Statements der Spitzenkandidaten für die Nationalratswahl aus dem Bezirk Kirchdorf
BEZIRK KIRCHDORF. Tips gibt einen letzten Überblick vor der Nationalratswahl am Sonntag, 15. Oktober. Bettina Lancaster (SPÖ) aus Steinbach am Ziehberg, Sabine Herndl (ÖVP) aus Steyrling, Robert Cicona (FPÖ) aus Schlierbach und Petra Spiessberger (GRÜNE) aus Micheldorf kandidieren bei der Nationalratswahl 2017. Sie sind auf ihrer jeweiligen Liste die am weitesten vorne gereihten Politiker aus dem Bezirk Kirchdorf.

1. Wofür wollen Sie sich im Bezirk Kirchdorf in erster Linie einsetzen?
Bettina Lancaster (SPÖ): Zu meinen Hauptanliegen zählen die Modernisierung des öffentlichen Verkehrsangebotes und der Ausbau der Elektromobilitäts-Infrastruktur. Dazu gehört ein bedarfsgerechter Ausbau von innerörtlichen Mobilitätsangeboten (Mikro-Öffis), schnelle Busverbindungen und eine gute Anbindung an die Verkehrsknoten der Pyhrnbahn und Almtalbahn.
Sabine Herndl (ÖVP): Unser Bezirk ist sehr unterschiedlich geprägt, jedoch findet man überall eher ländliche Strukturen vor. Das hat nicht nur Nachteile, sondern birgt auch große Chancen, welche gestärkt und ausgebaut werden müssen – Schlagworte dafür sind: Bildung, Kinderbetreuung, Vereinsleben, Digitalisierung und der Ausbau von schnellen Datenleitungen.
Robert Cicona (FPÖ): Mir ist wichtig, dass Familien „echte“ Wahlfreiheit haben, wie sie ihr Leben gestalten wollen. Dazu muss das Einkommen eines Alleinverdieners ausreichen, um eine Familie versorgen zu können – nur dann ist es Müttern möglich, sich dafür zu entscheiden, ihre Kinder selbst zu erziehen.
Petra Spiessberger (GRÜNE): Ich würde mich vor allem für einen respektvollen Umgang mit ALLEN Menschen einsetzen – ungeachtet Herkunft, Religion, sexueller Orientierung usw ...Für Ausgrenzung und Verachtung ist im grünen Weltbild kein Platz.
2. Wie schätzen Sie den Bezirk Kirchdorf als Wirtschaftsstandort ein und wie wollen Sie diesen stärken?
Bettina Lancaster (SPÖ): Wirtschaftstreibende finden gute Voraussetzungen im Bezirk vor. Verstärkter Ausbau der Infrastruktur wie z. B. Breitband ist ein Muss, um künftig mithalten zu können. Ländliche Gemeinden müssen eine hohe Lebensqualität anbieten können, um den Abzug qualifizierter Mitarbeiter in urbane Gebiete zu bremsen.
Sabine Herndl (ÖVP): Wir haben eine pulsierende Wirtschaft mit Großbetrieben, aber auch sehr viele Klein- und Mittelbetriebe. Wenn es zu einer Deregulierung und Bürokratieabbau (weniger Regeln und Grenzen) kommt, so wie auch Sebastian Kurz das in seinem Programm fordert, werden sich einige Betriebe noch besser entwickeln.
Robert Cicona (FPÖ): Attraktiv, innovativ, aber ausbaufähig. Das gesetzliche Korsett für Unternehmerinnen und Unternehmer muss gelockert werden. Gemeindefusionen würden dabei helfen, mögliche Betriebsbaugebiete nach den objektiv besten Standortkriterien auszuwählen.
Petra Spiessberger (GRÜNE): Der Bezirk Kirchdorf ist bereits ein begehrter Wirtschaftsstandort und wird das auch in Zukunft bleiben. Auf Naturschutz und „sanften Tourismus“ ist besonderes Augenmerk zu legen!
3. Wie stehen Sie zur Erweiterungsforderung des Nationalparks Kalkalpen?
Bettina Lancaster (SPÖ): Die Erweiterungsforderung ist ein Aufruf, sich intensiv mit der künftigen Ausrichtung des Bezirkes auseinanderzusetzen. Bürgerbeteiligung hat dabei eine wesentliche Rolle zu spielen. Vor- und Nachteile sowie Alternativen müssen aufgezeigt und diskutiert werden.
Sabine Herndl (ÖVP): Der Nationalpark hat jetzt 20.000 Hektar – gefordert wird eine Erweiterung um 40.000 Hektar, also eine Verdreifachung. Das halte ich für überzogen. Wichtig ist, dass alles was in diesem Bereich passiert im Einklang mit den Bewohnern und Landwirten der Region passiert. Zu viele Auflagen schaden der Weiterentwicklung unserer Region.
Robert Cicona (FPÖ): Beim bestehenden Gebiet müssen die anstehenden Probleme gelöst werden – bezüglich einer Erweiterung muss noch ein „Masterplan“ erstellt werden, um diese bedürfnisgerecht umsetzen zu können
Petra Spiessberger (GRÜNE): Ich bin stolz darauf, in einer Region zu leben, die eine wunderbare und zum Glück in Form des Nationalparks geschützte Natur zu bieten hat.Ein großes JA zur Erweiterung dieses Juwels, welches gefährdeten Tieren und Pflanzen eine Zukunft verspricht.
4. Warum sind Sie die richtige Wahl für den Nationalrat?
Bettina Lancaster (SPÖ): Wir brauchen eine starke Stimme aus dem ländlichen Raum in Wien. Eine Stimme die verantwortlich mit ihrem Auftrag umgeht und sich an die Interessen der Region gebunden fühlt. Als Bürgermeisterin von Steinbach am Ziehberg habe ich gezeigt, dass ich mit vollem Einsatz bei der Sache bin und mich nicht einschüchtern lasse.
Sabine Herndl (ÖVP): Ich habe Lust an Veränderungen mitzuwirken, wozu es Personen benötigt, die auch am Land leben und aufgewachsen sind. Eine Stärkung der regionalen Wertschöpfung ist Grundvoraussetzung für ein funktionierendes Landleben, dafür werde ich mich einsetzen.
Robert Cicona (FPÖ): Ich betreibe Politik aus Leidenschaft, bin lösungsorientiert und bis in die Haarspitzen motiviert. Durch meine eigenen beruflichen Erfahrungen sowohl im Arbeiter- als auch im Angestelltenverhältnis sowie als Unternehmer kann ich die bestehenden Belastungen für die Leistungsträger in diesem Land sehr gut einschätzen.
Petra Spiessberger (GRÜNE): Damit sich in der politischen Landschaft etwas ändern darf, müssten die Grünen unrealistisch viele Stimmen bekommen …Also ist meine Kandidatur als Solidaritätskandidatur zu verstehen.


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