Das Micheldorfer Jugendzentrum geht „offline“
MICHELDORF IN OÖ. Das Smartphone ist aus dem Alltag vieler Jugendlicher kaum mehr wegzudenken. Häufig werden Apps wie TikTok, Snapchat, Instagram, WhatsApp und Co benutzt. Smartphones und die Anwendungen darauf sind oft bewusst so konzipiert, dass die Aufmerksamkeit darauf gelenkt wird. Das geschieht automatisiert und wird vom Unterbewusstsein gesteuert. Um den Jugendlichen diese Manipulation vor Augen zu führen, gibt es im ÖGJ-Jugendzentrum Micheldorf nun „Offline Tage“ und Handyfreie Zonen.

An den Offline Tagen werden die Smartphones bei der JUZ-Leiterin abgegeben. So werden die Jugendlichen auf sanfte Art dazu gezwungen, sich mit ihren Mitmenschen zu beschäftigen. Damit keine Langeweile aufkommt gibt es ein breites Angebot an analogen Unterhaltungsmöglichkeiten, wie etwa Brett- und Kartenspiele. In den Handyfreien Zonen sollen die Jugendlichen ihre Smartphones einfach in der Tasche lassen und sich stattdessen in der Gruppe unterhalten. Dazu ÖGJ-JUZ Leiterin Iris Poxleitner: „Für die Jugendlichen gehört die Smartphone Nutzung einfach dazu. Darum wollen wir bewusst einen Ausweg bieten. Das heißt, indem wir bewusst auf die Handynutzung aufmerksam machen, wird auch den Jugendlichen klar, wie sehr sie von diesem ,Kastl' abhängig sind. Dabei gilt natürlich, dass wir Aufklärung betreiben, statt einfach die Handynutzung zu verbieten. Indem wir uns mit den Jugendlichen beschäftigen, schaffen wir eine bewusste Alternative zur Smartphone Nutzung.“
Smartphone und Internet nicht verteufeln
„Internet und Smartphone gehören einfach zur Jugendlichen Lebenswelt dazu. Es bringt nichts, wenn man Soziale Medien einfach verteufelt. Wir vielmehr setzen hier auf Bewusstseinsbildung und klären die Jugendlichen über potenzielle Gefahren auf“, so Stefan Reichl, Vereinsleiter des OÖ Jugendcenter-Unterstützungsverein, der die 14 ÖGJ-Jugendzentren in Oberösterreich betreibt.


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