„Retten wir das Ortsbild“: 456 Unterschriften für Bürgerinitiative
KIRCHSCHLAG. Mehr als ein Viertel der wahlberechtigten Bürger haben die Forderungen der Kirschlager Bürgerinitiative „Retten wir das Ortsbild“ unterschrieben. Vergangene Woche wurden die Unterstützungserklärungen überreicht.

In den Abendstunden des 25. Juni, kurz vor Ende der Amtsstunden und der folgenden Gemeinderatssitzung, überreichten die Initiatoren der Bürgerinitiative „Retten wir das Ortsbild von Kirchschlag“ insgesamt 456 Unterstützungserklärungen persönlich an Bürgermeisterin Gertraud Deim und Vizebürgermeister Michael Mair. Insgesamt 26,40 Prozent der wahlberechtigten Einwohner haben sich damit für die Forderungen der Initiative ausgesprochen. „Unser Eindruck, dass viele Kirchschlager mit dem Projekt in der Meederstraße und mit dieser Form von Bebauung nicht einverstanden sind, hat sich eindrucksvoll bestätigt. Ganz spontan haben wir vor nicht mehr als vier Wochen diese Bürgerinitiative gegründet. Innerhalb von drei Wochen wurden von über zehn Freiwilligen und den zahllosen Sympathisanten die Unterschriften gesammelt“, sagt Andrea Hofbauer von der Initiative.
Bauvorhaben als Auslöser
Der Auslöser für die Aktion: das bereits angesprochene Bauprojekt in der Meederstraße, konkret eine viergeschossige Wohnanlage. Geht es nach den Initiatoren, so würde die Errichtung dieser, neben weiteren Konsequenzen die Zerstörung der Südansicht von Kirchschlag zur Folge haben. Dabei habe auch Gefahr im Verzug geherrscht, weil das Projekt von der obersten Baubehörde der Gemeinde „durchgepeitscht“ hätte werden sollen, heißt es in der Aussendung der Initiative. Mit den Unterschriften hoffe man nun, noch etwas verändern zu können: „Wir sind überzeugt, dass diese Unterschriften quer durch alle Bevölkerungsschichten und Ortschaften ein sehr starkes Signal sind. Wir haben die begründete Hoffnung, dass der Gemeinderat diese Botschaft ernst nimmt und dieses Bauprojekt nochmals auf die Agenda setzt, nachdem jetzt doch ein Ortsbildbeirat beigezogen wird. Es liegt in der Hand des Gemeinderates, die Erstellung von guten Rahmenbedingungen für das Bauen und damit der Ortsentwicklung zu beauftragen“, so Hofbauer.
Planungsprozess müsse vor Baugenehmigung erfolgen
Schon in den vergangenen Jahren sei es verabsäumt worden, einen Bebauungsplan oder verpflichtende Baurichtlinien zu erarbeiten, so die Vertreter der Bürgerinitiative weiters. Geht es nach diesen, so müsse zuerst ein Planungsprozess durchgeführt werden – so auch beim Projekt in der Meederstraße. Vorher dürfe es keine Baugenehmigung geben. „Das Projekt in der Meederstraße finden die weitaus meisten, auch wenn sie das nicht so durch ihre Unterschrift zum Ausdruck bringen wollten oder konnten, in dieser Form an dieser Stelle fehl am Platz. Sehr viele wünschen sich sinnvolle Rahmenbedingungen für das Bauen in Kirchschlag, die einerseits natürliche Freiräume lassen, andererseits aber auf die örtlichen Gegebenheiten, das Ortsbild und die Ortsentwicklung Rücksicht nehmen“, heißt es von der Bürgerinitiative, die von der Gemeinde und von der Baubehörde fordert, das viergeschossige Projekt auf eine zweigeschossige Bauhöhe zu reduzieren.


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