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KLEINZELL. Selbst nach fast 50 Jahren als Wirt könnte sich Sepp Scharinger keinen schöneren Beruf vorstellen. Zumal er hier auch seiner zweitgrößten Leidenschaft, der Musik, nachgehen kann. Als „singender Wirt“ ist der Kleinzeller weithin bekannt.

Der „singende Wirt“ von Kleinzell, Sepp Scharinger, erfüllt seit fast 50 Jahren die musikalischen Wünsche seiner Gäste. Foto: Gahleitner

Eigentlich ist der Bauernbursch ja gelernter Stallbaumonteur. Aber die Liebe funkte dazwischen: 1974 heiratete er die Wirtstochter Steffi, die er auch nach 45 Jahren Ehe „nicht hergeben tät“, und wurde zum Wirt in Kleinzell. Hier steht er nicht nur hinter der Schank, sondern schnappt sich auch gerne Gitarre, Ziehharmonika oder Keyboard und unterhält seine Gäste. „Früher hab ich vier, fünf Nachmittage für Busgesellschaften musiziert. Heute ist es nicht mehr so oft“, erzählt Sepp Scharinger.

Kinder führen Betrieb weiter

„Das Wirt sein muss man mögen und die Stunden darf man nicht zählen. Aber es gibt nichts Schöneres als so einen Betrieb. Wie in einer Ehe geht es aber nur Miteinander“, freut er sich, dass seine zwei Kinder das Wirtshaus weiterführen: Tochter Michaela mit dem Schwiegersohn in spe Gerhard als Chefleute, Sohn Thomas als Chefkoch, der für die Küche zuständig ist. Sepp und seine Frau helfen aber gerne in der Gaststube mit. 

Pilgerweg bringt Gäste

Das Geschäft läuft gut, allein elf Stammtische kommen regelmäßig ins Traditionswirtshaus am Kleinzeller Ortsplatz. Der Granitpilgerweg hat dem Gastbetrieb einen zusätzlichen Schub gegeben. „Wir bieten einen Shuttleservice an und haben jetzt eigentlich immer volle Zimmer“, freut sich der Seniorwirt. Auch zum Mittagessen machen viele Pilger Halt in Kleinzell, weshalb der Gastgarten erweitert wurde.

Im Wald findet Sepp Ruhe

Ausgleich findet Sepp Scharinger beim Jagern oder bei der Waldarbeit. Aber solange es geht, will der 69-Jährige noch im Betrieb mitwerken. Er brauche ja Arbeit, sagt er. Denn Arbeit und Gesundheit seien das Wichtigste.


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