Im Gespräch: Bürgermeisterin Gertraud Deim und Nachfolger Michael Mair
KIRCHSCHLAG BEI LINZ. Seit 2007 ist Gertraud Deim Bürgermeisterin in der Gemeinde Kirchschlag bei Linz. Doch nun wird die ehemalige Gemeindeärztin nicht mehr zur Wahl antreten. Tips hat sich mit Deim und ihrem Nachfolger, Michael Mair, getroffen und unter anderem über wichtige Themen in der Gemeinde gesprochen.

Nicht nur familiäre Gründe seien die Ursache, warum Bürgermeisterin Gertraud Deim bei den nächsten Wahlen nicht mehr antreten wird. „Der ausschlaggebende Punkt ist, dass ich jetzt einen geeigneten Nachfolger gefunden habe. Sonst wäre ich nochmal angetreten. Aber Gott sei Dank hat sich da ein Nachfolger herauskristallisiert und ich kann das Amt beruhigt weitergeben. Das ist mir sehr wichtig, ich möchte nicht das Chaos hinter mir lassen“, betont die ehemalige Gemeindeärztin.
Rückblick auf viele Projekte
Auf die vergangenen Jahre zurückblickend fallen der langjährigen Bürgermeisterin viele Projekte ein, die in der Gemeinde Kirchschlag umgesetzt werden konnten. Darunter der Zubau des Kindergartens ebenso wie die Sanierung der Volksschule, aber auch ein für Deim besonders wichtiges Projekt: „Mein großes, zentrales Thema, die Stifter-Villa, die ja nicht unumstritten war. Aber letztendlich haben wir es geschafft. Und jetzt wo es fertig ist, sind alle ganz begeistert, dass es so schön geworden ist. Aber das war natürlich viel Geld für ein altes Haus, das haben nicht alle von vornherein so eingesehen“, so Deim. Ein weiteres großes Projekt sei der im vergangenen Jahr eröffnete Wasserwichtelweg gewesen. Als besonders nervenaufreibend bleibe ihr das Thema Bogensportzentrum in Erinnerung. „Aber das hat sich letztendlich in Wohlgefallen aufgelöst“, resümiert die Bürgermeisterin.
Am liebsten bei denGemeindebürgern
Fragt man Gertraud Deim danach, was ihr als Bürgermeisterin am Herzen gelegen sei, betont diese vor allem den Kontakt zu den Bürgern: „Von Berufswegen alles, was mit Menschen zu tun hat – das war mir immer das Liebste. Ich habe einen Neujahrsempfang eingeführt oder bin zu allen Neugeborenen gegangen. Ich gehe irrsinnig gerne zu den Geburtstagsfeiern, wo man sich Zeit nimmt und mit den Bewohnern redet. Das ist eine Herzensangelegenheit. Wir haben auch eine Neubürgerfahrt eingeführt.““Der Michi macht das schon“ Für Deim sei Michael Mair übrigens aus mehreren Gründen der geeignete Nachfolger: „Nicht nur dass er menschlich so nett ist – er ist irrsinnig kooperativ, irrsinnig fleißig, bringt immer eigene Ideen ein – aber macht das in wirklich guter Zusammenarbeit“, betont Deim im Gespräch mit Tips. „Ich weiß, dass er das wirklich voll motiviert macht. Da weiß ich, dass das gut weitergehen wird.“ Auch was die auf ihn zukommenden Herausforderungen angeht, zeigt sich Deim überzeugt: „Der Michi macht das schon!“
Michael Mair: Kirchschlager mit Herz und Seele
Doch wer ist der neue ÖVP-Bürgermeisterkandidat überhaupt? Michael Mair ist 32 Jahre alt und seit einem Jahr mit seiner Frau Theresa verheiratet. Sich selbst bezeichnet er als echten Kirchschlager – „mit Herz und Seele“. Ursprünglich hat der 32-Jährige nach seinem Schulabschluss an der Paul-Hahn-HTL begonnen, Mechatronik zu studieren. Doch für Mair kam es dann doch ganz anders: Gleichzeitig übernahm er nämlich auch den mittlerweile seit 42 Jahren bestehenden Familienbetrieb, die GMR Fotografen GmbH. „Mein Vater ist vor zehn Jahren in Pension gegangen, das heißt, ich bin schon seit zehn Jahren Geschäftsführer“, so Mair, der rein zufällig zur Politik gekommen ist. Anders als viele seiner Jungbürgermeisterkollegen könne er keine langjährige politische Laufbahn aufweisen. „Ich bin ein klassischer Quereinsteiger“, sagt der Kirchschlager, der von Deim in die Fraktion geholt wurde. Das Amt des Vizebürgermeisters übernahm er schließlich im April des vergangenen Jahres, als er Herbert Göweil in dieser Funktion nachfolgte. Heuer kam dann die große Frage – wieder von der Bürgermeisterin – ob er sich auch vorstellen könnte, ihr Nachfolger zu werden. Eine Entscheidung, die sich der Unternehmer nicht leicht gemacht habe. Ganz wichtig sei ihm dabei die Absprache mit seiner Frau gewesen: „Es war eine Abklärung nötig, aber meine Frau steht hinter mir und das passt. Es ehrt mich natürlich, dass Gertraud das vollste Vertrauen in mich legt. Aber natürlich muss es auch privat passen. Es muss miteinander funktionieren.“
Junges Wohnen
In der Gemeinde ist Mair gut vernetzt, seit 20 Jahren ist er bei der Feuerwehr, seit 14 Jahren beim Roten Kreuz. In Hinblick auf die zukünftigen Themen hat er bereits ein Ziel: „Das Ziel ist leistbares Wohnen für junge Kirchschlager.“ Schon jetzt würden die Leute auf ihn zukommen und ihn nach Gründen fragen, die auch noch möglichst günstig sein sollen. Keine leichte Aufgabe, denn als eine Gemeinde am Speckgürtel von Linz seien die Grundstückspreise hoch. Doch für Mair gehe es nicht nur um Grundstücke, sondern auch um leistbare Wohnungen – für die Kirchschlager.


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