tips.at als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen
Landes-Rechnungshof sieht dringenden Einsparungsbedarf für die Stadt Kirchdorf
KIRCHDORF/LINZ. Der Landesrechnungshof führte eine Initiativprüfung der Kirchdorfer Finanzsituation durch. Das Ergebnis: Kirchdorf habe „dringenden Sanierungsbedarf“.

Die Stadt Kirchdorf konnte 2014 mit einem ausgeglichenen Haushalt abschließen, allerdings war sie lange Jahre Abgangsgemeinde, wie der Rechnungshof feststellt. „Die Stadtgemeinde konnte die Fehlbeträge im ordentlichen Haushalt von rund 1,3 Millionen Euro im Jahr 2010 senken und 2014 ohne Haushaltsabgang abschließen. Ab 2015 ist allerdings wieder ein Abgang von mehr als 300.000 Euro zu erwarten“, heißt es in dem nun vorliegenden Bericht. Die Verbesserung des Haushaltsergebnisses sei „fast ausschließlich auf ein Plus bei Ertragsanteilen, Kommunalsteuer und Gebühren zurückzuführen.“ Eine Einschätzung, der Bürgermeister Wolfgang Veitz (SPÖ) widerspricht: „Wir haben sehr wohl auch Einsparungen getätigt, etwa bei den Personalkosten durch Optimierung der Abläufe oder mit den Globalbudgets für einzelne Dienststellen und sind mit unseren Investitionen sehr sorgsam umgegangen.“ Einsparungspotenzial 4,1 Millionen Euro an Bedarfszuweisungen waren seit 2008 dennoch zur Abgangsdeckung nötig. Der Rechnungshof fordert, dass diese Abgangsdeckung künftig nur mehr gegen „verbindliche Konsolidierungsvereinbarungen“ vom Land OÖ gewährt werden. Für Kirchdorf sieht er ein Einsparungspotenzial von jährlich bis zu 300.000 Euro. Freiwillige Förderungen müssten deutlich eingeschränkt werden. Dazu meint Bürgermeister Wolfgang Veitz: „Die Förderungen und freiwilligen Leistungen im Sport-, Freizeit- und Kulturbereich haben in erster Linie das Ziel, die Jugendarbeit unserer Vereine zu unterstützen, und sind auch durch die Zentralfunktion Kirchdorfs in der Region begründet. Diese wirken sich im Übrigen im Budget mit einem Prozent der Gesamtausgaben aus.“ Die Kritik an den Freizeiteinrichtungen in Kirchdorf, wie etwa Freibad oder Eislaufplatz, die alle defizitär seien, kann Bürgermeister Wolfgang Veitz nicht zur Gänze nachvollziehen. „Es gibt kaum eine Gemeinde, die bei ihrem Freibad ausgeglichen bilanzieren könnte. Wir achten darauf, bei diesen Einrichtungen so sorgsam wie möglich zu wirtschaften. Um hier ausgeglichen budgetieren zu können, müssten aber die Tarife extrem erhöht werden“, so Veitz.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden