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Leserartikel Jakob Weiermair, 15.04.2016 09:39

BEZIRK KIRCHDORF/OÖ. 15,2 Prozent der Beschäftigten im Bezirk Kirchdorf erhielten laut einer aktuellen Statistik im Jahr 2014 weniger als 1700 Euro brutto bei Vollzeitarbeit.

Die Arbeiterkammer fordert angesichts aktueller Zahlen auch zur Situation im Bezirk Kirchdorf einen Vollzeit-Mindestlohn. Foto: wodicka

1200 Frauen und 1100 Männer im Bezirk erhielten für ihre Vollzeittätigkeit im Jahr 2014 weniger als 1700 Euro brutto. Bei den Frauen macht der Anteil sogar 27,8 Prozent der Vollzeitbeschäftigen aus, während es bei den Männern rund zehn Prozent sind.

Brennpunkt

Zu diesem ernüchternden Befund kommt die Arbeiterkammer unter Bezug auf Daten der Statistik Austria. Der Bezirk Kirchdorf überschreitet demnach bei den Niedrigeinkommen den Landesschnitt bei den Frauen (26,9 Prozent Niedrigeinkommen) und liegt bei den Männern im Landesschnitt.

Im Bezirksvergleich rangiert der Bezirk Kirchdorf bei den Niedrigeinkommen der Frauen auf Platz neun und bei den Männer an sechster Stelle.Für die Arbeiterkammer OÖ und die Bezirksstelle Kirchdorf sind die Zahlen ein Anlass, die Forderung nach einem Brutto-Mindestlohn bei Vollzeitbeschäftigung von 1700 Euro zu bekräftigen.

Maßnahmenbündel

Für die nachhaltige Anhebung von Niedrigeinkommen brauche es ein ganzes Maßnahmenbündel. Dazu gehörten neben der Anhebung des Mindestlohns auch etwa die korrekte Bezahlung von Überstunden, die Abschaffung kurzer Verfallsfristen bei den Entgeltansprüchen oder die korrekte Einstufung laut Kollektivvertrag. Ein höherer Mindestlohn würde außerdem den Konsum fördern und damit die Wirtschaft beleben.


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