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KREMS. Kritik am Wahlkampf von Bürgermeister Reinhard Resch (SPÖ) üben ÖVP und FPÖ. Stein des Anstoßes sind Reschs Kandidatur für die Nationalratswahl sowie ein Wahlplakat-Sujet, welches den Stadtchef mit Probst Maximilian Fürnsinn zeigt. Resch weist die Kritik an seiner Kandidatur zurück, das entsprechende Wahlplakat wurde zwischenzeitlich entfernt.

  1 / 3   Bürgermeister Reinhard Resch, hier im Bild mit Bildungsministerin Sonja Hammerschmid, plant keinen Wechsel in die Bundespolitik. Foto: Brandt

„Krems oder Wien?“ fragt ÖVP-Stadtparteichef Thomas Höhrhan. „Am 15. Oktober wählt Krems den Gemeinderat und Österreich den Nationalrat. Herr Resch kann sich dabei nicht entscheiden, was ihm wichtiger ist – Politik für Krems oder der Wechsel nach Wien“, meint Höhrhan weiter. Denn wie aus einer Wahlwerbung für die Waldviertler SPÖ hervorgeht, welche der Kremser ÖVP vorliegt, kandidiert der Stadtchef zeitgleich auch für den Nationalrat. „Statt sich auf die Stadt zu konzentrieren, bereitet er offenbar den Abschied ins Parlament vor“, kritisiert Höhrhan.

Resch kandidiert auf Platz 438

Bei genauerer Betrachtung wird deutlich, dass Resch auf Platz 438 der Bundesliste antritt – und somit kaum eine Chance auf einen Einzug ins Parlament haben dürfte. „Als Bezirksparteivorsitzender bin ich automatisch auf der Bundesliste“, erklärt der Stadtchef dazu auf Anfrage. Und weiter: „Heißt: Resch 100 Prozent für Krems“.

Vermischung von Staat und Kirche

Ein Wahlplakat-Sujet von Resch erregt wiederum den Missmut von Nationalrat und FPÖ-Landeschef Walter Rosenkranz aus Krems. Es zeigt den Stadtchef im Gespräch mit Probst Maximilian Fürnsinn vom Stift Herzogenburg, darunter steht der Slogan „Mein Weg: Offenheit predigen. Und leben“. Walter Rosenkranz stört hier die Vermischung von Kirche und Staat: „Resch ist im Wahlkampf wohl nichts heilig. Politische Werbung mit einen Kirchenmann geht gar nicht!“

Resch räumt Fehler ein

Reinhard Resch erklärt dazu, dass er das Foto mitsamt Text Probst Fürnsinn im Juli gezeigt habe. Dieser habe ihm die Erlaubnis zur Verwendung gegeben. „Es war ein Fehler von mir, nichts ausdrücklich auf einen Einsatz in der Wahlauseinandersetzung hinzuweisen“, räumt Resch ein, der sich nach eigenen Angaben bereits bei Probst Fürnsinn entschuldigt hat. Die Plakate wurden zwischenzeitlich entfernt. „Ich habe mich einfach über das schöne Foto mit dem einprägsamen Text gefreut“, erklärt der Stadtchef. Und weiter: „Dass gerade die FPÖ (“Islam statt daham“ etc.) es zu einem religiösen Thema macht, finde ich als Chuzpe“.


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