Ersthelferin Martina Winkler rettete Wanderer das Leben

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Sophie Kepplinger Sophie Kepplinger, Tips Redaktion, 28.09.2021 12:12 Uhr

SPITAL AM PYHRN. Bei einer Wanderung brach Harald Nober (52) am Weg zur Gowilalm in Spital am Pyhrn plötzlich zusammen und atmete nicht mehr. Dank einer perfekten Rettungskette, einer beherzten Ersthelferin und dem Einsatz eines Defibrillators der Bergrettung konnte er gerettet werden.

Es war ein sonniger Tag als Harald Nober und seine Ehefrau Daniela aus Gallneukirchen die Bergschuhe schnürten und ihre Bergtour in der Pyhrn-Priel Region starteten. Mitten am Weg sackte Harald plötzlich zusammen. Seine Frau wählte sofort den Notruf und blieb bei ihm. Andere dazukommende Wanderer schauten, ob zufällig irgendwo ein Arzt in der Nähe ist, der helfen kann. „Ich sah Menschen auf mich zukommen. Sie wirkten aufgeregt und ich merkte, dass da was nicht stimmt“, schildert Martina Winkler die Situation, in der Haralds Leben an der Kippe stand. Die 46-Jährige war in diesem Moment auf einer Berghütte in der Nähe, um sie für ein Familienfest vorzubereiten. „Ich lief sofort mit ihnen den Berg hinauf und sah Harald in stabiler Seitenlage am Boden liegen.“ Ehefrau Daniela hielt seinen Kopf. Als Martina näherkam, erkannte sie: Harald atmete nicht mehr, sondern röchelte nur noch. Sofort begann sie, ihn wiederzubeleben. „Ich machte die Herzmassage und Ehefrau Daniela beatmete ihn so lange bis die Bergrettung eingetroffen war“, erzählt Winkler, die in Micheldorf lebt und als Krankenschwester arbeitet. „Jeder Mensch kann irgendwann in die Situation kommen, Erste Hilfe leisten zu müssen“, meint sie. „Das regelmäßige Auffrischen der eigenen Ersthelfer-Kenntnisse gibt dir in solchen Momenten ein Gefühl der Sicherheit.“

„Bin dankbar und demütig, am Leben sein zu dürfen“

Dass die Bergretter aus der Umgebung so schnell vor Ort waren, war ein glücklicher Zufall. Unweit der Gowilalm absolvierten die Teams aus Spital am Pyhrn, Windischgarsten, Vorder- und Hinterstoder an diesem Tag eine Übung. Sofort schnappten sie ihre Ausrüstung, fuhren mit dem Bergrettungsbus die Straße hinunter und liefen zur Unfallstelle. Mit einem Defibrillator holten sie Harald Nober ins Leben zurück. „Ich bin dankbar und demütig, noch am Leben sein zu dürfen. Jeder Tag ist ein Geschenk“, bedankt sich der Gerettete bei all seinen Rettern. „Wenn es mein Gesundheitszustand bald wieder erlaubt, werden meine Frau und ich auch einen Erste-Hilfe-Auffrischungskurs besuchen.“ Im Fall der Fälle richtig zu reagieren, kann Leben retten. Rund 80 Prozent der Unfälle passieren im eigenen Umfeld oder in der Freizeit. „Ein Erste-Hilfe-Kurs lohnt sich zu 100 Prozent“, sagt Bezirksstellenleiter Dieter Goppold. Ab 27. September starten flächendeckende Ersthelfer-Kurse an den Rotkreuz-Dienststellen.

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