Flaniermeile: Wiener Straße soll attraktiver für Fußgänger werden
KREMS. Große Veränderungen kündigen sich in der Wiener Straße an. Die Stadt Krems hat ein städtebauliches Leitbild in Auftrag gegeben, wonach die derzeitige Durchzugsstraße deutlich aufgewertet und attraktiver für Fußgänger und Radler gestaltet werden soll. Über den aktuellen Entwicklungsstand informieren Planer und Experten im Rahmen einer Ausstellung im Rathaus.

Mehrere Großbaustellen prägen aktuell das Bild in der Wiener Straße, einer der wichtigsten Verkehrsachsen in der Stadt Krems. Bei der Abzweigung zum Krankenhaus entsteht seit einigen Monaten das Wienertor Center und neben dem Bühl-Center wird der Businesspark W86 errichtet. Diese beiden Großprojekte nahm die Stadt Krems schließlich zum Anlass, sich intensiv darüber Gedanken zu machen, wie das Areal zwischen den neuen Geschäftsgebäuden in Zukunft genutzt werden soll.
Grundbesitzer eingebunden
Ende 2017 hat das Magistrat laut Baudirektor Reinhard Weitzer mit der Arbeit an einem städtebaulichen Leitbild begonnen. Erstellt wird dieses vom Architekturbüro Tillner & Willinger sowie vom Verkehrsplanungsbüro Rosinak & Partner. Die beiden Wiener Unternehmen hatten sich beim Auswahlverfahren durchgesetzt. In die Erstellung wurden Weitzer zufolge auch die betroffenen Grundeigentümer eingebunden.
Straße wird nicht verlegt
Wenn es nach dem jetzigen Stand geht, soll sich die Wiener Straße in einen Boulevard verwandeln. Ziel ist Weitzer zufolge, dass sich künftig auch Fußgänger gerne in diesem Bereich bewegen. Denn auf der Südseite soll eine Art Flaniermeile mit Fußgänger- und Radweg entstehen, die durch eine Baumreihe von der bestehenden Straße abgeteilt wird. Vereinzelt sollen kleine Parks zum Verweilen einladen. Möglich machen soll dies eine Zurückrückung der Bebauung. Die Wiener Straße selbst werde nicht verändert, betont Weitzer.
Bausperre bis maximal Frühjahr 2020
Nach Aussage des Baudirektors soll das städtebauliche Leitbild bis Herbst 2018 abgeschlossen sein. Es bildet die inhaltliche Grundlage für einen Teilbebauungsplan, welchen dann der Gemeinderat beschließen muss. Der Bebauungsplan soll bis spätestens Frühjahr 2020 rechtskräftig sein. Denn bis zu diesem Zeitpunkt kann die verhängte Bausperre in diesem Gebiet maximal aufrechterhalten werden.
Spielraum für Nutzung
Künftige Investoren müssen sich an die Vorgaben des Leitbilds halten. Die Stadt selbst ist für die Gestaltung der öffentlichen Flächen zuständig. Nicht vorschreiben kann sie jedoch, welche Einrichtungen genau sich in diesem Bereich niederlassen dürfen. Zulässig sind Weitzer zufolge beispielsweise Cafés, Büros, Dienstleister oder Beherbergungsbetriebe.
Längerfristiges Projekt
Der Baudirektor sieht in der Neugestaltung eine Chance zur „Aufwertung eines Stadtteils mit großem Entwicklungspotenzial“. Das Projekt sei längerfristig gedacht, Weitzer spricht hier von einem Zeithorizont von etwa 20 Jahren. Überzeugt ist er jedoch, dass das Interesse an diesem Stadtbereich groß ist: „Der Immobilienmarkt hat sich sehr zu bewegen begonnen.“
Nähe zum Zentrum herstellen
„Die Einkaufszentren und die Innenstadt sollen sich näher kommen“, gibt Bürgermeister Reinhard Resch (SPÖ) als Ziel vor. „Im Prinzip liegt beides ja nur einen Katzensprung voneinander entfernt“, so der Stadtchef. Die Wiener Straße soll künftig keine reine Durchzugsstraße mehr sein, sondern auch von Fußgängern gerne genutzt werden.
Erfreut, dass sich in diesem Bereich etwas tut, zeigt sich auch Vizebürgermeister und Wirtschaftsstadtrat Erwin Krammer (ÖVP). Er erhofft sich durch das neue Leitbild eine „qualitätsvolle Verdichtung“ und mehr Grünräume.
Infoabend am 28. Juni
Über erste Zwischenergebnisse des städtebaulichen Leitbilds informieren nun Experten des Planerteams und der Stadt Krems. Bereits am Donnerstag, 28. Juni, steht zwischen 17 und 20 Uhr das Rathaus für alle Bürger offen, die das Thema interessiert. Besucher können sich direkt bei den Planern über den aktuellen Stand informieren und Fragen stellen.
Ausstellung im Rathaus
Ab Freitag, 29. Juni, sind in der Rathaushalle Schautafeln und Pläne ausgestellt, auf denen das Vorhaben abgebildet ist. Die Ausstellung kann bis 5. Juli während der Öffnungszeiten des Rathauses besichtigt werden: Montag bis Donnerstag von 7 bis 16 Uhr, Freitag von 7 bis 12 Uhr. Für weitere Auskünfte steht auch die städtische Baudirektion zur Verfügung: Service Center Bauen, Bertschingerstraße 13, Tel. 02732/801-301.


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