Brantner errichtet „modernste Kompostanlage in ganz Österreich“

Hits: 722
Claudia  Brandt Claudia Brandt, Tips Redaktion, 12.09.2019 11:23 Uhr

LANGENLOIS. Die Firma Brantner lud heute Vormittag gemeinsam mit Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Ex-Finanzminister Hans Jörg Schelling und dem Kremser Vizebürgermeister Erwin Kramer (alle ÖVP) sowie Vertretern der Abfallverbände zum Startschuss für das Bauprojekt „Erdenreich“. Mit modernsten Technologien und Verfahrenstechniken wird bei Gneixendorf das jüngste Kompost- und Erdenwerk Österreichs und zugleich die größte eingehauste Anlage dieser Art in Niederösterreich entstehen.

Bereits als das Projekt im November 2018 entwickelt wurde, war klar, dass die Kompostierung in Niederösterreich künftig vor großen Herausforderungen stehen wird. Stetig wachsende Abfallströme bringen die bestehenden Anlagen an ihre Kapazitätsgrenzen, neue und dringend benötigte Wohnsiedlungen rücken immer näher an alteingesessene Anlagen, und nach Angaben der Firma Brantner hat leider auch das Trennbewusstsein der Verbraucher noch viel Luft nach oben. Aktuell misst man im Biomüll bis zu 20 Prozent Störstoffe, zum größten Teil Plastiksackerl, die nicht verrotten. Mit seinem neuen Projekt „Erdenreich“ stellt sich das traditionsreiche Familienunternehmen Brantner diesen Herausforderungen und errichtet zwischen Langenlois und Gneixendorf die modernste und größte eingehauste Kompostieranlage Niederösterreichs.

Aus Bioabfällen wird Erde 

Bei ihrer Fertigstellung im Jahr 2020 wird die 33.000 Quadratmeter große Anlage pro Jahr bis zu 35.000 Tonnen an biogenen Abfällen zu hochwertigen Biokomposten verarbeiten und diese gemeinsam mit 10.000 Tonnen weiterer Komponenten (Holzasche, Erdaushub, Sand etc.) zu qualitativen Erden abmischen. Ein eigens dafür großzügig angelegter Zugangsbereich für Endverbraucher wird die Abholung der Produkte vereinfachen. Neu ist zudem, dass Erdenmischungen dort künftig noch gezielter auf die Bedürfnisse der Konsumenten abgestimmt werden können.

Modernste Technik sorgt für höchste Qualität 

Für das Unternehmen bedeutet dieser große Schritt in Richtung Zukunft eine Investition von sieben Millionen Euro: „Das Brantner ´Erdenreich“ wird damit die modernste Kompostanlage in ganz Österreich„, erklärt Projektleiter Roland Schönbichler. Die mit neuester Technik ausgestattete Prozesssteuerung der Anlage zur Optimierung von Temperatur, Belüftung und Feuchtigkeitsregulation gewährleistet zu jeder Zeit, dass stets höchste Qualitätsstandards eingehalten werden können. “Aber nicht nur der Kompostierprozess selbst wird auf das nächste Level gehoben, auch Störstoffe wie Kunststoff, Dosen u.v.m. können in nie dagewesener Güte aussortiert und entfernt werden, sodass stets die beste und reinste Kompostqualität gewährleistet bleibt„, freut sich Bernd Brantner auf die Inbetriebnahme 2020.

Kaum Geruchsbelästigung 

Mit der Einhausung der Materialien bei der Intensivrotte innerhalb der ersten vier Wochen lassen sich diese Qualitätsansprüche das ganze Jahr über erreichen. Ein weiterer Vorteil dieser neuen Entwicklung: natürliche Gerüche der Kompostierung können so weitestgehend vermieden werden, denn diese treten fast ausschließlich innerhalb dieser Intensivrottephase (bei bis zu 80° C) auf. Die Anlage in Langenlois/Gneixendorf wird damit zugleich das größte eingehauste Werk dieser Art in Niederösterreich sein.

Nährstoffe fürs Ökosystem

Das neue Kompost- und Erdenwerk bedient Haushalte und Großverbraucher wie Landwirte und Weinbauern gleichermaßen. Der im Werk entstehende Bio-Kompost trägt dabei wesentlich zur Verbesserung der Bodenstruktur bei und wirkt dem ständig präsenten Problem der Auswaschung fruchtbarer Böden auf natürliche Weise entgegen. Aus biogenen Abfällen werden somit wieder neue Nährstoffe für unser Ökosystem.

“Zurück in regionale Kreisläufe„

“Brantner steht nicht nur für 600 Greenjobs in Niederösterreich. Das Unternehmen ist ein wichtiger Teil der Energiewende. Wir müssen zurück in regionale Kreisläufe. Das ist essentiell für die Erreichung von Klimazielen. Das Projekt „Erdenreich“ macht´s vor„ , so Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf.

 

Artikel weiterempfehlen:

Kommentar verfassen



Feierliche Segnung: Ein „Weinbergkristall“ für Langenlois

LANGENLOIS. Traditionell rund um Martini wurde heuer im „stiegenhaus“ in Langenlois eine stimmungsvolle Weintaufe gefeiert. Die Weinpatenschaft übernahm Spar-Vorstandsdirektor Hans K. Reisch aus ...

Karikaturmuseum zeigt umfassende Ausstellung von Bruno Haberzettl

KREMS. Das Karikaturmuseum Krems zeigt mit „Bruno Haberzettl. Karikaturen aus 25 Jahren Krone bunt“ die erste umfassende Personale des Künstlers. In der umfassenden Schau werden rund 230 Originale ...

Erste Kremser Demenz-Konferenz: Rund 22.000 Betroffene in Niederösterreich

KREMS. Auf Einladung des Departments für Klinische Neurowissenschaften und Präventionsmedizin an der Donauuniversität fand die erste Kremser Demenz-Konferenz statt. Internationale  ...

Kremser Sportakrobaten: Europameisterschaft als Highlight zum Karriereabschluss

KREMS. Die Europameisterschaft in Israel war das Großereignis 2019, auf das die Kremser Sportakrobatinnen lange Zeit hingearbeitet hatten. Der Österreichische Kader unter der Leitung von Nationaltrainerin ...

100 Jahre Musikverein: Jubiläumswein gesegnet

GFÖHL. Am 10. November wurde der Jubiläumswein des Gföhler Musikvereines, ein grüner Veltliner vom Weingut Anton Hagen, getauft. Anlass ist das 100-Jahr-Jubiläum des Musikvereines ...

Stadtadvent weckt Weihnachtsstimmung

KREMS. Die Dominikanerkirche wird zum zweiten Mal Schauplatz des Kremser Stadtadvents: von 15. bis 17. November und von 22. bis 24. November.

Der kleine Iven wollte nicht warten: Rotkreuz-Sanitäter als Geburtshelfer

SCHÖNBERG AM KAMP. Eigentlich sollte das Rotkreuz-Team einfach nur die werdende Mutter ins Krankenhaus transportieren – doch der kleine Iven hatte andere Pläne. Beim Eintreffen der Rotkreuz-Mannschaft ...

Neue Ortsmitte für Furth - jetzt sind die Ideen der Bürger gefragt

FURTH. Von 12. bis 14. November sind die Bürger aus allen Ortsteilen von Furth eingeladen, ihre Ideen für eine neue Ortsmitte einzureichen. Zusätzlich stehen Ideenboxen an zentralen Plätzen ...