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Juwele der Natur bleiben in Klaffer und Peilstein erhalten

Petra Hanner, 29.08.2017 11:12

KLAFFER/PEILSTEIN. Die Natur, so wie sie ist, zu bewahren ist das Ziel des Naturschutzbundes, das er mit dem Ankauf gleich zweier Biotope und Wiesen im Bezirk Rohrbach erreichen will.

Baldrian-Scheckenfalter Foto: Wolfgang Schruf
  1 / 5   Baldrian-Scheckenfalter Foto: Wolfgang Schruf

Eine mehr als zwei Hektar große Fläche beabsichtigt der Naturschutzbund in der Gemeinde Klaffer anzukaufen. Die strukturreiche Mähwiese befindet sich auf einer Waldlichtung im Talboden des Klafferbaches. In mageren, eher trockenen Bereichen gedeihen Rotstraußgras, Bürstling, Großer Wiesenknopf, die Blutwurz und das Gefleckte Johanniskraut. Die tiefergelegenen Bereiche zum Bach hin sind Pfeifengraswiesen mit Hochstauden wie das Mädesüß, die Engelwurz sowie die Verschiedenblättrige Distel und die Sumpf-Distel.

Schmetterlings-Vielfalt

Im westlichen Abschnitt finden sich kleine Mulden mit Niedermoorresten, in denen Kleinseggen, Wollgras, Sumpf-Veilchen und Torfmoose vorhanden sind. Die Waldwiese wird von einer relativ großen Anzahl an Schmetterlingen besiedelt. Darunter selten gewordene Arten wie Baldrian-Scheckenfalter, Braunfleckiger Perlmutterfalter und Mädesüß-Perlmutterfalter. Aber auch der Kleine Würfel-Dickkopffalter, der Große Perlmutterfalter und der Hummelschwärmer sind hier zu finden. Eine Art, die man nur äußerst selten zu Gesicht bekommt, ist der Große Eisvogel.

Erstnachweis in Österreich

Verschiedenste Libellenarten nutzen die Wiese als Jagdrevier, darunter auch die Westliche Keiljungfer. Der Fund auf dieser Wiese heuer stellt den Erstnachweis dieser Libellenart für Oberösterreich dar. Die Larven dürften sich in einem der Teiche in der Umgebung entwickeln.Zum Erhalt des Artenreichtums auf der Wiese muss diese regelmäßig gemäht und das Mähgut abtransportiert werden. Es ist vorgesehen, einen Teil der Wiese zukünftig einmal jährlich im Sommer zu mähen und die nährstoffreicheren Bereiche zweimal. Das Naturschutzressort des Landes Oberösterreich hat zur Sicherung der wertvollen ökologischen Fläche eine finanzielle Unterstützung zugesagt.

Weiterer Ankauf

In Peilstein möchte der Naturschutzbund eine kleinere, 2000 Quadratmeter große, südwestexponierte Magerwiesenböschung ankaufen. Dort wachsen charakteristische Pflanzenarten wie Silberdistel, Zittergras, Heidenelke, Zypressen-Wolfsmilch, Kleine Bibernelle und Große Fetthenne. Auch das seltene Berg-Sandglöckchen ist hier zu finden.Früher waren solche Magerwiesen über nährstoffarmen Boden im Mühlviertel typisch und weit verbreitet.

Arten verschwinden

Heute gehen diese Lebensraum-Typen durch Intensivierung der Landwirtschaft auf der einen Seite oder weil sie zum Beispiel aufgeforstet werden immer häufiger verloren. Viele typische Pflanzenarten, aber auch Wildbienen und Schmetterlinge wie der Schwalbenschwanz oder der Wolfsmilch-Schwärmer werden durch den Verlust an geeignetem Lebensraum immer seltener.

Freiwillige helfen mit

Durch den Ankauf will der Naturschutzbund Planzen und Tiere retten. Die kleine nährstoffarme, aber arten- und blütenreiche Wiese in Peilstein ist daher gleichzeitig Rückzugsraum als auch Trittsteinbiotop. Die Magerwiese wird künftig von ehrenamtlichen Helfern der Naturschutzbund Regionalgruppe Mühlviertel West gepflegt. Die Freiwilligen mähen die Wiese einmal im Jahr per Hand und entfernen das Mähgut. Damit wird gewährleistet, dass der Boden mager bleibt, also nicht mit zu vielen Nährstoffen angereichert wird.

Naturschutzbund unterstützen

Wer den Naturschutzbund bei der Pflege der wertvollen Flächen unterstützen möchte, kann sich beim Naturschutzbund melden. Kontaktdaten gibt's unter www.naturschutzbund.at

Finanzielle Unterstützung in Form von Spenden geht an das Spendenkonto bei der PSK: IBAN: AT74 6000 0501 1014 0425


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