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Kirchdorfs Bürgermeisterin Vera Pramberger abgewählt: Es kommt zur Neuwahl im Herbst

Susanne Winter, MA, 16.06.2024 17:23

KIRCHDORF AN DER KREMS. In der Bezirkshauptstadt stimmte das Volk über die Abberufung der direkt gewählten, amtierenden Bürgermeisterin Vera Pramberger (SPÖ) ab. Die Mehrheit – 1.090 Kirchdorfer (59,17 Prozent) – stimmte dem Ausspruch des Misstrauens zu. Damit ist Vera Pramberger ihres Amtes enthoben. Es kommt zu einer Neuwahl im Herbst.

Bürgermeisterin Vera Pramberger (SPÖ) wurde vom Volk abgewählt. (Foto: Stadtgemeinde Kirchdorf)
Bürgermeisterin Vera Pramberger (SPÖ) wurde vom Volk abgewählt. (Foto: Stadtgemeinde Kirchdorf)

Da der Misstrauensantrag gegen Bürgermeisterin Vera Pramberger (SPÖ) vom Gemeinderat mit 17 von 24 Stimmen bestätigt wurde (Tips berichtete in Misstrauensantrag gegen Bürgermeisterin Vera Pramberger bestätigt), kam es am 16. Juni zu einer Volksabstimmung. Denn für die Abberufung eines direkt gewählten Bürgermeisters bedarf es der Bestätigung durch eine Volksabstimmung.

Gegenstand der Volksabstimmung war die Frage, ob dem Ausspruch des Misstrauens gegen die Bürgermeisterin Vera Pramberger zugestimmt werde. Von den 3.782 Wahlberechtigten beteiligten sich 49,21 Prozent an der Wahl und von den 1.861 Stimmen waren 1.842 gültig. 59,17 Prozent der Stimmen entfielen auf „Ja“, das heißt, das mehrheitlich vom Gemeinderat ausgesprochene Misstrauen wurde bestätigt. 752 (40,83 Prozent) stimmten mit „nein“.

„Es gibt eine einfache Formel, die sagt, dass der Wähler immer Recht hat. Das muss ich heute – trotz aller Enttäuschung über diesen Wahlausgang – zur Kenntnis nehmen. Die Mehrheit der Menschen hat entschieden, allerdings sind nur weniger als 50 Prozent zur Wahl gegangen. Das gibt schon zu denken. Es wird jetzt jedenfalls erforderlich sein, eine Bürgermeister-Neuwahl durchzuführen. Die Amtsgeschäfte bis dahin wird ab sofort mein Vizebürgermeister Stipo Luketina übernehmen. Ich möchte es nicht verabsäumen, mich bei allen Menschen, die mir ihr Vertrauen geschenkt haben, aufrichtig zu bedanken. Jede einzelne Stimme ist wertvoll, auch wenn es leider nicht gereicht hat“, so das erste Statement von Vera Pramberger zum Ergebnis der Volksabstimmung.

ÖVP-Fraktionsobmann Wolfgang Dilly zum Ergebnis: „Im Namen der OÖVP-Fraktion möchte ich mich bei den Kirchdorfern für ihre eindeutige Entscheidung bedanken und ihnen dazu gratulieren. Sie bestätigen damit den Beschluss des Gemeinderates in eindrucksvoller Weise. Dass die Mehrheit der Bevölkerung hinter dieser Entscheidung steht, wurde in den letzten Wochen in zahlreichen Gesprächen mit der Kirchdorfer Bevölkerung immer klarer. Der Weg für ein neues Miteinander in der Kirchdorfer Stadtpolitik ist somit frei. Für die Bürger in Kirchdorf wünsche ich mir nun eine herzliche und sachliche Politik, um bestmögliches in schwierigen Zeiten zu erreichen. Frau Pramberger wünsche ich für ihre persönliche Zukunft alles Gute.

„Das Votum der Kirchdorfer ist eindeutig: Auch die Bürger haben der bisherigen Bürgermeisterin Pramberger das Misstrauen ausgesprochen. Damit ist der Weg für einen Neuanfang frei und wir sind überzeugt, dass die Kirchdorfer im Herbst einen kompetenten Bürgermeister wählen werden, der die Stadt wieder auf Kurs bringt“, sagen FPÖ-Stadtrat Christoph Colak und FPÖ-Bezirksparteiobmann Michael Gruber. „Die Deutlichkeit des Ergebnisses und die für Kirchdorf relativ hohe Wahlbeteiligung waren sehr überraschend“, sagt Colak und verrät: „Wir werden jedenfalls einen Kandidaten für die Wahl stellen. Kirchdorf braucht Kompetenz und jemanden, der Ruhe hinein bringt.“

„Ich möchte mich bei allen Kirchdorfern für die Teilnahme an der Abstimmung bedanken. Diese Bestätigung zeigt den klaren Wunsch der Bevölkerung nach Veränderung in unserer Gemeinde und ermöglicht diese schon rund drei Jahre vor der geplanten Wahl“, sagt Kathrin Quell, Stadträtin und Sprecherin der Grünen Kirchdorf. „In den kommenden Wochen werden wir gemeinsam mit allen politischen Akteuren daran arbeiten, dass sich die Situation beruhigt und wir uns auf die wichtigen Herausforderungen der Zukunft konzentrieren können. Unser Ziel ist es, nachhaltige und positive Veränderungen für Kirchdorf zu erreichen“, ergänzt Fraktionsobmann Valentin Walch. Er führt weiter aus: „Wir setzen uns weiterhin mit aller Kraft für Transparenz, Nachhaltigkeit und Bürgernähe ein. Wir sind davon überzeugt, dass eine offene und ehrliche Kommunikation der Schlüssel zu einer erfolgreichen Kommunalpolitik ist. Gemeinsam werden wir eine Politik vorantreiben, die Kirchdorf lebenswerter macht und die Bedürfnisse und Wünsche der Bevölkerung in den Mittelpunkt stellt.“

Bis zur Wahl wird der 1. Vizebürgermeister Stipo Luketina (SPÖ) die Amtsgeschäfte führen.


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