Countertenor Alois Mühlbacher ist Musiker mit Leib und Seele

Sophie Kepplinger Tips Redaktion Sophie Kepplinger, 30.11.2022 19:05 Uhr

HINTERSTODER. Alois Mühlbacher zählt zu den erfolgreichsten Countertenören Österreichs. Wie viel Stodertaler Heimat heute noch in seinen Werken steckt, verriet der Hinterstoderer im Gespräch mit Tips.

Tips: Warum sind Sie Musiker geworden?

Alois Mühlbacher: Schon bald nach meinem Eintritt in den Chor war klar, dass das Singen meine große Leidenschaft ist. Ich konnte mich durch die Musik und mit meiner Stimme plötzlich so ausdrücken, wie es mir zuvor nicht möglich war. Seither steht das Singen im Zentrum meines Lebens. Ich glaube, ein Berufsmusiker darf sich diese Frage nicht stellen, warum er Musiker wurde. Man ist Musiker mit Leib und Seele und kann gar nicht anders, ansonsten hält man diesen Beruf gar nicht aus.

Tips: Pure Leidenschaft oder harte Arbeit: Was hat Sie zu dem erfolgreichen Countertenor gemacht, der Sie heute sind?

Mühlbacher: Die Leidenschaft und die Freude und Liebe zur Musik sind die Basis, aber dann kommen noch viele Dinge hinzu. Man braucht Ausdauer und Energie im Übermaß, ein ideales Umfeld, gute Lehrer und eine Familie, die einen unterstützt. In meinem Fall sind das viele glückliche Zufälle, die sich immer wieder im Laufe der Zeit ergeben haben. Selbst ist man nur ein kleiner Teil seines eigenen Erfolges, aber natürlich stecken viel Arbeit, Fleiß und Disziplin dahinter.

Tips: Was verbindet Sie heute noch mit Ihrer Heimat Hinterstoder?

Mühlbacher: Hinterstoder ist meine Heimat, der Ort, an dem ich mich zuhause fühle. Meine Familie lebt in Hinterstoder und auch ich habe eine Wohnung im Haus meiner Eltern. Mit der Landschaft und den Menschen dort verbinde ich meine Kindheit. Ich kann mich super entspannen und komme so oft es möglich ist nach Hause, manchmal nur für wenige Stunden.

Tips: Wie viel „Hinterstoder“ steckt in Ihren Werken?

Mühlbacher: Hinterstoder kann sicherlich auch Inspiration sein. Von meinem Wohnzimmer aus sehe ich direkt auf die Spitzmauer. Manchmal schaue ich minutenlang die Berge an und werde ganz ehrfürchtig vor dieser Kulisse. Beim Singen denkt man oft an Farben und Linien, an Strukturen und Stimmungen. Bei manchen Interpretationen sind da sicherlich auch schon die Berge und die Stimmungen von Hinterstoder vorgekommen.

Tips: Nach der erfolgreichen CD-Produktion veröffentlichten Sie kürzlich „Nisi Dominus“ von Antonio Vivaldi auf Vinyl. Was macht diese Vinyl-Platte besonders?

Mühlbacher: Die Aufnahme des „Nisi Dominus“ ist mir sehr ans Herz gewachsen. Wir haben die Aufnahme zwischen den Lockdowns produziert. Alle Konzerte waren ja damals abgesagt und so hatte ich trotzdem die Gelegenheit, mich künstlerisch auszudrücken. Jetzt haben wir die Aufnahme auch auf Vinyl veröffentlicht, um uns einen Wunsch zu erfüllen. Das Werk von Antonio Vivaldi gehört sicherlich zu den besten Stücken der Barockliteratur für Countertenor.

Tips: An welchen Projekten arbeiten Sie derzeit?

Mühlbacher: Derzeit ist der Terminkalender voll. Neben der Produktion von Händels Oper „Rinaldo“ am Linzer Musiktheater hatte ich gerade Konzerte und CD-Aufnahme mit Ars Antiqua Austria mit Kantaten von Antonio Bononcini. Im Dezember singe ich die Altsoli in Bachs h-Moll Messe im Musikverein Wien unter Martín Haselböck. Ab Jänner studiere ich an der Royal Academy of Music bei Michael Chance und pendle für Konzerte und Opernvorstellungen nach Österreich. Im neuen Jahr sind viele schöne Projekte und Konzerte im In- und Ausland geplant.

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