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KOLLERSCHLAG. Rund 30.000 Flüchtlinge passierten seit Anfang September den Grenzübergang Hanging. Die Helfer und Einsatzkräfte geben ihr Bestes. Die Kommunikation mit Deutschland soll aber noch besser werden.

  1 / 7   Viele Menschen haben eine lange, oft beschwerliche Reise hinter sich und sind von ihrem Zielland Deutschland nur mehr wenige Meter entfernt.

Montagmittag am Grenzübergang Hanging: Fünf Busse mit steirischem Kennzeichen warten darauf, registiert zu werden. Im tausend Quadretmeter großen Zelt, gleich neben dem Grenzübergang Hanging, befinden sich weitere hundert Flüchtlinge. Sie stehen in einer Reihe und warten bis sie an der Reihe sind, von der deutschen Polizei abgefertigt zu werden. Dann geht für sie die lange Reise weiter. Gekommen sind viele Menschen aus Aleppo, Damaskus, Afghanistan und vielen anderen Brennpunkten. Zehn Busse werden an diesem Tag insgesamt erwartet, heißt es von der Polizei. Mit dem Roten Kreuz, dem Bundesheer und vielen freiwilligen Helfern wird die Arbeit erledigt. Gerechnet wird mit etwa 600 Leuten. „Das kann sich Tag für Tag ändern“, weiß Heinz Lorenz, Amtsleiter der Gemeinde Kollerschlag und Obmann der Sportunion, welche die Stockhalle bis 30. November als Notquartier zur Verfügung gestellt hat. Er kennt die Situation an der Grenze gut. Ein- bis zweimal täglich macht er sich am Grenzübergang und in der Stockhalle ein Bild der Lage. Es läuft aber nicht immer so reibungslos ab wie es sich an diesem sonnigen Herbsttag präsentiert.

Gerüchte sind „haltlos“

„Voriges Wochenende war es stressig, besonders am Abend“, sagt er. Weil die Beamten in Deutschland keine Flüchtlinge mehr registrieren konnten und auch mehr Busse als angekündigt nach Kollerschlag kamen, gab es einen Rückstau. „Viele Leute mussten die Nacht in der Kälte verbringen“, erzählt Lorenz und zeigt Fotos auf seinem Handy. Darauf zu sehen sind Zelte und Karton-Schlafplätze, die sich neben dem großen Zelt im Freien befanden. Vehement wehrt sich Lorenz gegen grassierende Gerüchte, wonach der Grenzübergang Hanging für den Flüchtlings-Transit nur deshalb ausgewählt wurde, weil es in der Stockhalle ein Notquartier gebe. „Das ist haltlos“, sagt er, „auch wenn das Quartier in Julbach geblieben wäre, verläuft der Transit über Hanging.“ Die generelle Stimmung in der Gemeinde ist unsicher. Das liegt vor allem daran, dass der Genzübergang nicht passierbar ist. Vor den Flüchtlingen müsse man aber keine Angst haben. Lorenz: „Es gab bisher noch keinen einzigen Vorfall.“

Kommunikation verbessern

50 Flüchtlinge werden pro Stunde von der Polizei in Bayern abgefertigt. 30.000 Asylsuchende querten seit Anfang September den Grenzübergang in Hanging, heißt es vom zuständigen Landesrat Rudi Anschober (G). Um die Kommunikation und Zusammenarbeit weiter zu verbessern, planen Deutschland und Österreich ein gemeinsames Grenzmanagement. Ausschlaggebend dafür war die Kritik des baye-rischen CSU-Chefs Horst Seehofer über das Flüchtlingsmanagement in Österreich. Die deutschen Parteien CDU und CSU wollen sogenannte Transitzonen für Flüchtlinge einrichten, wo über die weitere Zukunft jedes einzelnen Flüchtlings entschieden wird.


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