Tierparadies Schabenreith ersucht darum, Streunerkatzen zu melden

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„Zack Zack“ wurde als Babykater an einer stark befahrenen Kreuzung in Kirchdorf ausgesetzt, da man sich seiner entledigen wollte. (Foto: Tierparadies Schabenreith | Hofner)
Sophie Kepplinger Sophie Kepplinger, Tips Redaktion, 20.05.2021 13:33 Uhr

STEINBACH AM ZIEHBERG. Das Ehepaar Hofner-Foltin vom Tierparadies Schabenreith in Steinbach am Ziehberg engagiert sich seit Jahrzehnten für die Kastration von Streunerkatzen, ehrenamtlich und auf eigene Kosten.

In über 30 Jahren hat das Ehepaar Hofner-Foltin schon viel erlebt und gesehen: Katzenbabys wurden ihnen in einem Plastiksack ans Hoftor gehängt oder wenige Tage alt im Karton im Regen ausgesetzt und sich selbst überlassen. Jedes Jahr kommen aufgrund unkontrollierter Vermehrung unzählige Katzenbabys zur Welt. Das Schicksal des Nachwuchses unkastrierter Bauernhof- und Freigängerkatzen endet oftmals tragisch. Dabei könne, so das Ehepaar vom Tierparadies Schabenreith, die Tötung von Jungtieren durch Ertränken und Erschlagen, Verwahrlosung, Inzucht und Ausbreitung von Krankheiten durch die Kastration vorgebeugt und verhindert werden. „Die Kastration von Katzen und Katern ist eine Investition in ihre Gesundheit“, sind sich die beiden sicher.

Kastrationspflicht für alle Katzen und Kater gefordert

Seit 2005 gibt es in Österreich die gesetzliche Kastrationspflicht für Katzen, ausgenommen davon sind Zuchtkatzen, auch jene mit Freigang. „Somit ist es jedem Landwirt möglich, mit Freigängerkatzen eine 'Zucht' anzumelden, behördliche Kontrollen gibt es keine“, sagen die Tierretter. Seit 2017 müssen „Zuchtkatzen“ gechipt und in der Heimtierdatenbank registriert werden, aber auch hier sind keine Kontrollen vorgesehen. Daher spricht sich das das Tierparadies Schabenreith für eine konsequente Kastrationspflicht für alle Katzen und Kater aus sowie für ein umgehendes Verbot der Zucht mit Freigängerkatzen. Eine „Zucht“ mit Katzen im Freigang ist unmöglich, denn die Katzen verpaaren sich mit beliebigen, oft kranken Steunerkatern. Harald Hofner appelliert: „Bitte melden Sie Streunerkatzen sofort und lassen Sie das Problem nicht anstehen, denn die Vermehrung und Bildung neuer Streunerpopulationen schreiten rasant voran. Ein Katzenpaar kann pro Jahr zwei Mal Nachwuchs bekommen. Wenn jeweils drei davon überleben und sich wieder vermehren, sind wir bereits nach drei Jahren bei etwa 128 Katzen.“ Vereine wie das Tierparadies Schabenreith bemühen sich durch Einfangen und Kastrieren von Streunerkatzen das Problem auf eigene Kosten einzudämmen und haben dabei mit großer finanzieller Belastung zu kämpfen.

Zustimmungserklärung zur Verhinderung von Katzenleid

Von einem Zusammenschluss an Vereinen wurden zwei Petitionen ins Leben gerufen für eine Verschärfung der Kastrationspflicht und für die Aufhebung der Zucht mit Freigängerkatzen, die nun eingereicht sind. Gefordert wird die Anpassung der derzeitigen ungenau formulierten gesetzlichen Grundlagen: Verpflichtende Kastration für alle Katzen beiderlei Geschlechts und unabhängig von der Haltungsform (mit Ausnahme der kontrollierten Zucht), Definition der „Zucht“ als gezielte Verpaarung, die einen Sachkundenachweis voraussetzt und einer Bewilligungspflicht sowie der regelmäßigen behördlichen Kontrolle unterliegt, Festlegung des Kastrationsalters mit Tätowierungs- und Kennzeichnungspflicht mittels Microchips und Registrierung sowie Meldepflicht von verwilderten Hauskatzen an die Bezirkshauptmannschaften, damit gezielte Fangaktionen in die Wege geleitet werden können. Die Petition mit 44.737 Unterschriften wurde von der Nationalratsabgeordneten und Tierschutzsprecherin der Grünen Faika El-Nagashi zur parlamentarischen Behandlung im Petitionsausschuss eingebracht. Bis zum 10. Juni 2021 können alle österreichischen Staatsbürger ab 16 Jahren ihre Zustimmungserklärung dazu online abzugeben: https://www.parlament.gv.at

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