Dreibeiniges Rehkitz „Pü-Reh“ auf dem Weg der Besserung

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Sophie Kepplinger Sophie Kepplinger, Tips Redaktion, 09.06.2021 17:03 Uhr

STEINBACH AM ZIEHBERG. Ein Rehkitz mit nur drei Beinen breitete dem Tierparadies Schabenreith in Steinbach am Ziehberg große Sorgen, jetzt befindet es sich auf dem Weg der Besserung. Eine landwirtschaftliche Mähmaschine hatte das rechte Hinterbein zur Hälfte abgetrennt und auch die Wirbelsäule verletzt. Das angemähte Rehkitz wurde zunächst auf den Namen „Angelo“ getauft, entpuppte sich jedoch als Rehmädchen und bekam kurzerhand den Namen „Pü-Reh“. 

Die ersten Nächte waren laut den Sprechern des Tierparadieses Schabenreith nervenaufreibend, da Pü-Reh das Flascherl verweigerte und nicht trinken wollte. Ob das drei bis vier Wochen alte Jungtier die Amputation des verletzten Hinterbeines und vor allem die Narkose überstehen würde war anfangs unsicher, doch das Tierparadies Schabenreith wollte es versuchen. Doris Hofner-Foltin berichtet: „Pü-Reh zeigte einen großen Lebenswillen und war in einer sehr guten Verfassung, so dass wir beschlossen, die Operation zu wagen und ihr eine Chance zu geben.“ Der Eingriff wurde durch Tierärztin Kimberger-Dorninger vorgenommen und Pü-Reh erwachte ohne Zwischenfälle aus der Narkose.

Felder vor dem Mähen absuchen

Der zwei Tage später folgende Verbandswechsel zeigte, dass die Wundheilung bestens verlief. Das Team im Tierparadies setzt jetzt alles daran, dass das Rehmädchen mit drei Beinchen gut gehen lernt. Es wird nicht ausgewildert, sondern ihr Leben mit Artgenossen in einem gesicherten Waldstück des Tierheimes verbringen. Um Rehkitze vor Verletzungen und Tod zu schützen, appelliert das Tierparadies dringend, die Felder vor dem Mähen abzusuchen oder Kitze mittels Drohnen mit Wärmebild- bzw. Infrarotkameras aufzuspüren. Familie Hofner-Foltin ist diesbezüglich gerne behilflich.

Feldhasenbaby gefunden

Ein Feldhasenbaby ist der jüngste Notfall im Tierparadies. Es wurde bei Bauarbeiten ausgebaggert und wiegt nur 70 Gramm. Die Finder gaben ihm aus Ermangelung an Alternativen menschliche Muttermilch mit Fencheltee zu trinken, was ihm scheinbar nicht schadete. Das Tierparadies Schabenreith weist wiederholt darauf hin, dass unter keinen Umständen Kuhmilch gefüttert werden darf. Der Winzling wurde „Bacchus“ getauft und soll, nachdem er aufgepäppelt und groß genug ist, ausgewildert werden.

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