Jugendliches Engagement bei „72 Stunden ohne Kompromiss“ in Kirchdorf

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Susanne Winter, MA Susanne Winter, MA, Tips Redaktion, 18.10.2021 12:32 Uhr

KIRCHDORF AN DER KREMS. Bei Österreichs größter Jugendsozialaktion „72 Stunden ohne Kompromiss“, einem Projekt der Katholischen Jugend (KJ), waren von 13. bis 16. Oktober auch Jugendliche im Bezirk Kirchdorf im Einsatz. Unter dem Motto „Wir mischen mit“ organisierten sie eine Radiosendung.

Insgesamt 550 Jugendliche im Alter von 14 bis 25 Jahren folgten dem heurigen Motto „Wir mischen mit!“ und engagierten sich von 13. bis 16. Oktober in 41 sozialen Projekten in Oberösterreich: Sie malten, reparierten, gestalteten, unterstützten oder schenkten einfach Zeit – und das 72 Stunden lang. Über den Einsatz der Jugendlichen konnten sich unter anderem Bewohner von Seniorenheimen, Menschen mit Beeinträchtigung, Besucher von Jugendzentren oder Kindergartenkinder freuen.

Gedenken im Radio

Warum sollen sich junge Menschen überhaupt noch mit den Gräueltaten des Nationalsozialismus auseinandersetzen? Wieso heute noch an eine Zeit denken, mit der man selbst nichts zu tun hat? Schließlich weiß doch jeder, dass sich die unmenschlichen Verbrechen des Nationalsozialismus nicht wiederholen dürfen. Viele denken: „Uns passiert so etwas nicht noch einmal. Schließlich leben wir in einer völlig anderen Zeit und Lebenswelt.“ Genau bei diesem wichtigen Thema setzt das Projekt der Pfarre Kirchdorf an, die sich gemeinsam mit der KJ Region Kremstal seit Jahren für die Gedenkarbeit in der Region und ganz konkret für das Gedenken an die Zwangsarbeiter und die Opfer, die im „Fremdvölkischen Kinderheim“ in Spital am Pyhrn untergebracht waren, widmet.

Herausfordernde Aufgabe für Schüler

Herauszufinden „Warum es wichtig ist, Gedenkarbeit zu leisten“ und „Wie sich Jugendliche vom Gedenken angesprochen fühlen können“ war von Anfang an eine herausfordernde Aufgabe für die zwölf Mädels und acht Burschen der Klasse 7b des BRG Hamerling in Linz. Am Ende des Projekts sollte ihre Auseinandersetzung und die Antworten, die sie gefunden haben, auf vielfältige Weise medial umgesetzt werden.

Wissen angeeignet

Am Anfang des Gedenkens steht Wissen. Wissen darum, was passiert ist, Wissen um menschliche Schicksale und das Wissen um die Lebensrealitäten der Menschen vor Ort. Zu diesem Zweck besuchte Martin Hagmayr vom Museum Arbeitswelt in Steyr das Projekt, um über die Zwangsarbeiter in den Jahren 1943 bis 1945 in Österreich zu informieren. In einem weiteren Workshop erzählte Maria Prieler-Woldan die Geschichte der Kinder, die in den Fremdvölkischen Kinderheimen der Region untergebracht waren.

Gegen das Vergessen

„Ich finde das Projekt sehr gut, weil wir viel über die Geschichte der Kinderheime im Nationalsozialismus erfahren. Es sind Informationen, die uns helfen zu verstehen, wie es den Säuglingen und den Menschen generell im Nationalsozialismus ergangen ist“, fasste die 16-jährige Sila den ersten Tag im Projekt zusammen. Auch Martin Breitenfellner teilte diesen Eindruck: „Das Projekt gefällt mir persönlich sehr gut. Auf uns wird eingegangen, Infos dargelegt und ich denke, wir können etwas bewirken und auch in der Region mehr Bewusstsein schaffen, um die Leute nicht vergessen zu lassen, was hier passiert ist.“

Radiosendung produziert

Am zweiten Tag gingen die Jugendlichen motiviert ans Werk. Am Plan standen die Aufnahmen verschiedener Podcastfolgen und einer Radiosendung, das Erstellen einer Instagram Story und zuletzt wurde ein Zeitungsartikel geschrieben. Unterstützung bekamen die Gymnasiasten dabei vom Freien Radio B138. Für Doris Kastner, Regionskoordinatorin der Katholischen Jugend in der Region Kremstal, steht fest, dass dieses Projekt ein voller Erfolg war. Sie hatte immer wieder Berührungspunkte zur Gedenkarbeit. Die Geschichte der Zwangsarbeit in der Region war allerdings auch für sie neu. „Mir war es ein großes Anliegen, den Jugendlichen des Projekts zu erklären, was hier passiert ist und ein Bewusstsein zu schaffen, was in der Gesellschaft heute los ist und wie gesellschaftliche Entwicklungen heute erkannt und gedeutet werden können.“

Die Radiosendung der Projektgruppe ist unter https://www.radiob138.at/index.php/hoeren/livestream abrufbar.

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