Ein Sportbesessener ist gegangen
KÖNIGSWIESEN Der Schock sitzt tief. Auch wenn auf Grund der schweren Krankheit von Hansi Haider letztlich nicht auszuschließen war, dass das Unfassbare passieren würde, versetzt sein früher Tod ganz Königswiesen in Schockstarre. Der „Motor des Sports“ in der Gemeinde verstarb am 13. Februar im 71. Lebensjahr. Ein Nachruf von NMS-Direktor Franz Kregl.

Hansi Haider war mehr. Er war eine Institution in Königswiesen. Vor allem aber war er der Motor des Sports in der Gemeinde. Sport war sein Leben. Über ein halbes Jahrhundert prägte er das Sportgeschehen in Königswiesen. Und wenn man den Sport so liebte und lebte wie er, reicht im Grunde der Terminus Begeisterung nicht mehr aus. Es war Besessenheit, was keineswegs abwertend verstanden werden soll; im Gegenteil: Dermaßen hochmotivierte Menschen braucht die Gesellschaft in vielen Bereichen; auch im Sport.
Talent gepaart mit Trainingseifer
In kaum einer Sportart, die hierzulande betrieben wird und in der auch Wettkämpfe veranstaltet worden waren, brachte es Hansi Haider nicht zu Meisterehren. Was irgendwie nach Sport roch, probierte er aus und ausgestattet mit einem unvergleichlichen sportlichen Talent und dem nötigen Trainingseifer ließ er in verschiedenen Disziplinen immer wieder mit Erfolgen aufhorchen, ob es Fußball, Schilauf, Leichtathletik, Tennis, Schijöring oder Langlauf war.
Schon in den späten 50-er-Jahren drängte es ihn in die Nähe derer, die etwas mit Sport zu tun hatten. Wie ein Magnet zogen ihn sportliche Aktivitäten an. Und allen am Sportgeschehen Beteiligten war damals schon klar, Hansi würde nicht nur als Aktiver, sondern auch als Funktionär, als Organisator und Mitgestalter in der Gemeinde eine wichtige Rolle spielen.
Gewissenhafter Funktionär
Die Liste seiner Funktionen im Verein ist tatsächlich im Laufe der Zeit schier unüberschaubar angewachsen und sucht ihresgleichen. Unglaubliche 40 Jahre war er beispielsweise Tennis-Sektionsleiter und seit 1996 stand er gar an der Spitze der Sportunion Königswiesen. All seine zahlreichen Funktionen übte er mit wahrlich vorbildhaftem Ernst aus.
Sein außergewöhnliches Engagement für den Sport wurde bald auch außerhalb der Gemeindegrenze bemerkt, und so ereilte ihn Anfang der 80er-Jahre geradezu logischerweise der Ruf, sozusagen eine Ebene höher die Geschicke des regionalen Sportgeschehens mitzugestalten. Er wurde gebeten, im Bezirkssportausschuss mitzuarbeiten.
Respekt durch Fachwissen erarbeitet
Als einfacher Bäckergeselle aus der Peripherie des Bezirks drang er damals gewissermaßen in den Kreis der Direktoren, Doktoren und Professoren ein, die seinerzeit den Bezirkssportausschuss dominierten. Aber durch sein Fachwissen verschaffte er sich schnell den nötigen Respekt, sodass letztlich selbst den honorigen Herren klar wurde, auf diesen Sportbegeisterten nicht verzichten zu können.
Ausgezeichnet
Wegen seines hohen Engagements wurde er mehrfach ausgezeichnet. Er ist unter anderem Träger des goldenen Ehrenzeichens der Sportunion Österreich und 2016 verlieh ihm Landregierung OÖ den Ehrentitel Konsulent für das Sportwesen. Die Sportunion Königswiesen ohne Hansi ist nur schwer vorstellbar. Ganz Königswiesen ohne Hansi ist nur schwer vorstellbar.


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