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Viel zu viele Lebensmittel werden weggeworfen - Ein drittel im Müll
BEZIRK. Wir leben im Überfluss. Ein Blick in die Mülltonne bestätigt es. Rund 17 Prozent Lebensmittel laden pro Haushalt im Restmüll, und das teilweise unberührt. Wie es dazu kommt, und was wir dagegen machen können hat Tips nachrecherchiert.

In den letzten Wochen gedachten wir oft an Menschen, denen es nicht so gut geht wie uns. An jene, denen es nicht selbstverständlich ist, täglich Essen auf den Tisch zu bekommen. wegwerfen, das tut man nicht! Das ist die eine Seite. Die andere entdeckt man beim Blick in die Mülltonne: Beispielsweise hinterm nächsten Supermarkt und in den Containern vor ihrer eigenen Haustür. Es sind nicht nur Hühnerknochen und Kartoffelschalen, sondern teils einwandfreien Lebensmitteln, teilweise original verpackt. So landen in Österreich, laut einer Studie der BOKU Wien, pro Person und Jahr genießbare Lebensmittel im Wert von knapp 400 Euro im Abfall. Da wär ein Städtetrip schon drin. Hochgerechnet auf das gesamte Land sind das etwa 3,3 Milliarden Euro. Demnach werden laut UNO-Bericht 28 Prozent des gesamten weltweiten Ackerlandes genutzt, um Nahrung zu produzieren, die nie gegessen wird. Das belastet nicht nur unser Börserl, sondern auch unser Klima! Schönheitsfehler und Großpackungen Die Gründe dafür sind unterschiedlich: „Oft sind es Schimmelbildung und gesundheitliche Bedenken, mangelnde Gelegenheit Lebensmittel zu verbrauchen oder einfach kein Gusto mehr auf das kürzlich gekaufte Essen“, weiß Alexander Berth. Während seinem Studium für Umwelt hat er sich beim Land Steiermark mit dem Thema Abfallwirtschaft und Nachhaltigkeit intensiv beschäftigt. „Des Weiteren stellte die Analyse fest, dass der Anteil an originalen und angebrochenen Lebensmitteln im Restmüll in der Stadt im Mittel fast doppelt so hoch liegt, als in ländlichen Strukturen.“ Problem ist bekannt – Initiativen am Laufen Rudolf Anschober, Landesrat für Umwelt, Energie, Wasser und Konsumentenschutz, setzte heuer mit seiner Kochshow „Kochtopf statt Mistkübel“ quer durch Oberösterreich ein Zeichen gegen das wegwerfen genießbarer Lebensmittel. Zudem wagte als einziger Supermarkt in Österreich „Unimarkt“ im Mai den mutigen Schritt einer neuen Aktionspolitik. Seit dem Frühjahr verzichtet der Lebensmittelhändler im gesamten Sortiment auf Multipack-Aktionen: „1+1 gratis“ oder etwa „3+1 gratis“ sind Geschichte. Kunden erhalten bereits beim Kauf des ersten Aktionsprodukts einen Preisnachlass. Die Auswirkungen auf den Umsatz waren vor der Umstellung nur wenig kalkulierbar: „Wir sind überrascht, dass die Aktion so gut läuft, die Kunden reagieren sehr positiv darauf. Gerade Singles, und ältere Damen und Herren finden es gut, nicht nur bei Großpackungen zu sparen“, erklärt Marktleiter vom Unimarkt Kremsmünster. Spar, Penny, Billa und Co. spenden ihre „schlechten“ Lebensmittel an die Sozialmärkte im Bezirk. Regelmäßig holt sich Helga Lang mit dem Team vom Lebensmittelladen Kirchdorf, Obst, Gemüse und Milchprodukte von den Geschäften und unterstützt damit Einkommensschwache Familien, einkaufen leistbar zu machen. Rund 250 Menschen sind im Bezirk dankbar dafür. Resterechner Der Resterechner zeigt einprägsam auf eine visuelle Art und Weise, was durch das Wegwerfen von Lebensmitteln tatsächlich in der Tonne landet, einerseits finanziell, andererseits in verloren gegangener Ener gie.http://resterechner.de


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