„Digitalisierung im Tourismus“ sorgte für volles Haus beim 2. Branchensymposium
Zum 2. Mal trafen sich am 29. November 2017 Niederösterreichs Touristiker und Gastgeber zum Branchensymposium „Digitalisierung im Tourismus“ der Niederösterreich-Werbung. Branchen-News wie der Tourismus 4.0-Coach oder die Content Marketing Strategie, spannende Vorträge und Interviews als auch Einblick in „Best Practice“-Beispiele fanden großen Anklang. Rund 150 Gäste folgten der Einladung in die FH IMC Krems.
Die digitale Transformation hält die heimische Tourismusbranche in Atem. Herausforderungen und Chancen wurden innerhalb der Niederösterreich-Werbung analysiert und passende Maßnahmen in einer Arbeitsgruppe 4.0 geplant und umgesetzt, unter anderem das Branchensymposium. Eine Event-Plattform, bei der Touristiker auf Experten treffen, fachlicher Austausch zu Trendthemen passiert und Neuigkeiten im Tourismusnetzwerk Niederösterreich präsentiert werden.
Petra Bohuslav: „Digitalisierung bedeutet Fortschritt!“
„Digitalisierung bedeutet Fortschritt. Sie ermöglicht uns viele neue Chancen, die wir wahrnehmen und für uns sinngemäß umsetzen müssen. Wir haben auf Niederösterreich angepasste Möglichkeiten ausgelotet und mit Maßnahmen reagiert. Und ich freue mich, für das kommende Jahr mit dem „Tourismus 4.0-Coach“ oder der Digitalisierung der Niederösterreich-CARD weitere touristische Impulse zu setzen, die unsere Betriebe zum Thema Digitalisierung beratend unterstützen als auch unseren Gästen und Kunden einen verbesserten digitalen Service bieten“, unterstreicht Tourismuslandesrätin Petra Bohuslav (ÖVP), die über eine Videobotschaft die Teilnehmer begrüßte.
Spannungsfeld Mensch und Maschine
Das von Claudio Schütz moderierte Branchensymposium startete mit der Keynote „Tourismusmarketing im Spannungsfeld Mensch und Maschine“ von Reinhard Lanner, Geschäftsführer von workersonthefield.com. Er beschäftigte sich damit, welchen Einfluss die Digitalisierung auf den Arbeitsbereich im Tourismus nimmt, von der Kommunikation über das „Internet Of Things“ bis hin zur künstlichen Intelligenz. „Alles, was digitalisiert werden kann, wird auch digitalisiert werden. Gleichzeitig steigt der Wert jener Tätigkeiten, die besser von Menschen als von Maschinen erbracht werden. Tourismusunternehmer brauchen eine Haltung von Offenheit und Neugierde gegenüber der Digitalisierung, den Willen, manche Geschäftsprozesse zu automatisieren und die Fähigkeit, die Talente der Mitarbeiter zu fördern. Wer eine Beziehung zu seinen Gästen aufbaut, dessen Leistungen verkaufen sich von selber“, so Lanner.
Saalbacher Hof: Glückliche Mitarbeiter dank Digitalisierung
Von sinnvollen und nützlichen Tipps und Tricks aus der Praxis sprachen das Ehepaar Isabella Dschulnigg-Geissler und Christian Geissler, Geschäftsführer des 4-Sterne Hotels Saalbacher Hof. Das Gastgeber-Duo präsentierte die digitale Entwicklung ihres Hotels unter Einbezug unterschiedlicher digitaler Maßnahmen. Sie begeisterten die Symposium-Gäste unter anderem mit Tools wie DOODS, ein digitales Werkzeug zur Steigerung der Wertschöpfung durch zufriedene, glückliche und erfolgreiche Mitarbeiter, „Zeit zum Spinnen“, ein Ideenbord, das kreative Ideen sammelt oder ein digitales Tool für eine vereinfachte und zeitsparende Überprüfung der Haustechnik auf Knopfdruck. Auch welche Social Media Plattformen sie wie nutzen zeigten sie auf.
Nach einer Kommunikationspause in der sich die Gäste bei Info-Corners mit den Online-Verantwortlichen der Destinationen austauschen konnten, ging es mit drei Interviewblöcken weiter.
Online Videokampagne umgesetzt
Im ersten sprachen Christoph Madl, Geschäftsführer der Niederösterreich-Werbung und Christiana Hess, Marketingleitern der Niederösterreich-Werbung und Geschäftsführerin der Niederösterreich-CARD über die Herausforderungen und erfolgreich umgesetzten Maßnahmen der Tourismusorganisation. Madl führt die neue Firmenstruktur mit dem „Content Media House“ an, das als internes Redaktionsteam in enger Zusammenarbeit mit den Destinationen für strategische Kommunikation und Storytelling im Einsatz ist. Hier wurde die erfolgreiche Umsetzung der 360° Content Marketing Strategie und die Online Videokampagne „Die große Reise durch Niederösterreich“ hervorgehoben. Außerdem wies Hess auf die Veränderung in der Online-Kommunikation hin, und dass die Aufmerksamkeit und Verweildauer der Besucher auf Kanälen abnimmt, während der Wunsch nach Unterhaltung und Qualität steigen. Mit dem Start in die digitale Saison der beliebten Ausflugskarte, Niederösterreich-CARD, im April 2018, dürfen sich Betriebe und Kunden auf viele neue Funktionen freuen, die dem Ausflugsziel mehr Informationen ihrer Besucher zur Verfügung stellt und den Kunden Mehrwerte wie Zusatzinfos aus der Region bringt.
Verschmelzug von digitaler und realer Welt
Im zweiten Interviewblock „Wie können Tourismusbetriebe die Digitalisierung nützen?“ kamen nochmals Reinhard Lanner, der Studiengangsleiter Master Tourism and Leisure Management des IMC Krems, Christian Maurer und Markus Hann, Regionaldirektor und Marketingleiter der Gruppe IPP Hotels zu Wort. Maurer sprach über den Trend der immer stärkeren Verschmelzung zwischen realer und virtueller Welt und den damit verbundenen Geräte, die zukünftig für alle unsere Aktivitäten – auch die Customer Journey – verwendet werden. Auch die Nutzung des semantischen Webs, in der vorhandene Inhalte für andere Anwendungen zur Verfügung gestellt werden, und die genaue Datenanalyse führte er als zukunftsträchtig an. Hann brachte wiederum die Herausforderungen aus Blick des Betriebes ein: „Bei neuen Hotelprojekten steht man vor neuen Herausforderungen – auch digital. Wir haben unter anderem sehr gute Erfahrungen mit Chatbots und Live-Chats gemacht, diese aber in Ergänzung zu den klassischen Maßnahmen wie Newsletter, Website und Co.“
Neue Serviceangebote nutzen
Die dritte Interviewrunde zum Thema „Serviceangebote des Tourismusnetzwerks Niederösterreich“ sorgte für die niederösterreichischen Gastgeber für eine Neuigkeit, denn die Einführung des „Tourismus 4.0-Coach“ wurde von den Interviewpartnern Stefan Bauer, Prokurist der Niederösterreich-Werbung, Harald Schwaiger, Programm-Manager LEADER bei ecoplus Regionalförderungen, und Bernhard Schröder, Geschäftsführer Destination Donau Niederösterreich, erstmals präsentiert. Bauer: „Um digital fit zu sein, brauchen wir verstärkt unsere Betriebe im Boot. Einerseits geht es um Wissenstransfer, andererseits um persönliche und individuelle Beratung. Den Betrieben, darunter Hotels, Wirte, Ausflugsziele, soll mit dem Tourismus 4.0-Coach dabei geholfen werden, maßgeschneiderte Lösungen umzusetzen.“ Die ecoplus unterstützt als Förderstelle des Landes das Projekt. Schwaiger begrüßt den Schritt und gab Einblicke in den Status Quo des Förder-Calls: „Der Förder-Call unterstützt die sechs Tourismusdestinationen, die noch bis 20.Dezember die Möglichkeit haben, Projekte einzureichen. Die Tourismus 4.0-Coaches werden als eine Art Betriebs-Coaches ausgebildet und eingesetzt, um im Dialog mit den Betrieben konkrete betriebliche Unterstützungsangebote zu liefern.“ Als Vertreter aller Destinationen ergänzte Schröder: „Der Wunsch nach dieser Art von Gastgeber-Service hat sich aus der digitalen Entwicklung per se ergeben. Digitalisierung bringt Veränderungen und neue Möglichkeiten. Wir als Destination, aber auch viele Betriebe bis hin zu Gemeinden befassen sich gerade intensiv mit dieser Entwicklung. Wir sehen den Tourismus 4.0-Coach als Manager im Einsatz für eine gemeinsame erfolgreiche Tourismuszukunft.“
Der Abend fand seinen Ausklang mit einer unterhaltsamen Einlage des bayrischen Improvisationstheaters die IMPROfeten.
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