Wartberg will bis 2040 klimaneutral werden
WARTBERG AN DER KREMS. Seit 15 Jahren ist Franz Karlhuber Bürgermeister (ÖVP) in Wartberg. Mit Tips sprach er über aktuelle Projekte und den Weg zur Klimaneutralität.

Tips: Wartberg hat mit der Begegnungszone und den Elternhaltestellen in den vergangenen Jahren kräftig in die Verkehrssicherheit im Ortszentrum investiert. Ist alles abgeschlossen?
Franz Karlhuber: Ja, als letzter Schritt wurde die Elternhaltestelle Hauer voriges Jahr fertiggestellt. Als fahrradfreundliche Gemeinde sind wir stolz auf dieses Projekt. Wir haben einen sehr lebendigen Ort mit vielen Firmen entlang der Hauptstraße und alles, was man zum Leben braucht. Lediglich ein Postpartner fehlt. Wir sind aber bestrebt, eine SB-Abholstation im Ortszentrum zu bekommen.
Tips: Wartberg hat 220 Betriebe, rund 80 zahlen Kommunalsteuer. Neben dem Betriebsbaugebiet in Strienzing soll nun auch das Betriebsbaugebiet Ost entstehen. Wie weit sind die Pläne?
Karlhuber: Die Klein- und Mittelbetriebe sind das Rückgrat von Wartberg. Nur durch deren Kommunalsteuer können wir noch unser Budget ausgleichen. Deshalb tun wir viel, dass sie sich entwickeln können. Das Betriebsbaugebiet Ost ist eine der letzten Flächen in Wartberg, die für die gewerbliche Nutzung gewidmet ist. Wir wollen schonend mit Grund und Boden umgehen und auch auf die vielfältige Landwirtschaft sind wir stolz.
Tips: Wie ist das Angebot beim Wohnbau?
Karlhuber: Die Firma Archionic baut derzeit das dritte Gebäude. Die Eigentumswohnungen sollen bis Ende das Jahres bezugsfertig sein. Gewidmete Bauparzellen haben wir derzeit keine. Allerdings gibt es circa 60 Parzellen, die verkauft, aber nicht bebaut sind. Ziel ist es, leistbares Wohnen zu schaffen, dafür fehlt zurzeit aber die Fläche.
Tips: Woran wird in der Gemeinde gerade gearbeitet?
Karlhuber: Der Generationenpark mit Pumptrack beim Sportplatz ist im Entstehen. Die Ausschreibung für die Renaturierung der Krems läuft. Wir freuen uns über die Fertigstellung des Rückhaltebeckens Krems-Au. Es ist gut, dass Wartberg und andere Gemeinden jetzt hochwassersicher sind.
Tips: Was ist das Ziel des gestarteten Agenda.Zukunft-Prozesses?
Karlhuber: In circa einem Jahr soll der Prozess abgeschlossen sein. Dann soll es eine Sammlung an Ideen der Bürger geben, wie sich Wartberg entwickeln soll.
Tips: Was tut sich bei den Feuerwehren?
Karlhuber: Alle drei Feuerwehren sind gut ausgerüstet. Die FF Wartberg erhält heuer noch ein Kleinlöschfahrzeug. Übrigens engagieren sich sieben Prozent der Wartberger Bevölkerung bei der Feuerwehr.
Tips: Wartberg möchte bis 2040 die Klimaneutralität erreichen. Wie weit ist man bei diesem Vorhaben und was braucht es noch?
Karlhuber: Sämtliche kommunalen Gebäude werden mit Nahwärme beheizt. Wir haben eine neue Straßenbeleuchtung und einen E-Car-Sharing-Pkw. Mit den PV-Anlagen auf den öffentlichen Einrichtungen produzieren wir 380 Kilowatt-Peak – doppelt so viel Strom als Eigenbedarf. Mit zusätzlichen Speichern, die heuer noch angeschafft werden, sind wir als Gemeinde bis Ende des Jahres klimaneutral. Alle Häuser in Wartberg beziehen rund 38 Prozent des Gesamtverbrauches aus erneuerbarer Energie. Wir setzen auf Bewusstseinsbildung und empfehlen, die Häuser zu sanieren und die Energie mit Holz, Wärmepumpen und PV zu erzeugen. Zusätzlich wurden 13,5 Hektar für PV-Freiflächen eingereicht, wobei hier eine Doppelnutzung vorgesehen ist. Die Erneuerbare Energiegemeinschaft Wartberg ermöglicht es den Bürgern, regional Strom zu beziehen, weniger Netzgebühr zu bezahlen und einen Beitrag zur Klimaneutralität zu leistet.


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