Jubiläumsstimmung in Kirchberg: Volksschule feiert 250 Jahre
KREMSMÜNSTER. Von 21. bis 23. Juni steigen die Feierlichkeiten zum 250. Geburtstag der Volksschule Kirchberg.

Was das Gemeinschafts- und Schulleben am Kirchberg ausmacht, zeigt sich auf beeindruckende Weise: Für das große Fest zum Anlass des 250-jährigen Bestehens der liebenswerten kleinen Volksschule bringen sich viele Menschen aus der unmittelbaren und weiteren Nachbarschaft ein. Wie etwa die ehemaligen Schulleiterinnen, die Nachbarn, engagierte Eltern, Musiker, ein pensionierter Bäckermeister und ein Historiker, der Pfarrgemeinderat sowie nicht zuletzt das Kollegium, mit fünf Lehrerinnen und Direktorin Susanne Windischbauer, und die derzeit 76 Schüler.
Volksschule befindet sich noch am selben Standort
Das Jahr 1774, das bei den Feierlichkeiten eine so große Rolle spielt, war tatsächlich ein besonderes: Joseph Priestley beschreibt erstmals das Element Sauerstoff, Goethe verfasst „Die Leiden des jungen Werthers“ und am 6. Dezember erlässt Maria Theresia die „Allgemeine Schulordnung für die deutschen Normal-, Haupt und Trivialschulen in sämtlichen Kayserlichen Königlichen Erbländern“. Damit ist der Grundstein für das Bildungssystem in Österreich gelegt, und das Datum des Erlasses gilt bis heute als Zeitpunkt der Einführung der allgemeinen Schulpflicht. Und als wollte man die Anordnung am Kremsmünsterer Kirchberg besonders schnell befolgen, wird 1774 auch die Volksschule Kirchberg eröffnet – an genau dem Standort, an dem sie sich heute noch befindet.
250 Jahre sind ein Zeitraum, der etwa zehn Generationen umspannt – für ein Kind im Volksschulalter kaum vorstellbar. Dennoch bemühen sich die Lehrerinnen an der Schule gerade, ihren Schülern ein Gefühl dafür zu geben, was in diesen 250 Jahren alles passiert ist und wie sich unsere Gesellschaft und im Speziellen die Schule in dieser Zeit entwickelt hat.
So bereitet die 3. Klasse einen 250 Meter langen Zeitstrahl vor. Auf der Straße vom Stift kommend, wird man als Gast bereits in die Geschichte eingeführt. Jeder Meter entspricht einem Jahr Geschichte. Alle zehn Jahre findet sich die passende Jahreszahl auf der Straße. Zu besonders wichtigen Ereignissen gibt es einen kurzen Text oder ein aussagekräftiges Bild.
Erinnerungen von Zeitzeugen gesammelt
Die 4. Klasse ist vor allem mit der Geschichte der vergangenen 100 Jahre befasst. Sie begibt sich gemeinsam mit dem Historiker Siegfried Kristöfl auf die Suche nach Zeitzeugen und sammelt in persönlichen Gesprächen Erinnerungsfragmente. Ein Filmteam aus Linz macht daraus eine Videoarbeit, die im Rahmen des Festes als Installation und Teil einer großen Ausstellung präsentiert wird.
Im Rahmen einer Projektwoche entstehen für diese Ausstellung in Kooperation mit der Malerin Margit Wimmer auch Monografien und Linoldrucke mit Kirchberg-Ansichten. Außerdem studiert jede Klasse auch einen Beitrag für den Festakt ein. Von Akrobatik über Tanz bis hin zu kleinen Theaterstücken ist alles mit dabei. Ein musikalisches Ensemble, zusammengesetzt aus Schülern, studiert unter der Leitung von Familie Parkfrieder einige Stücke ein.
Damit für jeden etwas dabei ist, wird am Samstag, 22. Juni, unter Aufsicht einiger sportbegeisterter Eltern am Spielplatz bei einem Familienfußballturnier ausgiebig gekickt, und im Pfarrhaus St. Stephan gibt es Kaffee und Kuchen. Abgerundet wird dieses ereignisreiche Wochenende durch einen Fest- und Dankgottesdienst am Sonntag, 23. Juni, um 9 Uhr in der Kirche.


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