Wartberg als bienenfreundliche Gemeinde ausgezeichnet
WARTBERG AN DER KREMS. Auf den Wiesen in Wartberg nimmt das Summen wieder stetig zu: Die Gemeinde ist eine von 20 neuen „Bienenfreundlichen Gemeinden“ und von Umwelt-Landesrat Stefan Kaineder im Veranstaltungszentrum ALFA Steyrermühl ausgezeichnet worden.

Die „Bienenfreundlichen Gemeinden“ setzen sich aktiv für den Bienenschutz und die Artenvielfalt ein: Sie verzichten mit Unterstützung des Bodenbündnisses Oberösterreich auf Pflanzenschutzmittel auf öffentlichen Grünflächen, bepflanzen diese bienenfreundlich oder laden die Bevölkerung ein, auch ihre Hausgärten in kleine Oasen für Insekten zu verwandeln.
1.500 Quadratmeter mehrjährige Blumenwiesen
Die Wartberger Bauhofmitarbeiter haben rund 1.500 Quadratmeter mehrjährige Blumenwiesen angelegt. Weiters sind einige Verkehrsinseln mit circa 72 bienenfreundlichen Pflanzen neu gestaltet worden. Auch die Landwirtschaft hat mit 49.000 Quadratmetern oder 18 Kilometer Blühstreifen entlang der Straßen einen wesentlichen Beitrag zur bienenfreundlichen Gemeinde geleistet. Der Imkerverein, unter der Leitung des Obmannes Manfred Mayr, ist sehr bemüht, das Wissen über die Biene bei den angebotenen Vorträgen und Schulungen im Lehr- und Schaubienenhaus zu verbreiten. Im kommenden Jahr ist die Umsetzung eines Naschgartens „A Baumgarten zum Genießen“ mit der Landjugend geplant.
Vorbilder im Einsatz für mehr Vielfalt
Umwelt-Landesrat Stefan Kaineder (die Grünen): „Unsere Bienenfreundlichen Gemeinden sind Vorbilder im Einsatz für mehr Vielfalt, und beweisen, dass es auch ohne Umweltgifte geht. Sie zeigen als Vorreiterinnen auf, wie Bienen- und Umweltschutz im öffentlichen Raum funktioniert. Ein wichtiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit und dem Bewahren unserer Lebensgrundlagen für die nächsten Generationen.“
Vernetzungstreffen der Bienenfreundlichen Gemeinden
Noch vor der feierlichen Auszeichnung, fand das jährliche Vernetzungstreffen der Bienenfreundlichen Gemeinden mit dem Schwerpunkt „Grünräume richtig anlegen und pflegen leicht gemacht“ statt. Neben Erfahrungsberichten aus den Gemeinden konnten die Anwesenden beim Hauptvortrag von Markus Kumpfmüller erfahren, welche Bäume und Sträucher für Insekten besonders wertvoll sind, wie Blumenwiesen richtig angelegt werden und wo man das dafür nötige hochwertige Saatgut bekommt. Erstmals konnte das Vernetzungstreffen auch online mittels Live-Stream verfolgt werden. Am Youtube-Account des Klimabündnisses OÖ wird der Stream in den nächsten Tagen zum Nachschauen verfügbar sein.
Nicht auf Klima- und Bodenschutz vergessen
„Es gilt trotz der herausfordernden Corona-Pandemie nicht auf die anderen brennenden Zukunftsfragen, wie den Klima- und Bodenschutz aber auch den Verlust der Artenvielfalt zu vergessen. Daher freut es mich sehr, dass weitere 20 Gemeinden ihre Anstrengungen für mehr Vielfalt und Achtsamkeit für die Natur fortsetzen und wir sie in das Netzwerk der Bienenfreundlichen Gemeinden aufnehmen durften,“ sagt Gerlinde Larndorfer vom Bodenbündnis OÖ.
Das Bodenbündnis ist ein europäisches Netzwerk von Gemeinden, Städten und Institutionen, die sich für Bodenschutz und Artenvielfalt einsetzen. Allein in Oberösterreich bekennen sich bereits über 70 Gemeinden und 8 Institutionen zu den Zielen des Bodenbündnisses. Im Rahmen des Bodenbündnisses ist das Netzwerk der „Bienenfreundlichen Gemeinden“ mit rund 50 aktiven Gemeinden entstanden.


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