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Landwirtschaft im Bezirk Kirchdorf setzt auf Vielfalt und Qualität

Michaela Aichinger, 05.05.2026 11:23

KIRCHDORF. Die Landwirtschaft im Bezirk Kirchdorf zeigt sich vielfältig, innovativ und stark in der Region verankert. Insgesamt 1.357 Betriebe prägen die Struktur, davon 329 Biobetriebe sowie rund 792 Bergbauernbetriebe.

  1 / 6   Im südlichen Grünlandgebiet liegt der Schwerpunkt auf der Rinder- und Milchviehhaltung. (Foto: LK OÖ/Alexander Kaiser)

Die landwirtschaftlichen Betriebe im Bezirk sind breit aufgestellt und stark von der geografischen Lage geprägt. Im nördlichen Teil dominieren Ackerbau sowie die Schweinezucht und Schweinemast. Insgesamt bewirtschaften 489 Schweinehalter 146.876 Tiere, wobei sowohl die Zahl der Betriebe als auch der Tierbestand seit Jahren rückläufig sind.

Rinder- und Milchviehhaltung im Süden

Im südlichen Grünlandgebiet liegt der Schwerpunkt auf der Rinder- und Milchviehhaltung. 585 Betriebe halten insgesamt 24.993 Rinder. 319 Betriebe liefern Milch, wobei die durchschnittliche Jahresleistung pro Betrieb auf 185.104 Liter gestiegen ist. Insgesamt werden im Bezirk jährlich rund 59.048.321 Liter Milch produziert.

Auch die Schaf- und Ziegenhaltung hat im Bezirk Bedeutung. Zunehmend an Relevanz gewinnt zudem die Geflügelwirtschaft. Die Nachfrage nach Eiern und Geflügelfleisch steigt kontinuierlich.

Ergänzend dazu setzen viele Betriebe auf Diversifizierung: 145 Direktvermarkter sowie 46 „Urlaub am Bauernhof“-Betriebe mit 652 Betten tragen wesentlich zur regionalen Wertschöpfung bei.

Eine Besonderheit des Bezirks ist die Almwirtschaft. Auch die Forstwirtschaft spielt  eine bedeutende Rolle.

Hohe Umwelt- und Tierwohlstandards

Allen Betrieben gemeinsam ist die Produktion unter hohen Umwelt- und Tierwohlstandards sowie die Stärkung regionaler Kreisläufe. „Unsere bäuerlichen Familienbetriebe im Bezirk Kirchdorf stehen für höchste Umwelt , Tierwohl und Qualitätsstandards. Das zeigt die hohe Bereitschaft, an freiwilligen Umweltmaßnahmen wie dem ÖPUL oder am Regionalen Naturschutzplan teilzunehmen“, so Bezirksbauernkammerobmann Andreas Ehrenhuber.

Genau diese nachhaltige, verantwortungsvolle Produktion werde jedoch durch Abkommen wie Mercosur gefährdet, weil Importe aus Ländern mit deutlich niedrigeren Auflagen auf den heimischen Markt drängen würden.

„Lückenlose Herkunftskennzeichnung“

Ehrenhuber: „Die jüngsten aufgedeckten Fälle von Importen von hormonbelastetem Rindfleisch aus Brasilien zeigen, dass diese Sorgen berechtigt sind. Umso wichtiger ist eine lückenlose und umfassende Herkunftskennzeichnung. Sie muss – über die öffentliche Gemeinschaftsverpflegung hinaus – dringend auch auf die gesamte Gastronomie sowie auf verarbeitete Lebensmittel ausgeweitet werden. Nur so können Konsumentinnen und Konsumenten klar erkennen, ob ihr Lebensmittel aus heimischer, nachhaltig wirtschaftender Landwirtschaft stammt oder aus Produktionssystemen, die unsere hohen Standards unterlaufen.“

Insgesamt werden im Bezirk 29.841 Hektar landwirtschaftliche Fläche bewirtschaftet, davon 9.670 Hektar im Rahmen umweltgerechter Maßnahmen. 6.355 Hektar werden biologisch bewirtschaftet, während 1.891 Hektar als Naturschutzflächen gelten. Diese Flächen tragen wesentlich zur Biodiversität und zum Erhalt der Kulturlandschaft bei.

Frauen in der Landwirtschaft

Die Rolle der Frauen in der Landwirtschaft ist Sabine Sieberer, der Vorsitzenden des Bäuerinnenbeirats, ein Anliegen: „Das von den Vereinten Nationen ausgerufene Internationale Jahr der Bäuerin 2026 macht deutlich, wie unverzichtbar Frauen für die Landwirtschaft weltweit sind. Durch viele Aktionen und Veranstaltung wird die zentrale Rolle der Bäuerin in der Produktion, Versorgung und im ländlichen Raum vor den Vorhang geholt. Auch im Bezirk Kirchdorf leisten die Bäuerinnen täglich einen wichtigen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung, zur Lebensmittelproduktion und zur Erhaltung unserer Kulturlandschaft.“


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