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MOLLN. Ganz schön versteckt, aber dafür von der Naturpracht verwöhnt, liegt das gemütliche Blockhaus, das David Priller als Wirkungsstätte für sein Unternehmen „Mein Honig“ dient. Im entlegensten Winkel der Mollner Sonnseite entstehen Köstlichkeiten.

David Priller und seine Bienen
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Die eigentlichen Produktionsstätten sind ganz wo anders, nämlich draußen in der wunderschönen Landschaft des Nationalparks Kalkalpen, weitab vom Verkehr im naturbelassenen Grünraum. Hier schlürfen die Bienen den Nektar aus den üppig blühenden Bergwiesen, Almweiden, Mischwäldern und Streuobstwiesen. 120 Völker pflegt der engagierte Imker gegenwärtig. Sein Ziel sind 150, mehr kann und will er zurzeit nicht betreuen, denn der Naturschützer ist durch und durch davon überzeugt, dass Qualität statt Quantität zählt.

Hoher eigener Anspruch

Alles scheint hier lautlos und im Hintergrund zu geschehen, beim genaueren Hinsehen bemerkt man allerdings die Akribie und die Passion, mit der David Priller seinem Beruf nachgeht. „Am liebsten besuche ich meine Bienen, so wie ich bin, die Imker- Schutzkleidung brauche ich selten.“ Stechen ihn seine Bienen nicht? „Bienen merken Stress und Unsicherheit und reagieren auf ausgeschüttete Pheromone. Die Art und Weise, wie ich mich meinen Bienen annähere, ist entscheidend“, erklärt der Imker überzeugt. Bei Routinearbeiten verzichtet er auf Imker-Hut und Handschuhe und verlässt sich auf die taktilen Fähigkeiten seiner Hände. „Ohne Handschuhe kann ich sensibler agieren, ich verletze keine Biene und kann meine Eingriffe in das sensible Ökosystem des Stockes stressfrei für meine Insekten durchführen“, erklärt er.

Lediglich bei der Honigernte oder bei Gewitterneigung wird die herkömmliche Schutzkleidung angelegt. Für den perfekten Lebensraum seiner Bienen scheut der engagierte Imker auch sonst keine Anstrengungen. Was scheinbar mühelos aussieht, hat mit großartigem Handwerk und viel Gespür zu tun. Er baut seine unbehandelten Holzkästen, im Fachjargon „Beute“, für die Bienen selber, schlägert dafür das Holz aus dem eigenen Wald und legt Wert auf Nachhaltigkeit. „So bin ich sicher, dass alles biologisch ist und nichts meine Kreislaufwirtschaft stört.“

Gepresster Honig

Er betreut seit seiner Kindheit Bienenvölker und hat bereits mit zwölf Jahren aus vererbten Bienenstöcken seinen ersten Honig geerntet. „Ich war einer der jüngsten Imker überhaupt“, berichtet er. Enthusiastisch hat sich David Priller auf den Weg gemacht, um andere Formen der Honigerzeugung kennenzulernen. Seine Reise führte ihn nach Brasilien zu den Rikbaktsa-Indianern. Von ihnen lernte er von Hand gepressten Honig kennen und lieben. Davon angetan wollte er diesen Honig auch in Österreich erzeugen. Gepresster Honig ist aufwändige Handarbeit, die mit großer Vorsicht passieren muss. Im Kontrast zu geschleudertem Honig wird mit Hilfe einer pneumatischen Presse der Honig durch das Bienenwachs gepresst und nimmt dabei die wertvollen Bestandteile von Wabe und Propolis auf. Die Inhaltsstoffe im Honig sind dadurch noch reichhaltiger. Der gepresste Honig ist hocharomatisch und schmeckt zart wie Konfekt. David Priller versteht mit diesem Produkt die Sinne anzusprechen.

Bergsteiger Bienen

Bei einem anderen geschmacksträchtigen Projekt war zu Beginn eine spannende Frage im Vordergrund. Der Imker überlegte, wie hoch seine Bienen eigentlich fliegen und stellte seine Bienenstöcke auf einem hochgelegenen, völlig unberührten Standplatz auf mit dem Ergebnis, dass es seine Bienen bis auf gut zweitausend Meter schaffen und so den Nektar für den begehrten Alpenrosen- und Hochgebirgshonig liefern. Umtriebig wie der Vollblut-Imker ist, gibt es viele innovative Produkte und sein Honig hat es zu Recht in die Gourmettempel Wiens geschafft. Das Sortiment ist vielfältig und reicht von den verschiedensten Honigen über Kauwachs, Kerzen, Kosmetikprodukte, Met, Honig-Vodka bis zum Superfood „Turbohonig“, selbstverständlich alles in Bio-Qualität. Gläserweise ist der Honig im online-shop, auf Märkten und in ausgewählten Läden erhältlich. „Zwei Tonnen wurden letztes Jahr geerntet“, gibt sich der Imker zufrieden. Künftiges Ziel ist eine weitere Diversifizierung des Sortiments mit delikatem Kräuterhonig. Kunden können auch eine Bienenpatenschaft erwerben und damit Teil der Philosophie werden. Abgesehen von den tausenden Bienen besteht das Team rund um David Priller aus seiner Lebensgefährtin sowie zwei Freunden, die hier mit Herzblut und Enthusiasmus für das gleiche Ziel arbeiten, nämlich hervorragenden Honig aus der Vielfalt der Natur zu erzeugen.


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