Rotbraune Sackspinne erstmals beim Krabbeln in Molln entdeckt

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Die Rotbraune Sackspinne (Foto: Walter P. Pfliegler/ naturephoto-walter.blogspot.com)
Sophie Kepplinger Sophie Kepplinger, Tips Redaktion, 29.01.2021 12:14 Uhr

MOLLN. Ein Fund in Molln lässt besonders aufhorchen. Die Rotbraune Sackspinne (Clubiona saxatilis) wurde das erste Mal in Oberösterreich nachgewiesen.

Die krabbelnden, kriechenden und hüpfenden Tierchen sind nicht bei jedem beliebt, aber nützlich sind sie. Deshalb hat Blühendes Österreich 2020 gemeinsam mit dem Ökoteam, der ARGE Schrefler-Komposch aus Graz und motivierten Bewirtschafter zum zweiten Mal ein zoologisches und botanisches Monitoring durchgeführt, deren Ergebnisse nun vorliegen.  „Dass von uns betreute Flächen durch Blühendes Österreich im Rahmen des Monitorings untersucht werden, ist für unsere Initiative eine große Bereicherung. Die wissenschaftliche Begleitung bietet für unsere weiteren Projekte und deren Planung wichtige Grundlagen und Anhaltspunkte“, freut sich Christian Hatzenbichler, Obmann des Vereins Bergwiesn in Molln. Neben dem Nachweis von Populationen etlicher hochgradig gefährdeter Arten gelangen zwei Erstnachweise: Die Spinne „Clubiona saxatilis“ wurde erstmals in Molln, die extrem seltene Pappel Weichwanze das erste Mal in der Steiermark nachgewiesen.

Auswirkungen der Bewirtschaftung auf die Biodiversität untersucht

Die Inventur der vorhandenen Biodiversität fand auf denselben elf landwirtschaftlichen Flächen in Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark statt, wie bereits im Jahr 2018: eine Intensiv-Obstplantage und zehn unterschiedliche Offenlandflächen und Biotoptypen. Ziel der Wiederholungsstudie ist es aufzuzeigen, wie sich die Art der Bewirtschaftung auf die Biodiversität der jeweiligen Fläche auswirkt. Auf gesunden, extensiv bewirtschafteten Nutzflächen leben etliche anspruchsvolle und daher seltene Arten, wie etwa der Schwarzhaar-Troll, eine Wanzen-Art, die Kurzflügelige Schwertschrecke oder die Königskerzen-Blattzikade. Im Gegensatz dazu nehmen Monokulturen den Tieren ihren Lebensraum und weisen eine sehr geringe Artenvielfalt auf.

Zikaden, Wanzen, Heuschrecken und Spinnen

„Im Rahmen des zoologischen Monitorings wurden alle Flächen anhand der Indikatorgruppen Zikaden, Wanzen, Heuschrecken und Spinnen naturschutzfachlich bewertet und dieser Wert mit jenem aus 2018 verglichen. Die Ergebnisse belegen einen durchwegs positiven Trend und eine Stabilisierung bzw. Erhöhung der Artenvielfalt“, erklärt Thomas Frieß vom Ökoteam, Institut für Tierökologie und Naturraumplanung in Graz. „In neu angelegten, blumenreichen Wiesen auf ehemaligen Ackerböden wimmelte es nach kurzer Zeit an lebendiger Vielfalt. Die Naturschutz-Bemühungen zahlen sich aus! Die Flächen entwickeln sich positiv und sind Lebensraum unzähliger Kleintiere.“

Insektensterben: Warum eine quirlige Vielfalt wichtig ist

Insekten dienen als Bioindikatoren, die anzeigen, wie gesund und vital Lebensräume sind. Sie fressen Organismen und stellen ihrerseits die Nahrungsketten für weitere Arten sicher. Eine Vielfalt an Zikaden, Wanzen, Heuschrecken und Spinnen ist die Basis dafür, dass der Kreislauf eines Ökosystems funktioniert. Dieses wiederum ist ein äußerst wichtiges Reservoir für unsere Bienen und Schmetterlinge, die durch Bestäubung eine gesunde Lebensmittelproduktion aufrechterhalten. „Ein Monitoring dieser Art gibt es in Österreich nur sehr selten. Umso wichtiger sind die Ergebnisse nicht nur für die Biodiversitätsforschung, sondern auch für den Insektenschutz und den Erhalt der heimischen Artenvielfalt“, stellt Dagmar Schratter, Vorstand von Blühendes Österreich und ehemalige Direktorin des Tiergartens Schönbrunn, fest.

 

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