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3D-Druck aus Ried im Traunkreis: Wenn Ideen Form annehmen

Michaela Aichinger, 05.05.2026 07:03

RIED/TRAUNKREIS. Innovation entsteht nicht nur in großen Technologiestädten, sondern auch mitten in der Region. In Ried im Traunkreis entwickelt die Prirevo 3D-Solutions GmbH Lösungen rund um modernen 3D-Druck. Geschäftsführer Szilard Molnar spricht über die Möglichkeiten der additiven Fertigung, regionale Qualität und warum Zukunftstechnologien auch im Bezirk Kirchdorf ihren Platz haben.

Katrin und Szilard Molnar von der Prirevo 3D-Solutions GmbH (Foto: Prirevo)
  1 / 10   Katrin und Szilard Molnar von der Prirevo 3D-Solutions GmbH (Foto: Prirevo)

Die Prirevo GmbH ist ein markenunabhängiger Lösungsanbieter für digitale Fertigung. „Wir helfen Unternehmen dabei, bestehende physische Objekte mithilfe von 3D-Scanning in die digitale Welt zu übertragen und auf dieser Basis neue, verbesserte Produkte zu entwickeln. Gleichzeitig unterstützen wir unsere Kunden dabei, neue Ideen oder digitale Modelle in reale, funktionale Bauteile umzusetzen“, informiert Geschäftsführer Szilard Molnar.

Von der Idee zum greifbaren Produkt

Einfach gesagt: Prirevo macht aus Ideen oder bestehenden Teilen rasch greifbare Produkte. „Statt auf teure Werkzeuge, lange Lieferzeiten oder komplexe Lieferketten angewiesen zu sein, können wir Bauteile digital entwickeln, optimieren und innerhalb kurzer Zeit Schicht für Schicht fertigen. Das spart Zeit, reduziert Materialverschwendung und eröffnet völlig neue Möglichkeiten in Entwicklung und Produktion. Besonders wichtig ist uns dabei, dass wir den gesamten Weg begleiten – von der ersten Beratung über den Druck bis hin zur hochwertigen Oberflächenveredelung. So bekommen unsere Kunden alles aus einer Hand“, so Molnar.

3D-Scanning, Engineering, Produktion, Finishing

Der Prozess beginnt häufig mit dem 3D-Scanning zur Digitalisierung bestehender Bauteile. Es folgt das Engineering: „Hier optimieren wir die Geometrie so, dass das Bauteil nicht nur funktioniert, sondern die Vorteile der additiven Fertigung voll ausschöpft – etwa durch geringeres Gewicht, neue Funktionen, Konsolidierung mehrerer Teile, mehr Stabilität oder eine intelligentere Konstruktion“, erklärt Molnar.

Anschließend erfolgt die Produktion. Je nach Anforderungen kommen unterschiedliche Verfahren und Materialien zum Einsatz. Den Abschluss bildet das Finishing, also die Nachbearbeitung etwa durch Sandstrahlen oder chemisches Glätten.

Molnar: „Ein besonders wichtiger Punkt ist für uns außerdem der Wissenstransfer. In unserer Academy geben wir Know-how an unsere Kunden weiter, damit sie die Möglichkeiten der additiven Fertigung langfristig noch gezielter für sich nutzen können.“

3D-Druck löst Grenzen in der Fertigung auf

Am Anfang von Prirevo stand die Idee, Produktion einfacher, schneller, flexibler und regionaler zu denken. „Mich persönlich hat an der 3D-Druck-Technologie von Anfang an fasziniert, dass sie bestehende Grenzen in der Fertigung auflöst. Dinge, die früher kompliziert, teuer oder nur mit langen internationalen Lieferketten möglich waren, können heute direkt vor Ort entwickelt und produziert werden“, blickt Molnar zurück.

Was ihn bis heute antreibt, ist die Kombination aus Innovationskraft, Geschwindigkeit und Unabhängigkeit: „Aus einer Idee wird in sehr kurzer Zeit ein reales Bauteil. Das ist nicht nur technologisch spannend, sondern auch wirtschaftlich enorm relevant. Wir schaffen damit für Unternehmen die Möglichkeit, schneller zu entwickeln, flexibler zu reagieren und Fertigung wieder stärker in die eigene Hand zu nehmen. Genau diese neue Freiheit in der Produktion war ein wesentlicher Antrieb für die Gründung von Prirevo.“

Einsatz von Industrie bis Medizintechnik

Welche Branchen besonders vom Prirevo 3D-Druck profitieren? „Besonders stark nachgefragt werden unsere Lösungen in industriellen Bereichen (...). Dazu zählen vor allem der Maschinenbau, die Automobilzulieferindustrie und technisch anspruchsvolle Spezialanwendungen. Darüber hinaus sehen wir sehr spannende Entwicklungen in Bereichen wie Medizintechnik, Spezialfahrzeugbau oder auch Spezial-Bootsbau“, so Molnar.

Vor allem dort, wo individualisierte Bauteile, kleine Serien oder komplexe Geometrien gefragt sind, spielt die additive Fertigung ihre Stärken aus.

„Fühlen uns im Bezirk Kirchdorf sehr gut aufgehoben“

Warum sich die Prirevo 3D-Solutions GmbH in Ried im Traunkreis angesiedelt hat? Molnar: „Der Standort im Bezirk Kirchdorf ist für uns ein echter Vorteil und ein wichtiger Teil unserer Identität. Die Region ist industriell stark geprägt, innovativ und geprägt von Unternehmen, die Qualität, Verlässlichkeit und regionale Wertschöpfung schätzen. Genau in diesem Umfeld fühlen wir uns mit unserem Ansatz der digitalen Fertigung sehr gut aufgehoben.“

Die regionale Verankerung bringe kurze Wege, direkten Austausch und die Möglichkeit, Innovation dort entstehen zu lassen, wo produziert wird.

„Mit unserem Innovationszentrum setzen wir bewusst ein Zukunftssignal. Wir haben hier einen starken Treiber für additive Fertigung aufgebaut, der zeigt, wie moderne, nachhaltige und wettbewerbsfähige Produktion direkt in der Region funktionieren kann – mit modernster Infrastruktur, hoher Energieeffizienz und einem klaren Bekenntnis zum Standort“, so Molnar.

Vom Zukunftsbild zur Realität

Ein moderner 3D-Drucker kann heute deutlich mehr als noch vor wenigen Jahren. Molnar: „Die Entwicklung in den letzten Jahren war enorm. Moderne 3D-Drucksysteme können heute weit mehr als nur einfache Prototypen herstellen – wir sprechen inzwischen von industriell einsetzbaren Funktionsbauteilen mit hoher Präzision, Stabilität und Oberflächenqualität.“

Auch große und komplexe Bauteile im XXL-Format lassen sich mittlerweile fertigen – belastbar und präzise. Besonders bemerkenswert sind laut Molnar Geometrien, die früher kaum oder nur mit großem Aufwand möglich waren.

Das eröffne Unternehmen neue Freiheiten in Konstruktion und Entwicklung. „Was früher als Zukunftsvision gegolten hat, ist heute in vielen Bereichen bereits wirtschaftliche Realität“, so Molnar abschließend.


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