Korbwickeln - altes Handwerk neu entdeckt
KÖNIGSWIESEN. Körbe aus Gräsern, Kräutern und Blumen stellt Karin Theresa Öhlinger her. Sie ist eine der Wenigen, die dieses alte Handwerk noch aktiv betreibt.

Binsen, Lavendel, Kräuter, Gräser und Holz – in der Natur findet und sammelt Öhlinger alle möglichen Materialien zum Korbwickeln. „Man kann fast alles verwenden, was man will. Für mich ist es wichtig, dass die Materialien ökologisch sind“, sagt Öhlinger. Die Pflanzen werden zum Trocknen aufgehängt und dann zu unterschiedlichen Körben gemacht. Körbe mit Deckel, einem Geweih oder einem Ast als Henkel, runde und ovale Körbe – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. „Altes Handwerk hat im Mühlviertel eine große Tradition und ist immer noch von großer Bedeutung“, sagt die Naturpädagogin. Sie hat das Korbwickeln immer schon interessiert und vor zwei Jahren hat sie dann einen Kurs gemacht. Mittlerweile gibt sie ihr Wissen in Workshops an Interessierte weiter.
Winterarbeit der Bauern
„Korbwickeln ist älter als das Töpfern“, sagt Öhlinger. „Man hat es bereits in der Steinzeit angewendet. Es war die Winterarbeit der Bauern.“ Früher wurde für das Korbwickeln Roggenstroh verwendet, das nach dem Dreschen des Getreides angefallen ist. Die gereinigten und geputzten Strohhalme wurden Stück für Stück aufgespaltet und danach zu einem Korb geflochten. „Im Prinzip ist das Korbwickeln sehr einfach. Man nimmt die Gräser, macht einen Knoten, wickelt die Gräser im Kreis und befestigt diese des Öfteren mit Zwirn und Nadel.“ Verwenden kann man die Körbe sehr vielseitig: als Obst- oder Brotkorb, zum Sammeln von Schwammerln, als Deko oder Geschenkskörbe. „Ich bin gerne in der Natur unterwegs und so wollte ich auch etwas Kreatives mit Natur machen“, erklärt Öhlinger. „Mein erster Korb mit Lavendel, den ich vor zwei Jahren gemacht habe, riecht immer noch nach Lavendel.“


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