten den Konflikt auch vermeiden, aber es kann nur miteinander gehen,“ sagt Andreas Ehrenhuber, der an die Vernunft und Eigenverantwortung der Naturraum-Nutzer appelliert.

Schon gewusst?

Landwirtschaftliche Grundstücke dürfen nur mit Zustimmung des Eigentümers beziehungsweise des Bewirtschafters betreten werden.

Im Wald sind Radfahren und Reiten ohne Zustimmung des Eigentümers nicht erlaubt, das Betreten ist mit Ausnahmen generell erlaubt.

Bei Wiesen und Feldern ist eine Zustimmung des Eigentümers für das Betreten erforderlich.

Das Aneignen von Früchten ohne Zustimmung ist nicht erlaubt.

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