Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

KREMS. Mit der jüngsten Zukunftskonferenz fiel der Startschuss für das neue Kremser Bürgerbeteiligungsmodell. Zahlreiche Bürger und Interessensvertreter nutzten die Gelegenheit, sich darüber zu informieren, wie das Konzept genau funktioniert. Unter den Stadtpolitikern ist das Modell nachwievor umstritten.

Rund 60 Teilnehmer diskutierten bei der Zukunftskonferenz das neue Kremser Bürgerbeteiligungsmodell. Foto: Stadt Krems

Die Kremser sehen die Gestaltung der Zukunft als spannende Herausforderung“, berichtete Stadträtin Eva Hollerer (SPÖ) bei der Zukunftskonferenz im Dinstlsaal der Kremser Bank. Um den Mitgestaltungswillen der Bürger zu strukturieren, habe man sich entschieden ein professionelles und maßgeschneidertes Bürgerbeteiligungsmodell für die Stadt zu entwickeln. Im Februar wurde dieses vom Gemeinderat mehrheitlich beschlossen.

Krems ist Vorreiter

„Krems hat ein sehr gescheites Modell entwickelt“, bilanziert Expertin Rita Trattnig, die mit der Ausarbeitung des Konzepts beauftragt war. Die Grundlage dafür bildete die Zukunftskonferenz 2016 sowie mehrere Workshops mit Stadtpolitikern und Rathausmitarbeitern. Krems sei bundesweit unter den ersten Städten, die ein derartiges Modell erarbeitet haben, berichtet Trattnig.

Wichtig: Rückmeldung geben

Kernstück des neuen Modells ist eine so genannte Vorhabensliste, bei der städtische Projekte künftig auf der Website www.krems2030.at vorgestellt und die Bürgerbeteiligung genau dokumentiert werden soll. „Private Bauprojekte sind aufgrund gesetzlicher Bestimmungen ausgenommen“, betont Trattnig. Nun gehe es darum, in der Stadt eine Beteiligungskultur zu etablieren. Ein wichtiger Erfolgsfaktor sei, dass Bürger für ihre Ideen vom Magistrat auch eine Rückmeldung bekommen.

Ruf nach mehr Information

Das neue Bürgerbeteiligungsmodell will die gesetzlich vorgesehenen Mittel der direkten Demokratie – Bürgerbefragungen und Initiativanträge – nicht ersetzen, sondern ergänzen. Nichtsdestotrotz geht es Vertretern der Oppositionsparteien noch nicht weit genug. „Wir betrachten das Modell im Wesentlichen als unvollständig“ erklärt beispielsweise KLS-Gemeinderat Wolfgang Mahrer. Er fordert vor allem von privaten Projektträgern mehr Information für die Bürger ein.

Kritik von der FPÖ

FPÖ-Stadtrat Werner Friedl wiederum beklagte im Vorfeld der Zukunftskonferenz bei einem Pressegespräch, dass eine wesentliche Forderung seiner Partei in dem Modell keine Berücksichtigung gefunden habe: Bei städtischen Projekten ab einer gewissen Bedeutung oder Größenordnung solle verpflichtend eine Bürgerbefragung durchgeführt werden.

Widerstand reduzieren

„Wir haben ein Modell geschaffen, das uns in der Zukunft weiterbringt“, findet hingegen ÖVP-Gemeinderat Thomas Höhrhan. Ziel sei eine „konstruktive Beteiligung“ der Bürger und keine „dekonstruktive Verhinderung“ von Projekten. Magistratsdirektor-Stellvertreter Hannes Zimmermann sieht in dem neuen Modell eine Chance, dass Widerstände gegen Projekte schon im Vorfeld reduziert werden können. Es könnte daher auch ein Anreiz für private Bauträger sein, die Bürger frühzeitig über ihre Vorhaben zu informieren.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

Innovatives Start-up: Wenn aus Hühnermist neues Leben entsteht

Innovatives Start-up: Wenn aus Hühnermist neues Leben entsteht

WIESELBURG. Dem nachhaltigen Wirtschaften haben sich zwei Studenten am Campus Wieselburg der FH Wiener Neustadt verschrieben. Michael Daxböck ...

Tips - total regionalClaudia Brandt
Feierliche Eröffnung bei der Domäne Wachau

Feierliche Eröffnung bei der Domäne Wachau

DÜRNSTEIN. Die Winzergenossenschaft Domäne Wachau hat kürzlich einen modern gestalteten Shop in der Dürnsteiner Altstadt ...

Tips - total regionalClaudia Brandt
Neuer Gutscheinautomat bietet Geschenkidee für Kurzentschlossene

Neuer Gutscheinautomat bietet Geschenkidee für Kurzentschlossene

KREMS. Einkaufsgutscheine rund um die Uhr gibt es jetzt in der Kremser Innenstadt. Neben Mund-­Nasen-Schutzmasken und Desinfektionssprays ...

Tips - total regionalClaudia Brandt
Stromzähler haben bald ausgedient

Stromzähler haben bald ausgedient

BEZIRK KREMS. Ab Oktober tauscht die EVN-Tochter Netz NÖ in sämtlichen Haushalten die Stromzähler. Als erste Gemeinden im Bezirk ...

Tips - total regionalClaudia Brandt
Corona als Chance und Herausforderung für Niederösterreichs Skigebiete

Corona als Chance und Herausforderung für Niederösterreichs Skigebiete

NÖ/JAUERLING. Wirtschaftsbund-Funktionär Michael Reichl wurde erneut zum obersten Vertreter der niederösterreichischen Seilbahnbetreiber ...

Tips - total regionalClaudia Brandt
Neue Stromtankstelle in der Mitterau eröffnet

Neue Stromtankstelle in der Mitterau eröffnet

KREMS-MITTERAU. Eine Stromtankstelle der EVN wurde kürzlich in der Mitterau in Betrieb genommen. Sie befindet sich in der St.-Paul-Gasse ...

Tips - total regionalClaudia Brandt
Weitere Beiträge