Kremsmünster startet Pilotprojekt zur Förderung aktiver Mobilität
KREMSMÜNSTER. Kurze Wege werden im Alltag oft mit dem Auto gefahren, obwohl das Ziel auch zu Fuß oder mit dem Rad schnell erreichbar wäre. Die Marktgemeinde Kremsmünster möchte das ändern und startet gemeinsam mit der SPES Zukunftsakademie das Projekt „Aktiv bewegt“.

Laut einer Verkehrserhebung (2012) werden 70 Prozent aller in Kremsmünster zurückgelegten Wege mit dem Auto bestritten, nur 16,9 Prozent werden zu Fuß gegangen, das Fahrrad wurde in 4,3 Prozent der Fälle verwendet. Und das, obwohl rund die Hälfte der Befragten die wichtigsten Versorgungseinrichtungen zu Fuß in weniger als 15 Minuten erreichen könnte. Dabei kommt nicht nur die Bewegung, sondern auch die Begegnung der Bevölkerung oft zu kurz.
Gehen, Radfahren und Rollern im Alltag fördern
Die Marktgemeinde Kremsmünster möchte die Gesundheit der Bevölkerung verbessern und zugleich einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten und ist deshalb Teil des oberösterreichischen Pilotprojektes „Aktiv bewegt“. Ziel ist es, bis zum Projektende am 30. Juni 2022 mittels verschiedener Initiativen die aktive Mobilität, also das Gehen, Radfahren und Rollern, im Alltag zu fördern.
Maßnahmen an Infrastruktur und Bewusstseinsbildung
Dazu zählen Maßnahmen, welche die Infrastruktur oder die Rahmenbedingung verbessern, wie beispielsweise barrierefreie, geh- und radfreundliche Wege ins und im Ortszentrum, die Alltagswege im Ortsplan und in der Gem2Go App zu visualisieren, die Attraktivierung der Wege mit Bewegungsgeräten und Sitzgelegenheiten oder die Errichtung von Ladestationen für E-Bikes. Zudem sollen bewusstseinsbildende Maßnahmen angeboten werden, wie Vorträge und Schulungen. Möglich sind auch eine Bewegungschallenge im Ort mit einem Punktesystem über die Gem2Go App, Workshops mit Vereinsobleuten, Themenspaziergänge, ein E-Fahrradworkshop für Senioren, ein Geh- oder Bewegungstag in den Schulen und die Beteiligung von Betrieben an der Kampagne „Österreich radelt zur Arbeit“.
Online-Befragung läuft
Welche Maßnahmen für ein fußgänger- und radfreundlicheres Kremsmünster gewünscht sind, soll die Bevölkerung mitentscheiden. Deshalb läuft bis 19. Juli eine Online-Befragung der Kremsmünsterer unter www.kremsmuenster.at/aktivbewegt. Bereits über 80 Rückmeldungen (Stand: 25. Juni) sind eingelangt.Im Herbst 2020 werden die Ergebnisse bei einer Auftaktveranstaltung präsentiert, das Projekt „Aktiv bewegt“ der Bevölkerung vorgestellt und in ein Mobilitätskonzept eingebunden. Kremsmünster ist eine von drei Pilotgemeinden dieses Gesundheitsprojektes, das durch den Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) finanziert wird. In jeder Pilotgemeinde findet zum Abschluss ein großes Bewegungsfest statt.
„Einen Platz für eine weitere Gemeinde in der Pilotphase hätten wir noch“, berichtet Projektleiterin Birgit Appelt von der SPES Zukunftsakademie in Schlierbach. Die Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt sollen in Zukunft als Vorbild für andere Gemeinden dienen.
Gesundheit, Klimaschutz und Lebensqualität im Ort
„Die Zeit ist reif dafür, das eigene Verhalten zu ändern. Wir wollen Lust auf Bewegung machen und dafür Anreize schaffen“, sagt Projektleiterin Birgit Appelt von der SPES Zukunftsakademie in Schlierbach und betont, dass dabei nicht mit dem Zeigefinger auf Autofahrer gedeutet werden soll, sondern vielmehr hervorgehoben wird, wie man „etwas für die eigene Gesundheit tut, einen Beitrag zum Klimaschutz leistet und die Lebensqualität im Ort verbessert.“


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