Studie zeigt deutlich wärmere Flüsse im Bezirk Kirchdorf
BEZIRK KIRCHDORF. Die Fließgewässer im Bezirk stehen unter spürbarem Hitzedruck. Eine aktuelle Langzeitstudie des Landes Oberösterreich zeigt: Innerhalb von 40 Jahren sind die Wassertemperaturen deutlich gestiegen.

Untersucht wurden Messdaten von 61 Pegelstationen in ganz Oberösterreich im Zeitraum von 1984 bis 2023. Ziel war es, die langfristige Erwärmung der Gewässer zu erfassen und die Auswirkungen auf die Fischbestände einzuschätzen.
Flüsse im Bezirk um 1,17 Grad wärmer
Im Bezirk Kirchdorf wurden sechs Messstellen ausgewertet. Das Ergebnis: Im Schnitt stieg die Wassertemperatur um 1,17 Grad Celsius. Je nach Gewässer fällt die Entwicklung unterschiedlich aus.
Besonders stark war die Erwärmung an der Krems in Kremsmünster mit plus 3,86 Grad. Auch die Alm bei Friedlmühle verzeichnete mit plus 2,44 Grad einen deutlichen Anstieg. An der Steyr bei Klaus an der Pyhrnbahn lag das Plus bei 1,21 Grad, an der Teichl bei 1,05 Grad. Vergleichsweise gering fiel die Veränderung an der Steyr beim Dietlgut mit 0,11 Grad aus. Am Hinteren Rettenbach in Roßleithen wurden 0,80 Grad gemessen.
„Diese Zahlen machen die Klimaerwärmung besonders sichtbar und begreifbar“, sagt Stefan Kaineder, Umwelt- und Klimalandesrat (Grüne). Höhere Wassertemperaturen bedeuteten weniger Sauerstoff im Wasser. Das setze Fische und andere Wasserlebewesen unter Druck. Vertraute Arten könnten dadurch verschwinden.
Mehr Schatten und mehr Raum für Flüsse nötig
Die Studie zeige klaren Handlungsbedarf. Als wirksame Maßnahmen nennt das Land unter anderem mehr Schatten entlang der Ufer. Bäume und Sträucher können das Wasser kühlen. Auch mehr Platz für Flüsse sei wichtig. Wenn Gewässer wieder Raum bekommen, entstehen kühlere Rückzugsorte. Zudem sollen Barrieren entfernt werden, damit Fische wandern und ausweichen können.
In Oberösterreich seien bereits zahlreiche Renaturierungsprojekte umgesetzt worden. Gleichzeitig mache die Entwicklung deutlich, dass die Folgen des Klimawandels längst auch in den heimischen Gewässern angekommen sind. Weitere Schritte zur Verbesserung der Gewässerökologie seien daher notwendig.


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