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KREMS. Der Bau der Tiefgarage unter dem Südtirolerplatz verzögert sich nochmals. Die Bauverhandlung hat zwar mittlerweile stattgefunden, einen rechtskräftigen Bescheid gibt es jedoch noch nicht. Unterdessen macht die Kremser FPÖ weiter gegen das Millionenprojekt mobil und beschuldigt Investor Othmar Seidl Kritiker unter Druck zu setzen. Seidl wiederum wirft der Opposition vor, sein Projekt aus Eigeninteressen verhindern zu wollen

  1 / 3   So soll der Südtirolerplatz künftig aussehen. Die Bauverhandlung für die Oberflächengestaltung findet diesen Donnerstag statt. Grafik: göbl architektur zt GmbH

„Angesagte Revolutionen finden nicht statt“, meint Othmar Seidl. Fast 600 Bürger waren zur Bauverhandlung in Sachen Tiefgarage am Südtirolerplatz geladen. In den eigens für die Verhandlung angemieteten Stadtsaal gekommen sind Seidl zufolge 48 Personen. „Da frage ich mich schon, ob wirklich alle Bürger gegen das Projekt sind“, sagt Seidl mit Blick auf die öffentliche Kritik, die ihm für sein Sechs-Millionen-Euro-Projekt entgegenschlägt.

„Sorgen sind gestiegen“

Zahlreiche Bürger nutzten die Bauverhandlung, um ihre Bedenken vorzubringen. „Die Sorgen der Anrainer sind seit dem Bauverfahren noch gestiegen“, meint Norbert Hug, Sprecher der „Interessengemeinschaft Ensemble Südtirolerplatz“. Die unmittelbar betroffenen Anrainer hätten nicht nur Angst vor mehr Lärm, Staub und Verkehr, sondern auch vor Schäden an ihren Häusern – sei es während der Bauphase aber auch langfristig zum Beispiel durch Kellerüberflutungen.

Magistrat klärt auf

„Im Rahmen der Verhandlung wurden durch die Sachverständigen diese Befürchtungen widerlegt und Ängste zu zerstreuen versucht“, heißt es zu diesem Punkt auf Anfrage aus dem Magistrat. „Wie immer wird es vor Baubeginn eine Beweissicherung geben und während der Bauarbeiten eine Überwachung“, teilt das Rathaus mit. Bauherr Othmar Seidl betont, alle Ängste der Anrainer ernst zu nehmen.

„Kritiker mundtot machen“

Ganz anders sehen dies Vertreter der Kremser FPÖ. Der Kremser National- und Gemeinderat Walter Rosenkranz beschuldigt Seidl, Gegner des Tiefgaragenprojekts „mit Klagsdrohungen zu überziehen“. So hätte beispielsweise ein Ehepaar kurz vor der Bauverhandlung ein entsprechendes Schreiben von Seidls Anwalt erhalten. „Es hört sich sehr danach an, dass man Kritiker ausschalten und mundtot machen möchte“, meint Rosenkranz. Der Investor wehrt sich gegen diese Vorwürfe. Er habe lediglich ein Ehepaar per Anwaltsschreiben dazu aufgefordert, rufschädigende Äußerungen gegen seine Person in Zukunft zu unterlassen.

„Mit Ängsten Politik machen“

Hart ins Gericht geht Seidl mit der FPÖ und den übrigen Oppositionsparteien (mit Ausnahme der Grünen), die sich von Anfang an gegen das Projekt gestellt hatten – unter anderem weil sie keinen Bedarf für die Tiefgarage sehen. „Die Oppositionsparteien nehmen die Ängste der Leute, um Politik zu betreiben“, klagt Seidl. Einige Betroffene hätten sich so manipulieren lassen.

FPÖ: „Wahlzuckerl erfüllt“

Weiters klagt Seidl dass es bei der Diskussion um den Tiefgaragen-Bau nicht um die Sache, sondern um Eigeninteressen gehe: „Man will dem politischen Gegner eins auswischen“. Die FPÖ jedenfalls sieht die Stadt in der „Geiselhaft“ des Investors. „Wo finde ich schon jemanden, der einem ein Wahlzuckerl erfüllt?“, fragt Rosenkranz mit Blick auf Wahlversprechen der SPÖ.

Baubeginn erst Herbst 2017?

Fakt ist jedoch, dass es noch keinen rechtskräftigen Baubescheid gibt. Laut Magistrat sollen noch ergänzende Stellungnahmen von Sachverständigen eingeholt werden. Othmar Seidl selbst ist optimistisch, dass er den Bescheid bekommt – „wenn er auch noch ein bisschen auf sich warten lässt“. Im Magistrat kann man derzeit nicht abschätzen, wie lange das Verfahren noch dauern wird. Bei einer Verzögerung bis Herbst rechnet Seidl damit, erst nach dem Wachauer Volksfest 2017 mit den Bauarbeiten beginnen zu können – ursprünglich hätte die Garage zu diesem Zeitpunkt bereits fertig sein sollen.

Seidl erwägt Rückzug

Mit Blick auf den heftigen Widerstand, der ihm entgegen schlägt, quälen Seidl Zweifel, „ob das Projekt Sinn macht“. Der Investor würde sich für sein Bauvorhaben die Unterstützung von Politik und Wirtschaft wünschen. Sein Dank gilt den Behörden, die „hinter dem Projekt stehen“.


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Kremser
Kremser
09.03.2016 08:10

Der Dank an die Behörde ist sehr verständlich!

Nach dem bekannten Vertragswerk tragen die Bürgerinnen und Bürger des Risiko und nach der Verkehrslösung den Umweltschaden. Die Fahrzeuge werden den dreifachen Dreck und Lärm von vorher hinterlassen um in den Stadtgraben zu gelangen. Bei einer von Resch immer so hervorgehobenen BürgerInnen - Beteiligung hätte es eine derartige stumpfsinnige Oberflächen - und Verkehrslösung nicht gegeben. Doch Geld scheint ja bei der Angelegenheit keine Rolle gespielt zu haben! Dem Geld wurde automatisiert gedient!