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Leserartikel Jakob Weiermair, 29.06.2016 11:37

KIRCHDORF/OÖ. Bei häufigen Krankenständen und Ausfällen von Mitarbeitern gilt es vor allem bei den Arbeitsbedingungen anzusetzen, ist sich Arbeiterkammer-Experte Roland Spreitzer sicher. In Zeiten steigender Arbeitsbelastung ist das Thema Wiedereinstieg auch im Bezirk Kirchdorf hoch aktuell.

Beim Vortrag, v. l.: Referent Roland Spreitzer, ÖGB-Kirchdorf-Frauenvorsitzende Leopoldine Berger und ÖGB-Regionalsekretär Andreas Hubauer

Immer mehr Arbeit für immer weniger Mitarbeiter, Unstimmigkeiten im Betrieb oder persönliche Probleme sind nur einige der Ursachen, die zu häufigen Krankenständen oder Ausfällen führen können.

Roland Spreitzer, Referent der Abteilung Arbeitsbedingungen bei der Arbeiterkammer Linz, stellte bei einem Vortrag der ÖGB-Frauen in Kirchdorf ein Modell vor, das den Wiedereinstieg für Arbeitnehmer erleichtern soll. Das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) kann auf freiwilliger Basis aktiv werden. „Beim Betrieblichen Eingliederungsmanagement geht es um eine sinnvolle und nachhaltige Anpassung der Arbeitsbedingungen. Man schaut dabei auf die möglicherweise krankmachende Struktur im Betrieb und versucht nicht am krank gewordenen Arbeitnehmer herumzuexperimentieren“, erklärte Spreitzer.

Arbeitsbedingungen

Die Standard-Antworten auf gehäufte Krankenstände sind Arbeitsplatzwechsel oder Arbeitszeitreduktion. Das Ziel des Betrieblichen Eingliederungsmanagements ist es aber, die Arbeitsbedingungen am bestehenden Arbeitsplatz so zu verbessern, dass dieser behalten werden kann.

Auch im Bezirk ist das Thema Wiedereinstieg ein großes. Der volkswirtschaftliche Schaden durch lange Krankenstände sei auch hier enorm, erklärt ÖGB-Regionalsekretär Andreas Hubauer. Mittlerweile hat auch der Gesetzgeber einige Maßnahmen getroffen: „Das Projekt „fit2work“ wurde vom Sozialministerium gestartet und ist vor allem auf zwei Ebenen aktiv – in der Beratung von Betroffenen und Betrieben“, so Hubauer.

Arbeiterkammer-Experte Spreitzer hofft allerdings, dass neben „fit2work“ auch das Betriebliche Eingliederungsmanagement in Österreich gesetzlich geregelt wird. Derzeit sei man von der Situation in Deutschland, wo das Modell seit Jahren eingeführt ist, allerdings noch weit entfernt.


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