Diätologinnen machen den Fakten-Check rund um's Ei

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Susanne Winter, MA Susanne Winter, MA, Tips Redaktion, 29.03.2021 16:02 Uhr

KIRCHDORF AN DER KREMS. Egal ob zum traditionellem Spinat mit Kartoffeln am Gründonnerstag oder zum Eierpecken am Ostersonntag – Eier gehören zum Osterfest einfach dazu. Aber wie gesund beziehungsweise ungesund sind sie eigentlich? Die Diätologinnen aus dem Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Kirchdorf klären mit ihrem Faktencheck rund ums Ei auf.

Als heimisches, natürliches und unverarbeitetes Lebensmittel spielen Eier eine bedeutende Rolle in einer gesunden und ausgewogenen Ernährung. „Ein Ei liefert je nach Größe circa zehn Gramm Eiweiß und ist damit ein wichtiger Eiweißlieferant für unseren Körper. Zusätzlich enthalten Eier alle essentiellen Aminosäuren (Eiweißbausteine) und haben einen besonders hohen Gehalt an fettlöslichen Vitaminen A, D, E und K; Vitamin B12, Folsäure, Omeg­­­­a 3, Zink und Eisen“, weiß Diätologin Carina Bamminger. Die traditionelle Gründonnertags-Kombination aus Hühnerei und Kartoffeln (Verhältnis 1:2) mit Spinat hat durch den Ergänzungswert von pflanzlichem und tierischem Eiweiß einen besonders hohen Gehalt an essentiellen Aminosäuren und ist damit für die Diätologin eine gesunde fleischlose Mahlzeit, die auch gern außerhalb der Karwoche genossen werden darf.

Zuviel Cholesterin ist auf Dauer gesundheitsschädlich 

Cholesterin ist für den Menschen lebensnotwendig und erfüllt wichtige Aufgaben im Körper. Es dient zum Beispiel als Bestandteil von Zellwänden sowie zur Produktion von Hormonen und Enzymen. Zum Teil produziert der Körper das Cholesterin selbst, zum anderen Teil wird Cholesterin durch Nahrungsmittel (nur in tierischen Lebensmittel enthalten) zugeführt. Ein zu hoher Cholesterinspiegel (zu hohes LDL-Cholesterin) ist auf Dauer gesundheitsschädlich und stellt einen Risikofaktor für die Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen dar.

Positiven Effekte des Eis überwiegen den Cholesteringehalt

Lange Zeit galten Eier aufgrund ihres hohen Cholesteringehaltes (250 Milligramm pro Dotter) als Hauptursache für erhöhte Cholesterinwerte. Zahlreiche Studien haben dies jedoch widerlegt und bewiesen, dass bei einem ausgewogenen Konsum die positiven Effekte deutlich überwiegen. „Im Hinblick auf erhöhte Cholesterinwerte und zum Schutz des Herz-Kreislaufsystems ist eine Reduktion von gesättigten Fetten (vorwiegend in tierischen Lebensmitteln enthalten) dennoch sinnvoll. Reduziert werden sollte hier jedoch vor allem der Konsum von Wurstwaren, fettreichem Fleisch und Fertigprodukten oder Mehlspeisen mit verstecktem Fettgehalt“, weiß die Expertin.

Wie viele Eier sind gesund?

Osterei, Spiegelei, pochiertes Ei – die Genussmöglichkeiten sind vielfältig, aber wie viel darf denn nun geschlemmt werden? „Wer sich über das ganze Jahr gesund, pflanzenbetont und ausgewogen ernährt sowie regelmäßig körperlich aktiv ist, kann ohne Bedenken – auch abseits der Osterfeiertage - das ein oder andere Ei mehr verzehren. Der Richtwert, bis zu maximal ein Ei pro Tag, sollte dennoch nicht überschritten werden“, erklärt Carina Bamminger. Bei erhöhten Blutfettwerten oder anderen Stoffwechselerkrankungen, wie zum Beispiel Diabetes Mellitus, sei eine individuelle Ernährungsberatung zu empfehlen.

Eier aus Freilandhaltung haben einen höheren Nährstoffgehalt

Um der Umwelt, dem Tier und sich selbst etwas Gutes zu tun, soll beim Einkauf von Eiern unbedingt auf die Herkunft und die Tierhaltung geachtet werden. „So weisen Eier aus Freilandhaltung einen viel höheren Nährstoffgehalt, beispielsweise an Omega 3 Fettsäuren, auf“, rät die die Diätologin abschließend.

Haltungssystem und Herkunftskennzeichnung

Die im Handel erhältlichen Eier sind mit dem sogenannten Erzeugercode und dem Mindesthaltbarkeitsdatum gekennzeichnet, zum Beispiel 1-AT-1234567. Die Erste Zahl beschreibt das Haltungssystem und wird wie folgt gekennzeichnet: 0 = ökologische Erzeugung, 1 = Freilandhaltung, 2 = Bodenhaltung, 3 = Käfighaltung. AT steht für das Erzeugerland, nämlich Österreich und dann folgt die Betriebsnummer. In der österreichischen Eierdatenbank kann man mit dem Erzeugercode Name und Adresse des Herstellers in Erfahrung bringen.

Haltbarkeit von Eiern

Die Haltbarkeit von frischen Eiern wird im Handel mit maximal 28 Tagen ab dem Legedatum festgelegt. Wird dieses Datum überschritten, werden Eier nicht mehr in die Güteklasse A eingestuft.

Grundsätzlich sind Eier im Kühlschrank (mit unbeschädigter Schale) mindestens vier bis sechs Wochen haltbar. Doch auch wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) überschritten ist, kann ein Ei noch einwandfrei genießbar sein und sollte daher nicht im Biomüll landen. Die Eier über dem MHD sollte man dann aber jedenfalls ganz durcherhitzen.

Genusstauglichkeit mit Wassertest selbst testen

Ein einfacher Test, der ganz einfach zu Hause durchgeführt werden kann, gibt Auskunft darüber, ob das Ei noch bedenkenlos verzehrbar ist. Ein Glas mit Wasser füllen, das Ei hineingeben und wenn es zu Boden sinkt, es ist noch bedenkenlos genießbar. Steigt das Ei auf und schwimmt an der Oberfläche, ist es verdorben und sollte daher nicht mehr verzehrt werden. Der Hintergrund: Mit der Zeit verdunstet Wasser durch die Eierschale. Im Inneren des Eis bildet sich dann eine Luftblase. Je älter das Ei ist, desto größer ist die Luftblase. Ist die Luftblase bereits sehr groß und das Ei somit nicht mehr einwandfrei genießbar, steigt das Ei im Wasserglas auf und schwimmt an der Oberfläche.

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