Internationales Jahr der Bäuerinnen: So gestaltet Sabine Sieberer die Landwirtschaft im Bezirk Kirchdorf
BEZIRK KIRCHDORF. Die Vereinten Nationen haben 2026 zum Internationalen Jahr der Bäuerinnen erklärt, um die Rolle von Frauen in der Land- und Forstwirtschaft stärker sichtbar zu machen. Auch im Bezirk Kirchdorf engagieren sich viele Bäuerinnen täglich auf den Höfen und in den Gemeinden. Am 9. April steht zudem die Wahl der neuen Bezirksbäuerin an – die aktuelle Amtsinhaberin kandidiert erneut und berichtet im Interview mit Tips über Herausforderungen und Ziele.

Wenn Sabine Sieberer morgens in Steyrling in den Tag startet, beginnt alles ganz familiär: Kinder wecken, Frühstück vorbereiten und sie zum Bus bringen. Danach geht es zu den Tieren. Pferde versorgen, Stallarbeit erledigen, den Hof organisieren, kochen, später wieder die Tiere einstallen – der Tag einer Bäuerin ist abwechslungsreich und fordert Organisationstalent. „Die Arbeit mit den Tieren und in der Natur schätze ich besonders“, sagt die 45-Jährige. „Und auch, dass man sich seine Zeit selbst einteilen kann.“
Vom Technikberuf zur engagierten Bäuerin
Sabine Sieberer lebt mit ihrer Familie in Steyrling und hat ihr Hobby zum Beruf gemacht: Pferde und Reiten begleiten sie schon lange. Die gelernte Betriebselektrikerin hat außerdem an der Fachhochschule Automatisierungstechnik studiert und ist landwirtschaftliche Facharbeiterin. Neben ihrer Arbeit am Hof engagiert sie sich auch in der Gemeinde – als Mitglied des Gemeindevorstands – und seit 2020 als Bezirksbäuerin im Bezirk Kirchdorf. Seit 2021 ist sie zudem Landwirtschaftskammerrätin.
Für Sieberer ist das Internationale Jahr der Bäuerinnen ein wichtiges Signal. „Es zeigt auf, wie vielfältig die Aufgaben einer Bäuerin sind – jeden Tag und über das ganze Jahr hinweg. Vieles davon passiert im Hintergrund: organisieren, koordinieren und dafür sorgen, dass Familie und Betrieb gut funktionieren.“
36 Prozent der Betriebe in Österreich sind weiblich
Frauen spielen heute eine immer größere Rolle in der Landwirtschaft. „In Österreich werden bereits rund 36 Prozent der Betriebe von Frauen geführt“, erklärt Sie-berer. Gleichzeitig seien Bäuerinnen oft wichtige Vermittlerinnen zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft: „Wir erklären Konsumenten, wie unsere Lebensmittel entstehen und warum regionale Produkte so wichtig sind.“
Prägende Erinnerungen
Besonders in Erinnerung geblieben ist Sieberer der „Tag der Landwirtschaft“ an der Mittelschule Wartberg an der Krems. „Solche Veranstaltungen sind eine große Chance, Kindern zu zeigen, wie wichtig die heimische Landwirtschaft ist, und wo-rauf zu achten ist.“ Dieses Wissen weiterzugeben, sei ihr ein großes Anliegen.
Hofarbeit, Ehrenamt und Familienleben
Neben der Arbeit am Hof und ihrem Engagement als Bezirksbäuerin bleibt auch das Familienleben wichtig. „Das gelingt nur mit einem guten Zeitplan – und mit der Unterstützung der ganzen Familie“, sagt Sieberer. In ihrem Amt beschäftigt sie vor allem die Vielfalt der landwirtschaftlichen Betriebe im Bezirk. „Die Herausforderungen sind sehr unterschiedlich. Wichtig ist, gemeinsam Lösungen zu finden und die Familien bestmöglich zu unterstützen.“ Ein besonderes Augenmerk legt sie auch auf das Zusammenleben mehrerer Generationen am Hof und auf die Absicherung junger Bäuerinnen.
Bezirksbäuerinnenwahl in Kirchdorf steht an
Am 9. April wird im Bezirk Kirchdorf die Bezirksbäuerin neu gewählt – Sabine Sieberer stellt sich erneut der Wahl. Ihre Motivation ist klar: „Die Zusammenarbeit mit den Bäuerinnen im Bezirk ist mir sehr wichtig. Gemeinsam können wir Themen aufarbeiten, Veranstaltungen organisieren und zeigen, wie Landwirtschaft funktioniert.“ Gerade der Austausch untereinander spiele eine große Rolle. „Viele Herausforderungen lassen sich leichter bewältigen, wenn man darüber spricht. Die Vernetzung und der Rückhalt unter den Bäuerinnen sind enorm wertvoll.“
Ratschläge für Einsteigerinnen
Jungen Frauen, die überlegen, einen Betrieb zu übernehmen oder in der Landwirtschaft zu arbeiten, möchte sie Mut machen: „Es ist einer der schönsten Berufe überhaupt – im Einklang mit der Familie und der Natur. Mit Zuversicht, Mut und wirtschaftlichem Geschick kann man den eigenen Betrieb gut in die Zukunft führen.“
Wünsche für die Zukunft der Landwirtschaft im Bezirk
Auch für die Landwirtschaft im Bezirk Kirchdorf wünscht sie sich genau das: Zukunftsperspektiven. „Die Betriebe sollen sich so entwickeln können, wie es zu ihnen passt – mit Innovation und Vielfalt. Und vor allem hoffe ich, dass viele Höfe eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger finden. Denn jeder Betrieb ist über Generationen gewachsen – und es wäre schön, wenn diese Arbeit mit Freude weitergeführt wird.“
Lebensmotto und persönliche Motivation
Ganz persönlich hält sich Sabine Sieberer dabei an ihr Lebensmotto: „Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig gelacht.“ Und genau diese positive Haltung prägt auch ihr Engagement für die Bäuerinnen im Bezirk Kirchdorf.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden