Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

Leserartikel Daniela Schmierer, 03.01.2015 17:38

BEZIRK. Wir leben im Über­fluss. Ein Blick in die Müllton­ne bestätigt es. Rund 17 Prozent Lebensmittel laden pro Haus­halt im Restmüll, und das teil­weise unberührt. Wie es dazu kommt, und was wir dagegen machen können hat Tips nachrecherchiert.

Auch Mandarinen mit Markel schmecken gut. Foto: weihbold
Auch Mandarinen mit Markel schmecken gut. Foto: weihbold
 In den letzten Wochen gedach­ten wir oft an Menschen, denen es nicht so gut geht wie uns. An jene, denen es nicht selbstver­ständlich ist, täglich Essen auf den Tisch zu bekommen. weg­werfen, das tut man nicht! Das ist die eine Seite. Die andere entdeckt man beim Blick in die Mülltonne: Beispielsweise hin­term nächsten Supermarkt und in den Containern vor ihrer ei­genen Haustür. Es sind nicht nur Hühnerknochen und Kartoffel­schalen, sondern teils einwand­freien Lebensmitteln, teilweise original verpackt. So landen in Österreich, laut einer Studie der BOKU Wien, pro Person und Jahr genießbare Lebensmittel im Wert von knapp 400 Euro im Abfall. Da wär ein Städtet­rip schon drin. Hochgerechnet auf das gesamte Land sind das etwa 3,3 Milliarden Euro. Dem­nach werden laut UNO-Bericht 28 Prozent des gesamten welt­weiten Ackerlandes genutzt, um Nahrung zu produzieren, die nie gegessen wird. Das belastet nicht nur unser Bör­serl, sondern auch unser Klima!   Schönheitsfehler und Großpackungen Die Gründe dafür sind unter­schiedlich: „Oft sind es Schim­melbildung und gesundheitliche Bedenken, mangelnde Gelegen­heit Lebensmittel zu verbrauchen oder einfach kein Gusto mehr auf das kürzlich gekaufte Essen“, weiß Alexander Berth. Während seinem Studium für Umwelt hat er sich beim Land Steiermark mit dem Thema Abfallwirtschaft und Nachhaltigkeit intensiv beschäf­tigt. „Des Weiteren stellte die Analyse fest, dass der Anteil an originalen und angebrochenen Lebensmitteln im Restmüll in der Stadt im Mittel fast doppelt so hoch liegt, als in ländlichen Strukturen.“   Problem ist bekannt – Initiativen am Laufen Rudolf Anschober, Landesrat für Umwelt, Energie, Wasser und Konsumentenschutz, setz­te heuer mit seiner Kochshow „Kochtopf statt Mistkübel“ quer durch Oberösterreich ein Zeichen gegen das wegwerfen genießba­rer Lebensmittel. Zudem wagte als einziger Supermarkt in Ös­terreich „Unimarkt“ im Mai den mutigen Schritt einer neuen Aktionspolitik. Seit dem Früh­jahr verzichtet der Lebensmittel­händler im gesamten Sortiment auf Multipack-Aktionen: „1+1 gratis“ oder etwa „3+1 gratis“ sind Geschichte. Kunden erhal­ten bereits beim Kauf des ersten Aktionsprodukts einen Preis­nachlass. Die Auswirkungen auf den Umsatz waren vor der Um­stellung nur wenig kalkulierbar: „Wir sind überrascht, dass die Aktion so gut läuft, die Kunden reagieren sehr positiv darauf. Ge­rade Singles, und ältere Damen und Herren finden es gut, nicht nur bei Großpackungen zu spa­ren“, erklärt Marktleiter vom Unimarkt Kremsmünster. Spar, Penny, Billa und Co. spen­den ihre „schlechten“ Lebensmit­tel an die Sozialmärkte im Be­zirk. Regelmäßig holt sich Helga Lang mit dem Team vom Lebens­mittelladen Kirchdorf, Obst, Ge­müse und Milchprodukte von den Geschäften und unterstützt damit Einkommensschwache Familien, einkaufen leistbar zu machen. Rund 250 Menschen sind im Be­zirk dankbar dafür.    Resterechner Der Resterechner zeigt einprägsam auf eine visuelle Art und Weise, was durch das Wegwerfen von Lebens­mitteln tatsächlich in der Tonne lan­det, einerseits finanziell, andererseits in verloren gegangener Ener gie.http://resterechner.de   

Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden