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"Project Closing Party": Haidlmair feiert Mega-Auftrag an global operierenden Onlineversandhändler

Maya Lauren Matschek, 20.08.2026 18:11

MICHELDORF/NUSSBACH. Rund 170 Spritzgießwerkzeuge in etwa einem halben Jahr: Das Nußbacher Familienunternehmen Haidlmair hat für einen renommierten, global operierenden Onlineversandhändler den größten Auftrag seiner Firmengeschichte abgewickelt. Bei einer großen „Project Closing Party“ in der ehemaligen Kiefel-Halle in Micheldorf wurde der Abschluss des Projekts gefeiert.

  1 / 8   Die Festhalle war gut gefüllt: Geschäftsführer, Mitarbeiter, Projektpartner, Verantwortliche und Vertreter der Gemeinde und des Landes OÖ kamen zusammen, um gemeinsam das Projektende zu feiern. (Foto: Tips/Matschek)

Was im Herbst 2025 mit einem ersten Gespräch begann, entwickelte sich innerhalb weniger Monate zum größten Auftrag in der Geschichte von Haidlmair. Seit Februar 2026 arbeitete ein Teil der Nußbacher Mannschaft in der vorübergehenden Niederlassung in Micheldorf unter hohem Zeitdruck an rund 170 Spritzgießwerkzeugen. Mit diesen Werkzeugen sollen künftig standardisierte Kunststoffboxen für Logistikzentren in den USA, Mexiko und Kanada des Konzerns hergestellt werden. 

„Menschen machten das Projekt möglich“

„Das Projekt wurde durch Menschen möglich. Menschen, die alle zusammengeholfen und an einem Strang gezogen haben“, betonte Geschäftsführer Mario Haidlmair vor Mitarbeitern, Partnern und Gästen. Sein Motto für die Zukunft: „Vorwärts ist die Richtung.“

Mit Blick auf die Dimension und die Geschwindigkeit der Umsetzung sprach er sogar von einem „Weltrekord“.

Mitarbeiter und Team überzeugte Auftraggeber

Warum der E-Commerce-Riese den Auftrag an das Nußbacher Familienunternehmen vergeben hat, erklärte ein Vertreter des Unternehmens, Rick Spooner, vor allem mit dem Team. „Die Menschen haben uns überzeugt – das Team und die Art, wie sie ihre Arbeit machen“, sagte Spooner. Auch Mario Haidlmair habe sich stets diplomatisch gezeigt und immer nach Lösungen gesucht.

Spooner würdigte außerdem die hohe Umsetzungsqualität innerhalb der kurzen Projektlaufzeit.

Die gefertigten Werkzeuge sind Teil einer Standardisierung der Behälter in den Logistikzentren des Onlineversandhändlers. Dadurch soll der vorhandene Platz besser genutzt, die Produktivität gesteigert und Arbeitsabläufe vereinfacht werden. Erstmals eingesetzt werden sollen die Werkzeuge laut Spooner im Jahr 2027. Ab 2028 sollen die standardisierten Behälter in Nordamerika eingeführt und später weltweit ausgerollt werden.

Überstunden und Wochenenddienste

Hinter dem Erfolg standen für die Mitarbeiter allerdings intensive Monate. Überstunden, teilweise Wochenenddienste sowie außergewöhnlicher Zeitdruck und große Verantwortung prägten die Arbeit.

Christian Windhager, der seit 40 Jahren als Monteur bei Haidlmair beschäftigt ist und selbst nicht direkt an dem Projekt arbeitete, bekam die Belastung seiner Kollegen dennoch unmittelbar mit. „Ich habe ihnen teilweise angesehen, wie intensiv diese Monate waren“, erzählte er. Er habe sich deshalb selbst ein wenig als Berater und mentaler Beistand für seine Kollegen gesehen.

Das Projekt habe die Mannschaft noch stärker zusammengeschweißt. Wenn es jemandem nicht gut gegangen sei, sei ein offenes Ohr nicht weit gewesen. „Und gemeinsam haben wir es dann schlussendlich geschafft“, sagte Windhager.

Ein Jonglieren mit der Zeit 

Nicht immer lief dabei alles nach Plan. Lieferungen kamen teilweise später als erwartet, einzelne Teile fehlten oder waren mangelhaft. Die Teile mussten zurückgeschickt, ausgetauscht oder repariert werden. Das führte zu Verzögerungen und entsprechendem Stress, schließlich musste der ambitionierte Zeitplan eingehalten werden. Als die ersten Werkzeuge fertiggestellt waren, sei es dann aber rasch vorangegangen. Bei dem Projekt handelte es sich um eine Serie: Die einzelnen Werkzeuge wurden nach einem einheitlichen Konzept gefertigt und aufgebaut.

„Das sprengt alles Vorstellbare“

Auch Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) würdigte das Projekt bei der Feier. „Man ist ja in Oberösterreich an Erfolge gewohnt, aber das hier sprengt alles Vorstellbare“, sagte er.

Das Projekt stehe für vieles, wofür Oberösterreich als Wirtschaftsstandort stehen wolle: „We are actually making things and we don't only talk about it.“

Haidlmair sei ein Vorzeigebeispiel für den weltweiten Auftritt oberösterreichischer Unternehmen. Das Ziel müsse es sein, „Österreichs Wirtschaft in die Welt zu bringen“, so Stelzer. Auch WKO-Obfrau Doris Staudinger nahm an der Feier teil.

Für Windhager und seine Kollegen ist der große Auftrag auch ein Zeichen für die Stärke des Unternehmens. Stress durch einen Großauftrag sei letztlich besser als Stillstand, brachte es ein Mitarbeiter auf den Punkt.

Musik, Motocross-Shows und Hubschrauberrundflüge

Beim anschließenden Fest wurde deutlich, dass Haidlmair den Abschluss des Großprojekts entsprechend feiern wollte. Die Musikkapelle Nußbach und der Musikverein Waldneukirchen sorgten für Unterhaltung, dazu gab es Freestyle-Motocross-Shows und Hubschrauberrundflüge.

Nach Monaten unter hohem Druck stand an diesem Nachmittag (Mittwoch, 19. August) jedenfalls nicht mehr die nächste Deadline im Mittelpunkt. Gefeiert wurde ein Auftrag, der Haidlmair vor eine besondere Herausforderung gestellt hat – und bei dem die Mitarbeiter, wie Geschäftsführer Mario Haidlmair betonte, letztlich den entscheidenden Unterschied machten.


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